{"id":542,"date":"2021-09-07T17:39:44","date_gmt":"2021-09-07T17:39:44","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=542"},"modified":"2021-09-07T17:39:45","modified_gmt":"2021-09-07T17:39:45","slug":"ausgewaehlte-aphorismen","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=542","title":{"rendered":"Ausgew\u00e4hlte Aphorismen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">&#8230;<strong> von Shri Ramakrishna Paramhansadev<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vorbemerkung<\/strong>:<br>Shri R.K. war eine recht komplexe Pers\u00f6nlichkeit. Einerseits benahm er sich h\u00e4ufig wie ein Kind, das au\u00dfer seiner g\u00f6ttlichen Mutter &#8222;Ma Kali&#8220; nichts anderes kannte. Andererseits war er aber \u00fcber die Brutalit\u00e4t des Lebens, die kompromisslosen Spielregeln der orthodoxen Gesellschaft, die atmosph\u00e4rische Dichte im Familienleben sowie \u00fcber Gier, Neid und Selbstsucht etc. erstaunlich gut informiert!<\/p>\n\n\n\n<p>Er sprach nur in umgangssprachlichem Bengali, h\u00e4ufig vermischt mit dorfspezifischen Mundarten. Seine Erscheinung, seine unkomplizierte direkte und simple Art \u00fcber die komplexe, tiefgr\u00fcndige Philosophie der hinduistischen Religion zu sprechen und sie zu erl\u00e4utern, faszinierte die gesamte Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K. erz\u00e4hlte gerne und oft \u00fcber seine eigenen beharrlichen und entschlossenen Bem\u00fchungen sowie seine Erlebnisse, Erkenntnisse und Erfahrungen. Und das mit gro\u00dfer \u00dcberzeugungskraft! Im Gegensatz zu den anderen epochalen Pers\u00f6nlichkeiten, konnte und durfte jeder kritische oder anerkennende Fragen stellen, prim\u00e4r spiritueller Natur, aber auch Fragen zu dem gesamten Spektrum von Hindernissen, denen man im Leben begegnet. Manchmal forderte er sogar auf: &#8222;Habt ihr Fragen?&#8220; Oder er stellte sich selbst Fragen und f\u00fchrte die Antwort aus!<\/p>\n\n\n\n<p>Die hier pr\u00e4sentierten Aphorismen basieren fast ausschlie\u00dflich auf den sechs B\u00e4nden &#8222;Shri Ramakrishna Kathamrita&#8220; sowie &#8222;The Gospels of Shri Ramakrishna&#8220;. Der Verfasser war Shri &#8222;M&#8220;. Sein vollst\u00e4ndiger Name lautet: Mahendra Gupta (14.07.1854 &#8211; 04.06.1932). Er war Rektor einer Gesamtschule in Kolkata und kam mit Shri R.K. am 26.01.1882 in Kontakt. Er blieb an seiner Seite bis zu dessen Ableben am 16.08.1886. Zwischen 1882 und 1886 hielt er akribisch Shri R.K&#8217;s. m\u00fcndliche Ausf\u00fchrungen, Erl\u00e4uterungen, g\u00f6ttliche Offenbarungen sowie die Pflichten und Verhaltensregeln f\u00fcr eine lebendige Entwicklung zur spirituellen Erhabenheit etc. fest &#8211; mit Tag, Monat und Jahr. Literarisch betrachtet sind die Aufzeichnungen nicht besonderes anspruchsvoll, aber praktisch jede einzelne Zeile des Protokolls zeugt von einer tiefen Hingabe und herzbewegender Demut! Deshalb fand und findet diese einmalige Sammlung noch immer besondere Wertsch\u00e4tzung. Pers\u00f6nlichkeiten wie Romain Roland (Nobelpreis f\u00fcr Literatur 1915),Paul Brunton etc. haben wiederholt ihre Anerkennung f\u00fcr Shri M\u00b4s \u00dcbersetzung von &#8222;The Gospels of Sri Ramakrishna&#8220; ausgesprochen!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>1) Menschen zugeordnet zu spirituellen Kategorien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Vertreter der Spezies Mensch geh\u00f6ren vier Typen oder Kategorien an und diese entsprechen jeweils Ihrem spirituellen Entwicklungsstand!<\/p>\n\n\n\n<p>a) Anhaftend ( bengl. Baddha), vollkommen absorbiert von Gier, Sinnesfreude und Verlangen.<\/p>\n\n\n\n<p>b) Wunsch nach Befreiung im Herzen tragend (bengl.Mumukshu).<\/p>\n\n\n\n<p>c) Befreit (bengl.Mukta), von Gier und Verlangen, tr\u00e4gt er konstant den Gedanken an Gott in sich.<\/p>\n\n\n\n<p>d) Ewig erleuchtet (bengl.Nitya-Shiddha), der nur erscheint oder lebt um der Menschheit den richtigen Weg zu zeigen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD I. 27ff. 05.03.1882)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>2) Die spirituelle Aufgabe der Befreiung f\u00fcr Menschen mit Familie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>a) Sich regelm\u00e4\u00dfig in die Einsamkeit begeben, in der spirituellen Gemeinschaft verweilen, den Glauben an Gott pflegen und voller Inbrunst f\u00fcr die Befreiung beten!<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>vide: K. Bd.I. 28 ff. 05.03.1882)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>b) Wo willst du leben, au\u00dfer in der Familie? Ich empfinde immer, dass ich mich in Ramas (myth. Fig) Ayodhya (Ramas Reich oder Familie) befinde! Als Rama nach der spirituellen Erziehung dem Familienleben entsagen wollte, schickte ihn sein Vater K\u00f6nig Dasharashtra, zu dem erleuchteten Vaishishtha (hist.Fig). Als Vaishishtha Ramas tiefe Neigung zur Entsagung bemerkte, fragte er: &#8222;Rama, beantworte mir erst die Frage, ist Gott au\u00dferhalb seiner Sch\u00f6pfung? Wenn das die Realit\u00e4t ist, kannst du dich von dem Familienleben entfernen.&#8220; Rama wurde sich sofort bewusst, dass Brahma selbst die Einheit in Vielfalt ist. Die relative Realit\u00e4t ist nur ein Aspekt, eine Attit\u00fcde also Auspr\u00e4gungsform der absoluten Realit\u00e4t. Das Leben, die Umwelt, das Universum, ja der gesamte Kosmos -all das sind nur Manifestationen von Brahma selbst! Rama senkte seinen Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>vide: K. BD.V.,90 ff., 16.10.1833)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>c) Muss der Mensch f\u00fcr die Befreiung aus Samsara, das Familienleben hinter sich lassen? Nein! Ein Leben in der Familiengemeinschaft sollte kein Hinderungsgrund sein. Nur der Geist des Menschen muss in Gott ruhen. Die eine Hand soll t\u00e4tig sein, die notwendigen Familienaufgaben zu erledigen, die andere Hand soll die Gnade Gottes erbitten. Eine Hand f\u00fcr &#8222;Dharma&#8220; (Spiritualit\u00e4t), die andere Hand f\u00fcr &#8222;Karma&#8220; (Verpflichtungen des Lebens).<\/p>\n\n\n\n<p>Was z\u00e4hlt, ist nur der Geist! <strong>Du bist frei oder<\/strong> <strong>gefangen, nur im Geiste!<\/strong> Wenn du deinen Geist in g\u00f6ttliche Farbe tauchst, dann bekommt er mit der Zeit die Farbe von Erkenntnis und Erhabenheit. Aber umgekehrt kann dein Geist die Farbe von Gier und Verlangen annehmen!<\/p>\n\n\n\n<p>Sprich doch voller innerer \u00dcberzeugung laut in dich hinein &#8211; ich bin frei, ich bin frei,- egal ob ich einsam hinter Klostermauern lebe oder in der Familie! Ich bin ein Sohn oder eine Tochter des m\u00e4chtigsten Kaisers &#8211; nichts kann mich einsperren! Diese Zuversicht wird mit Sicherheit zum Erfolg f\u00fchren! Als man mir das heilige Buch der Christen vorlas, h\u00f6rte ich schon gleich zu Anfang von S\u00fcnde und S\u00fcnder! So ein Unsinn! Wer stetig im Geiste &#8222;ich bin ein armer S\u00fcnder&#8220; sagt, der wird und bleibt auch ein S\u00fcnder!<\/p>\n\n\n\n<p>Nimm eine unersch\u00fctterliche Glaubenshaltung an! Ich habe Zuflucht zu Gott genommen, jenseits der Anhaftung, Fehler und S\u00fcnden!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. I.,45ff. 27.10.1882)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>d) Unser Geist ist wie die Milch. Wenn du deinen Geist nur mit Wasser aus dem &#8222;Familien-Teich\u201c n\u00e4hrst, dann wird ein w\u00e4sseriges etwas entstehen. Aber wenn du dir etwas M\u00fche gibst und in der der Stille, ganz alleine, aus der Milch ein wenig Butter herstellst, dann und nur dann wirst du in der Lage sein, diese Bhakti-Butter, die Butter der Erkenntnis ohne weiteres dem &#8222;Familien-Teich&#8220; zuzuf\u00fchren! Die mit hingebungsvoller und mit ozeantiefer Liebe angereicherte Butter wird sich jedoch niemals mit dem Wasser des &#8222;Lebens- und Familien-Gew\u00e4ssers&#8220; vermengen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD I., 106ff.,28.10.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>e) Ich wei\u00df, dass es nicht einfach ist mit &#8222;K\u00f6rper-Geist-Worte&#8220; (skt. Kaya-Mana-Bakya) also voller Hingabe, eine spirituelle Ausrichtung in das Familienleben zu integrieren. Es gibt so viele Hindernisse: die Finanzen, Krankheiten, Meinungsverschiedenheiten, Schicksalsschl\u00e4ge, usw. Trotzdem wirst du einen Weg finden. Aber du musst es auch wollen! Hin- und wieder, so oft wie m\u00f6glich, solltest du dich in die Einsamkeit zur\u00fcckziehen und mit ganzer Aufmerksamkeit und Hingabe in Gedanken an Gott verharren!<\/p>\n\n\n\n<p>Wie oft?<\/p>\n\n\n\n<p>Am Anfang so oft wie m\u00f6glich, denn hast du nicht gesehen, wie auf den Gehweg die &#8222;jungen Pflanzen&#8220; immer umz\u00e4unt sind, um zu verhindern, dass die K\u00fche oder Ziegen sie wegfressen? Aber wenn die Pflanzen gro\u00df und erwachsen sind, dann kannst du sogar einen Elefanten an ihrem Stamm anbinden!<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb:<br>Einkehr &#8211; Gewissenserforschung &#8211; Abstand &#8211; Gebet!<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz all seiner spirituellen Zur\u00fcckgezogenheit, Enthaltsamkeit und Bem\u00fchungen k\u00fcmmert sich ein M\u00f6nch letztlich nur um sich selbst. Ihr als Familienv\u00e4ter aber sorgt f\u00fcr viele. Dabei erlebt ihr die vielen Wellenschl\u00e4ge von Ebbe und Flut des Lebens, Freud und Leid des Alltags. Ihr k\u00f6nnt euch nicht einfach hinter einer Klostermauer verschanzen!<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb soll sich ein Familienmensch mit Entschlossenheit bem\u00fchen vom Tagesallerlei Abstand zu nehmen im Geiste! Das wird, wenn es mit vollem Ernst und Hingabe erfolgt, mit Sicherheit Fr\u00fcchte tragen. Das B\u00fcndel von Familienaufgaben wird immer weniger werden. Gott selbst wird daf\u00fcr Sorge tragen, dass ein erfolgreiches Morgen f\u00fcr deine Familie gew\u00e4hrleistet ist, um dir zu erm\u00f6glichen, dich unentwegt in Richtung seiner offenen Arme zu bewegen!<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt Zeichen und Zeugnisse, die etwas \u00fcber die spirituelle Entwicklung des Menschen aussagen. Zum Beispiel eine akute Interesselosigkeit gegen\u00fcber jeglichen materiellen Reizen oder wenn ihm die Namen der g\u00f6ttlichen Entit\u00e4ten Tr\u00e4nen in die Augen treiben und ihm erschauern lassen! So wie ein Streichholz, das sich nur dann sofort entz\u00fcndet, wenn es durch und durch trocken ist!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>vide: (B. BD I . 154 ff .19.10.1884; B. BD II. 92 ff. 05,04.1884; dto. 107 ff. 21.04.1884; dto. 120 ff. 26.09.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Familienvater:<br>Bitte geben Sie uns Ihren Segen. Denn ohne Gnade der erhabenen Seele (skt. Mahatma) ist kein Erfolg m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K.:<br>Trotzdem, etwas M\u00fche ist unbedingt erforderlich. Wenn man davon \u00fcberzeugt ist, dass f\u00fcnf Meter unter der Erde unter sich, ein Schatz von Golddukaten lagert, dann beginnt man dort zu graben, Tag und Nacht, im Schwei\u00dfe seines Angesichts. Dann, nach einiger M\u00fche, wenn die Schaufel den Rand eines Metallgef\u00e4\u00dfes ber\u00fchrt und ein vielversprechendes Ger\u00e4usch wahrnehmbar wird, wird man noch eifriger graben, und das Metallger\u00e4usch selbst wird einen mit Freude erf\u00fcllen und immer weiter treiben. So ist es auch mit dem Gebet!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. II. 171ff. 20.10.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der hinduistischen Religionsgeschichte sind viele erleuchtete Familienv\u00e4ter historisch belegt wie z.B. Dasharatha, Balmiki, Vyasdeva usw.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(K. BD. IV. 69ff. 02.02.1884); (dto. 234,235ff. 15.07.1885); (K. BD.V.4,5,7ff. 02.04.1882); ( dto. 87ff. 22.09.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Denke daran:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Nicht der ist ein Verlierer, der hinf\u00e4llt, sondern der, der liegen bleibt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>3) Die Assimilation von Jnana-, Raja-, und Bhakti-Yoga<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Jnana-Yogi nennt ihn Brahma, der Raja-Yogi nennt ihn Param-Atma, der Bhakta-Yogi nennt ihn Shri Krishna &#8211; aber mit allen Bezeichnungen ist das selbe gemeint! Vedantin, der Jnana-Yoga praktiziert, folgt dem neti-neti Bewertungsprinzip und wenn sein Geist die transzendente Ebene erreicht, kommt die erhabene Stille, der analysierende Geist l\u00f6st sich auf, und er gewinnt &#8222;Brahma-Erkenntnis&#8220; (skt.Brahma-Jnana) und sagt, Brahma ist die ultimative Realit\u00e4t! Das Werden-Sein-Vergehen der Sch\u00f6pfung ist das Spiel der Shakti, aber auf der Skala der Bewertung und Beurteilung ist alles Illusion. Nur Brahma selbst ist existent, sogar die Shakti ist irreal!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nur auf Grund der Bewertungen wirst du keine Fortschritte machen k\u00f6nnen. Allein &#8222;Nirbikalpa-Samadhi&#8220; bef\u00e4higt dich aus Shaktis Wirkungs-Ebene zu befreien! Erst dort angekommen, wirst du mit Sicherheit erleben und erfahren, dass Brahma und Shakti eine untrennbare Einheit sind! Nur hier findet eine absolute Metamorphose des Bewusstseins statt!<\/p>\n\n\n\n<p>So wie, dir die wei\u00dfe Farbe einf\u00e4llt, wenn du an Milch denkst oder dir unweigerlich die Hitze einf\u00e4llt, wenn du an das Feuer denkst oder beim Eis die K\u00e4lte. Der Sonnenstrahl ist ohne die Sonne nicht denkbar! Die Welt der Ph\u00e4nomene, die relative Welt bildet also eine Einheit mit der Absoluten! Die m\u00fctterliche Urkraft (skt.Adya-Shakti) manifestiert sich in mannigfacher Weise st\u00e4ndig durch Werden-Sein-Vergehen. Diese Shakti nenne ich &#8222;Ma Kali&#8220;. Aber in der inaktiven oder statischen Phase (skt. Nischkrya) ist die Shakti Brahma selbst!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>( vide: BD I. 42ff. 27.10.1882 und 79ff. 14.12.1882)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Raja-Yogi verfolgt die k\u00f6nigliche Disziplin! Er strebt danach, die Begegnung der menschlichen Seele mit der g\u00f6ttlichen Seele zu erm\u00f6glichen. Deshalb muss man sich in die Stille-Meditation begeben um die vollkommene Sammlung des Geistes zu bewerkstelligen. Zuvor jedoch sollte man die ersten sechs Schritte von Patanjali\u00b4s &#8222;Yoga-Sutra&#8220; beherrschen. Das sind: Yama, Niyama, Ashnana, Pranayama, Pratryhara, Dharana. Dann erfolgt \u00fcber Dhyana (Meditation), Samadhi (Versenkung) &#8211; und der Praktizierende Yogi erlebt die Reflexion der g\u00f6ttlichen Seele in sich selbst und verliert sich in der Melodie der Ewigkeit. <strong>Raja-Yoga ist nur f\u00fcr besondere Entit\u00e4ten ein gangbarer Weg!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Bhakti-Yoga, sagt der Bhakta (der Strebende) voller Inbrunst, &#8222;Krishna, du bist der Herr, ich bin dein Diener. Du bist der Vater oder die Mutter, ich bin der verirrte Sohn oder die verirrte Tochter. Nimm mich bei der Hand und zeig mir den Weg zu dir! Er kennt keine anma\u00dfende \u00c4u\u00dferung wie &#8222;Brahma bin ich&#8220;, &#8222;Ich bin Er!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vedantin sehnt sich nach Brahma, st\u00e4ndig bewertend, immer auf der Suche nach der wahren Identit\u00e4t &#8211; dem Absoluten!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bhakta ist immer in Bewegung &#8211; mit Ebbe und Flut im Herzen, -lachend, -weinend, -tanzend! Ein g\u00f6ttliches Wechselspiel mit dem Erhabenen also!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>( vide: K. BD I. 92ff. 19.08.1880)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die ultimative Wahrheit ist, dass alles dasselbe ist, ja eine einzige Einheit -&#8222;Ekameba Adytyam&#8220; &#8211; es gibt nur das Eine und kein Zweites! Nur geben wir Ihm\/Ihr\/ &#8211; unterschiedliche Namen (Rik-Veda)!<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>vide: K. BD I. 40ff. 27.10.1882)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Merke, dass Brahma und Shakti &#8211; die statische und die kinetische Energie eins sind &#8211; wie ein Diamant mit funkelndem Schliff, Eis und K\u00e4lte und so sind Para-Brahma und Para-Shakti, also die absolute Welt und die Welt der Ph\u00e4nomene untrennbar!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD I. 100ff. 18.08.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>4) Die Bedeutung der schwarz\/blaufarbigen Darstellung der G\u00f6tter und G\u00f6ttinnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf diese Frage eines Gl\u00e4ubigen, antwortet Shri R.K.:<br>&#8222;Ma Kali&#8220;- ist schwarz, &#8222;Sri Krishna&#8220; ist schwarz oder auch blau. Warum? Weil sie weit weg sind von uns! Aber wenn du ihnen im Geiste ganz nah bist, wirst du erleben, dass sie absolut farblos sind. Sowie uns der Himmel oder das Meer von weitem dunkel oder blau erscheint. Aber wenn man sehr nah herankommt, haben beide keine Farbe. Wenn man etwas Meerwasser auf die Handfl\u00e4che sch\u00f6pft &#8211; ist es farblos!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erstaunlich ist jedoch, dass die G\u00f6tter und G\u00f6ttinnen die Farbe und Gestalt annehmen, die du dir voller Sehnsucht gew\u00fcnscht hast!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Shyama (Ma Kali) ist Parabrahma selbst! Sie hat sowohl eine Gestalt als auch keine, sie ist ohne Eigenschaften und dar\u00fcberhinaus &#8211; Unio Mystica!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD.I. 93ff. 22.07.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>5) Warum gibt es nicht die Befreiung f\u00fcr alle?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bedingtheit, Bindung und Befreiung obliegen Shakti. Die Menschheit ist in dem von ihr aufgeworfenen Maya-Netz gefangen, ja, die gesamte Sch\u00f6pfung ist es. Nur Shakti ist in der Lage, uns davon zu befreien. Sie verk\u00f6rpert die Variationen, die Vielfalt. Samsara ist ihr Ausdrucksspiel! Sie m\u00f6chte, dass dieses Spiel weitergeht und deshalb gibt es die Befreiung nur f\u00fcr einige wenige!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>( vide : K.BD.I. 114ff. 28.11.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>6) Shri Ramakrishnas Gebetswunsch an&#8220;Ma Kali&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend meiner Gottesverehrung, habe ich die jede einzelne Blume bestrichen mit Chandan, sie &#8222;Ma Kali&#8220; zu F\u00fc\u00dfen gelegt und ihr geopfert und habe dabei folgendes erfleht:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Mutter, nimm hier deine S\u00fcnde, nimm hier deine Tugend. Bitte gib mir im Herzen die reine hingebungsvolle Liebe zu dir!<\/li><li>Mutter, nimm hier deine Erkenntnis, nimm hier deine Unkenntnis. Bitte gib mir im Herzen die reine hingebungsvolle Liebe zu dir!<\/li><li>Mutter, nimm hier deine Reinheit, nimm hier deine Unreinheit. Bitte gib mir im Herzen die reine hingebungsvolle Liebe zu dir!<\/li><li>Mutter, nimm hier deine Religion, nimm hier deine Religionslosigkeit. Bitte gib mir im Herzen die reine hingebungsvolle Liebe zu dir!<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD I. 46ff. 25.10.1882 , dto 250ff. 27.10.1885, BD V. 256ff. 24.101885 )<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>7) Wer ist eigentlich ein Gurudev (spiritueller Lehrmeister)?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wei\u00dft du, in welchem Zustand ich mich befinde? Ich esse, trinke, schlafe etwas &#8211; alles andere wei\u00df die Mutter (die g\u00f6ttliche Mutter). Von den drei Rufen f\u00fchle ich mich wie von Dornen gestochen &#8211; Gurudev, Herr (Chef) und Vater!<\/p>\n\n\n\n<p>Guru ist nur der &#8222;Satchidananda&#8220; (die Abstraktion von Brahma). Er selbst kann dir den Weg erst zeigen, wenn du dich auch qualifiziert hast! Kaum haben sie etwas gelesen und geh\u00f6rt, und schon wollen alle als Gurudev fungieren. Aber wer will denn nur ein Aspirant sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Nur nach Erlangung der Bef\u00e4higung und der Begegnung mit dem G\u00f6ttlichen in uns, ist ein Erleuchteter in der Lage, dem Aspiranten den Erfolgsweg zu zeigen oder gar den Weg zu ebenen, wiez.B. Narada, Shukhdeva, Shankaracharya, Sri Chaitanya Mahaprabhu !<\/p>\n\n\n\n<p>Gott kann man begegnen und er kann sich auch mit dir unterhalten und einen Lehr- oder Missionsauftrag erteilen. Dann werden deine Worte nicht nur Geh\u00f6r finden, sondern die geistreichen Botschaften voller Virulenz , Brillanz und Eloquenz, deiner apophthegmatische Evangelien, werden \u00fcber die Meere und Kontinente hinweg erschallen und die Menschen erleuchten!<\/p>\n\n\n\n<p>(vide: K. BD I. 49ff. 27.10.1882)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Satchidananda selbst ist Gurudev<\/strong>. Er nimmt dich an der Hand und erm\u00f6glicht deine spirituelle Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Erreichen des Brahma\/Krishna -Bewusstseins, erlischt jede Bewertung und jedes Differenzierungsverm\u00f6gen. Deshalb sagte doch der Erleuchtete Yanaka zu Shukhdeva (myth.Fig); &#8222;Wenn du Brahma-Erkenntnis erlangen willst, dann gib mir vorher mein Honorar!&#8220; Warum? Weil nach dem Erreichen des Brahma-Bewusstseins der Unterschied zwischen Gurudev und Sch\u00fcler verloren geht, denn beide sind eingetaucht und aufgel\u00f6st im Ozean von Brhamananda !<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD V. 35ff. 22.04.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>8 + 9) Der Weg der Gegenwart in Kali-Yuga<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jnana-Yoga, Karma-Yoga und Bhakti-Yoga die drei Yoga-Wege sind vielfach erfolgreich erprobt. Aber, wie gesagt, der Jnana-Yoga-Weg ist diesem Zeitalter des Kali-Yuga sehr schwer zu beschreiten. Denn man muss seinen Lebensunterhalt verdienen f\u00fcr sich und auch f\u00fcr die Familie. Aber Existenzkampf sowie Selbstdarstellungstrieb sind absolut nicht vereinbar mit der Transzendenz der Jnana-Ebene. Der beseelte Jnani sagt: &#8222;Ich bin nicht mein K\u00f6rper, ich bin vollkommen, jenseits von Hunger und Durst, Trauer und Freude, Kummer und Krankheit, Geburt und Tod! Dieser von unersch\u00fctterlicher \u00dcberzeugung getragene Zustand ist f\u00fcr heutige Menschen also f\u00fcr die Menschen in Kali-Yuga kaum vorstellbar!<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Karma-Yoga, wie er zum Beispiel in Vagavad-Gita beschrieben wird: &#8222;Ma Phaleshu Kadachana&#8230;&#8220; (nicht ergebnisorientiert handeln), ist in Kali-Yuga kaum praktizierbar, zumal sogar ein M\u00f6nch ergebnisorientiert handelt! Im Schwei\u00dfe deines Angesichts musst du deine Lebensaufgabe erf\u00fcllen! Das Fieber ist hoch und die Zeit ist knapp. Da hilft kein Ayurveda, sondern es muss Aspirin oder Paracetamol her!<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb ist der Bhakti-Yoga der Weg dieser Epoche. Denk an Gott, sing seinen Namen mit zugeneigtem Herzen und bete mit Hingabe!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>An einige der Gl\u00e4ubigen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ihr \u00fcbt Bhakti-Yoga, singt Harinam, denkt auch an die g\u00f6ttliche Mutter. Ihr seid ehrbar! Eure emotionale Stimmung und euer Zustand des Geistes sind gut. Ihr sagt nicht, dass die Sch\u00f6pfung eine Illusion ist. Ihr liebt und verehrt Gott als Person. Das ist gut! Wenn ihr voller Hingabe, ohne Unterlass voran schreitet, werdet ihr mit Sicherheit seine Gegenwart erleben!<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ein Mensch, tief im Laster versunken, ernsthaft und bewusst nach Befreiung und Erkenntnis strebt, kann auch er , mit der Gnade Gottes, sein Ziel erreichen! Das ist so wie mit einem Raum, in dem Hunderte von Jahren Dunkelheit herrschte. Er kann durch eine kleine Flamme im Nu erhellt werden, so geschieht es auch mit uns Menschen!<\/p>\n\n\n\n<p>Bereinige deinen Geist und deine Seele (skt.Chitta-Shuddhi). Dann wird sich, auf dem gereinigten Spiegel der Seele, die Primordiale-Kraft mit Attit\u00fcden also in einer bestimmten Ausgestaltung (skt.Shaguna-Adyashakti) manifestieren. Die Reflexion ist &#8222;Adyashakti&#8220; (konvergente Kraft). Aber dazu muss dieser Seelenspiegel vollkommen rein sein, sonst gibt es keine Reflexion! Solange im &#8222;Ich-tue-es&#8220; (skt.Ahamkara) Wasser die Sonne reflektiert, muss man davon \u00fcberzeugt sein, dass wenn ich wahr bin, dann diese Reflexion der Sonne auch wahr ist! Das hei\u00dft: Solange sich die Sonne im Ego (skt.Ahamkara) reflektiert, ist die Reflexion der Sonne nichts anders als dein Ego. Wenn du dir jedoch die Ann\u00e4herung an Brahma (das Absolute) wirklich w\u00fcnschst, dann musst du mit Hilfe der Reflexion in die wahre Sonne blicken. Die Shaguna-Brahman (Brahma mit Attit\u00fcden also der Erscheinungsform der Shakti) wird dich zu &#8222;Nirguna-Brahma&#8220; hinf\u00fchren. Weil &#8222;Shaguna&#8220; und &#8222;Nirguna&#8220; eine unzertrennliche Einheit bilden!<\/p>\n\n\n\n<p>Jnana-Marga ist auch ein Weg, aber wie gesagt, er ist \u00e4u\u00dferst schwierig zu beschreiten. Im Kali-Yuga kaum m\u00f6glich! Ein Hauch der sechs inh\u00e4renten Laster wie Sinnesfreude, Zorn, Versuchung, Vernarrtheit, Eitelkeit, und Neid sowie der Glaube an die These, dass die Sch\u00f6pfung eine Illusion ist, existiert -&#8222;so etwas&#8220; wird f\u00fcr die Menschen von heute weder nachvollziehbar noch praktikabel bleiben!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD.I. 163ff. 19.10.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber den Jnana-Marga kann ich nur erg\u00e4nzen, wie kannst du erfahren, dass du keinen K\u00f6rper, keinen Geist oder Intellekt hast! Dass du jenseits bist von Krankheit und Tod, Freud und Leid, unabh\u00e4ngig vom Sinnenrausch und dem Umfeld das du ohne Unterlass wahrnimmst. Dass alles das nur eine Illusion ist! \u00dcber die Bedingungen, dies zu erfahren, l\u00e4sst sich trefflich reden, aber eine konsequente Umsetzung ist heute so gut wie unm\u00f6glich!<\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesem Grund hat, Sri Chaitanya Mahprabhu lebenslang den Bhakti-Marga als den Weg, der beschritten werden soll, angepriesen! Der Bhakti-Yoga ist die Religion der heutigen Epoche.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Ziel der Bhakta (Verehrer) ein anderes ist, als das der Vedantin oder der Karma-Yogi! Alle k\u00f6nnen auf ihrem eigenen Weg das Brahma-Bewusstsein erlangen &#8211; dasselbe Meer des Seins!<\/p>\n\n\n\n<p>Vergiss nicht, dass Gott immer empf\u00e4nglich f\u00fcr die Liebe seiner Verehrer ist!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. I. 216 ff. 22.10.1885, BD.II. 69,70 ff. 28.11.1882, BD IV. 8,9 ff. 01.01.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Denk an die Worte von Laotse:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Nicht der Wind, sondern das Segel bestimmt die Richtung!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>9 + 10) Ist Brahma, der Absolute mit oder ohne Gestalt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Brahma hat eine Gestalt und hat auch keine Gestalt. F\u00fcr einen Vedanta-Yogi (Jnana-Yogi )beispielsweise, der die Sch\u00f6pfung als Illusion und T\u00e4uschung betrachtet, ist Brahma ohne Gestalt. Auf der Ebene der Transzendenz angekommen, erkennt er sich selbst als Teil des Ganzen, aber einen ultimativen Brahma kann er nicht definieren. Was als Melodie im Herzen erklingt, ist eine untr\u00fcgliches Zeugnis des ewigen Seins!<\/p>\n\n\n\n<p>Wie wenn du zum Beispiel, eine Zwiebel sch\u00e4lst &#8211; erst entfernst du die rote Schale, dann die dicke wei\u00dfe, und zum Schluss hast du nichts mehr in der Hand! So ist der Weg auch in Jnana-Marga. Am Ende findest du nichts mehr vor von dir! Wer soll da noch danach suchen und best\u00e4tigen, welche Form und welche Farbe Brahma wohl hat!<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Puppe aus Salzkristallen wollte wissen, wie tief das Meer ist, ging ins Wasser und verschwand. Sie hatte sich aufgel\u00f6st und kehrte nicht zur\u00fcck, um zu berichten!<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Bhakta-Yogin ist Brahma voller Attit\u00fcden und er erscheint immer in der Gestalt, wie der Bhakta ihn sich w\u00fcnscht und verehrt! Er h\u00f6rt mit Sicherheit auch dein hingebungsvolles Gebet und wird dich an die Hand nehmen, wenn du soweit bist! Im Bhakti-Marga ist es etwas einfacher und leichter, Brahma in der Gestalt zu begegnen, die du im Geiste visualisierst und um die du auch gebetet hast. Ja, er erwartet dich!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD I. 50,61ff. 28.10,1882)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind endlich, Brahma ist aber unendlich. Um sein Antlitz, sein Licht und seine Gegenwart zu erleben, musst nur beten mit einem Herzen voller Hingabe und Inbrunst.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn eine Flasche Wein ihren Zweck erf\u00fcllt, was macht es f\u00fcr einen Sinn zu wissen, wievielhundert Flaschen der Weinh\u00e4ndler im Lager hat? Du sitzt unter einem Mangobaum voller reifer Fr\u00fcchte, isst soviel Mangos wie du kannst! Wozu musst du wissen wollen, wie viele Mangob\u00e4ume es im Garten gibt und wie viele Bl\u00e4tter sie tragen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ob Brahma mit oder ohne Gestalt ist, l\u00e4sst sich kaum er\u00f6rtern in der Welt der Begriffe! Wenn Brahma unendlich ist, wie kann er in der Begrenztheit einer Form eingeschlossen sein? Au\u00dferdem, wenn er eine Form annimmt, warum haben wir dann so viele G\u00f6ttergestalten (im Westen G\u00f6tzen genannt!!) in den Tempeln?<\/p>\n\n\n\n<p>Du kannst das nur dann verstehen, wenn du seine Gnade erfahren hast! F\u00fcr den wahren, ergebenen Gl\u00e4ubigen, nimmt er eine spezifische Form an!<\/p>\n\n\n\n<p>In Grunde genommen ist er endlich und unendlich zugleich! Wie zum Beispiel ein Ozean, ja der Saccidananda-Ozean, grenzenlos, immer in Bewegung, dahinflie\u00dfend. Durch die hingebungsvolle Kraft der Bhakti-Yoga, formt sich das Wasser zu Eis und erscheint in der Gestalt, die der Shadhaka (der ergebene Verehrer) sich gew\u00fcnscht hat. Dann, im weiteren Verlauf, also im Zustand des &#8222;Samadhi&#8220;, wenn die Sonne der Erkenntnis aufgeht, schmilzt die Gestalt und geht wieder in den Brahma-Ozean ein. Auch der Verehrer taucht ins Licht des unendlichen Strom der Divinit\u00e4t ein. Nachdem er in die Normalit\u00e4t, zur\u00fcckgekehrt ist, wird er jedoch niemals in der Lage sein, das Erlebte zu beschreiben!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD I. 212ff. 22.10.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mann und Frau, Shri Krishna und Shri Radhadevi, Brahma und Shakti (also Chitshakti und Adyashakti) sind eine Einheit! Auch Vedanta best\u00e4tigt diese Tatsache!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD II. 151ff. 11.10.1884, BD IV. 4ff. 01,01.1883, BD V. 63ff. 25.06.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie gesagt, in der Sch\u00f6pfung hat sich Brahma selbst limitiert, trotzdem bleibt er unbeschr\u00e4nkt und grenzenlos! Obwohl Vedanta auch beschreibt, dass es eine Illusion w\u00e4re, dass Brahma die ultimative Wahrheit der Sch\u00f6pfung ist. Nichtsdestotrotz, solange du ein Ego-Bewusstsein besitzt, ist die Sch\u00f6pfung real! Nur in der transzendenten Erhabenheit des g\u00f6ttliches Lichtes (skt.Purna-Jnana\/ Bijnana) angekommen, erkennt, erlebt und empf\u00e4ngt man die absolute Wahrheit!<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dieser vollkommenen Erkenntnisebene erf\u00e4hrt man, dass alles, aber wirklich alles dasselbe ist! Ob lebendig oder tot, belebt oder unbelebt; ja ob du jemanden aus ethischem Grund t\u00f6test oder nicht, alles ist dasselbe, denn die g\u00f6ttliche Seele in jedem und allem- ist und bleibt unzerst\u00f6rbar!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: Vagavad Gita, Verse 20 bis 24 Abschnitt 2)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist so wie das Meer! Ob dort die Wellen entstehen oder das Wasser ruhig dahinflie\u00dft, es ist und bleibt das selbe Meer!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: BD IV. 218. 219ff. 14.07.1885, BD V, 36ff. 22.04.1883, dto. 150ff. 18.08.1885, dto. 98Ff 22.12.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>11) Der Ursprung von Kundalini-Yoga nach dem vedischen &#8222;Sapta-Bhumi&#8220;-Prinzip<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bezugnehmend auf die Erkenntnis und den Erfahrungsweg gibt es in den Veden die Beschreibung von &#8222;sieben Ebenen&#8220;(skt. Sapta Bhumi) f\u00fcr die sukzessive Entwicklung des menschlichen Geists.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man als Familienmensch lebt, ruht der Geist in den Bereichen der unteren Extremit\u00e4ten, also bis zum Nabel. In diesem Zustand ist der Blick des Geistes nach unten gerichtet. Durch konstante und bewusste \u00dcbung, wenn der Geist sich aufw\u00e4rts bewegt, erreicht er das Herz-Chakra (Anahata-Chakra), die vierte Ebene. Schon hier sp\u00fcrt man die spirituelle Ver\u00e4nderung des Geistes und erlebt bereits g\u00f6ttliche Lichtquanten und verbl\u00fcfft fragt der \u00dcbende sich: was ist das! Was ist das! Dabei verliert er die enge Bindung an die Familie und das Umfeld! Die f\u00fcnfte Ebene der Bereich von Mund und Hals. Ist diese Stufe erreicht, h\u00f6rt und spricht man nur von metaphysischen Themen, von sonst nichts! Unsere Stirn ist der Bereich der sechsten Ebene. Hier angekommen, begegnet der \u00dcbende der strukturellen Manifestation Gottes und m\u00f6chte ihn nun umarmen! Aber das gelingt ihm nicht, weil noch ein Hauch von Ego vorhanden ist! Wie bei einer Laterne. Du willst die Flamme ber\u00fchren, aber das ist nicht m\u00f6glich, weil ein Schutzglas das Vorhaben verhindert. Die letzte, also die siebte Stufe, befindet sich im Bereich der Kopfmitte. Dort verschmilzt der Geist in transzendenter Brillanz, erlebt Samadhi (die ultimative Versenkung) und erf\u00e4hrt die Gegenwart von Parabrahma!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nach der R\u00fcckkehr in die Normalit\u00e4t, ist der \u00dcbende nun fast ohne Bewusstsein und stirbt im Laufe von 21 Tagen! Nur epochale Pers\u00f6nlichkeiten (Nitya-Shiddhas) kehren zur\u00fcck, um sich den ihnen \u00fcbertragenen Aufgaben in der Welt zu widmen! Beispiele sind u.a. Balmiki, Vyasdeva, Shri Chaitanya!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD I. 62,63,64ff 28.10.1882, BD I. 76ff 14.12.1882)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bezugnehmend auf &#8222;Shiva-Samhita&#8220; \u00e4u\u00dferte Shri R.K., dass Ira, Pingala und Shushumna die drei virtuellen Kapillaren (Energiebahnen) sind. Im Shushumna befinden sich die Lotosbl\u00fcten &#8211; als Symbole f\u00fcr die Woge der Erkenntnis. Sie sehen aus wie Pflanzen aus Wachs, mit \u00c4sten und Zweigen. Die inaktive Shakti ruht in zusammengeringelter Schlangenform in Muladhara-Chakra. Das ist ein vierbl\u00e4ttriger Lotus. Die Urmutter (Adya-Shakti) ist in jedem K\u00f6rper gegenw\u00e4rtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf reiferer Stufe des Bhakti-Yoga, durch entsprechende zielgerichtete Meditation wird sie recht schnell wach und f\u00e4ngt an, sich in Richtung &#8222;Shahasrara&#8220; (tausendbl\u00e4ttriger Lotus) zu bewegen. Ohne Erwachen der Shakti ist eine Begegnung mit dem g\u00f6ttlichen Geist unm\u00f6glich!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD IV. 50ff, 24.12.1883, dto. 115,116ff 03.07.1884, dto. 237, 238ff, 09.08.1885)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>12) Die verschiedenen Schichten (skt. Kosha) des K\u00f6rpers und der Zustand nach &#8222;Samadhi&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Mensch ist umh\u00fcllt von vier Koshas (M\u00e4nteln). Die Sthula (grobstoffliche), Shuksma (feinstoffliche), Karana (kausale) und Mahakarana (erhabene Ebene).<\/p>\n\n\n\n<p>Wer die Mahakarana-Stufe erreicht hat, erlebt die ewige Stille. Aber das ist nicht die Abwesenheit von Ger\u00e4uschen, sondern eine Lichterflut von ultimativer Stille umh\u00fcllt. Der Shadhaka (der Strebende) verliert sich selbst! Wieder zu sich gekommen, kann er deshalb nichts von dem Erlebten berichten. Au\u00dferdem ist es nicht m\u00f6glich, auf der Meta-Karana-Ebene lange zu verweilen, so wie du auf der h\u00f6chsten Stufe der Tonleiter nicht lange ausharren kannst!<\/p>\n\n\n\n<p>Das k\u00f6nnen nur wenige Menschen, sie werden &#8222;ewigerleuchtet&#8220; (skt. Nitya-Shiddha) genannt, wie z.B. Shri Chaitanya Mahaprabhu!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD.II. 122ff., 28.09.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt Menschen, die haben ein paar Zeilen aus den Kommentaren der Advayta-Vedanta des Adi Shankaracharya in der \u00dcbersetzung gelesen und schon betrachten sie sich voller Stolz als bewanderter Jnana-Yogi und bieten <strong>&#8222;Wochenend-Kurse&#8220;<\/strong> an!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ein wahrer erleuchteter &#8222;Jnani&#8220; lebt sehr einfach, ohne jegliche Ego-Bindung. Doch dieser Zustand ist nur f\u00fcr denjenigen Menschen erreichbar, der die Metaebene, die Stufe der meditativen Verschmelzung, erklommen hat. D.h. eine Stufe also, auf der der Yogi in einem unaufh\u00f6rlichen Strom g\u00f6ttlicher Wellen lebt. Er sieht keinen Unterschied zwischen sich und all den anderen, und lebt jenseits der Ego-Begrenzung!<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist so: In der Sonne siehst du deinen eigenen Schatten, das ist Ego-Dominanz! Aber um zw\u00f6lf Uhr hast du keinen Schatten mehr von dir! Nach dem &#8222;Samadhi&#8220;-Zustand ist der &#8222;Aham-Schatten&#8220; nicht mehr wahrnehmbar!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD II. 203ff., 24.04.1885)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>13) Die Verschiedenheit in Bhakti-Marga<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt zwei Arten von Bhakti-Yoga: &#8222;Prema-Bhakti&#8220; und &#8222;Raga-Bhakti&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Prema-Bhakti&#8220; ist die hingebungsvolle Liebe zu Gott. Wie sie Shri Chaitanya Mahaprabhu lebenslang demonstrierte! Ohne diese tiefe Liebe ist die Begegnung mit der g\u00f6ttliche Seele unm\u00f6glich!<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Raga-Bhakti&#8220; hei\u00dft auch &#8222;Boidhi-Bhakti&#8220;. Das ist der Weg \u00fcber Rituale und Zeremonien. So viele Gebete wie m\u00f6glich, so oft wie m\u00f6glich eine Opfergabe, so h\u00e4ufig wie m\u00f6glich fasten, immer wieder eine Pilgerreise machen &#8212; all dies ernsthaft praktiziert, k\u00f6nnte schlie\u00dflich zum (&#8222;Prema-Bhakti&#8220;) &#8222;Raga-Bhakti&#8220; f\u00fchren!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide. K. BD.I. 79,80ff., 14.12.1882, dto. 185ff. 26.10.1884, BD.IV. 180ff., 02.10.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>14) Die Gnade Gottes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ohne die &#8222;Reinigung des Geistes&#8220;(skt.Chitta-Shuddhi), ist die Begegnung mit der g\u00f6ttlichen Seele nicht m\u00f6glich. Dein Geist ist wie eine Nadel aus Stahl und der Gottesgeist ist ein magnetischer Berg. Solange die Nadel umh\u00fcllt ist von Gier , Neid und Verlangen, wirst du die spirituelle Regung oder Sehnsucht kaum sp\u00fcren. Aber sobald du diese Umh\u00fcllung durch Hingabe, Gebete und Tr\u00e4nen abgetragen hast, wirst du unweigerlich durch den Magneten angezogen. Dann begegnest du deinem wahren Selbst!<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu ben\u00f6tigst du jedoch auch die g\u00f6ttliche Gnade, denn ohne sie ist nichts m\u00f6glich! Solange du die Haltung &#8222;ich bin der Chef&#8220; einnimmst und danach handelst, wird nichts geschehen. Es bleibt beim flehenden Gebet und bei Bitten wie:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Dehi Taba Padapallava Mudaram&#8220; ((Bitte gib\u00b4 mir deine Lotosf\u00fc\u00dfe)!<\/p>\n\n\n\n<p>Erst im Lichte der Gnade wird das G\u00f6ttliche erkennbar und wahrnehmbar! Gott ist wie die Sonne der Erkenntnis und Weisheit. Ein winziges Strahlen davon erm\u00f6glicht uns, die Welt, das Universum zu sehen, zu erkennen und auch zu bewerten. Wenn er uns mit einem Lichtstrahl aus seinem Antlitz leuchtet, dann geht unsere ewige Sehnsucht in Erf\u00fcllung!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. I. 88ff., 14.12.1882)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>15) Die Eigenschaften der drei &#8222;Gunas&#8220; (Primordiale Charakteristiken)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Frage: Ist die N\u00e4chstenliebe auch eine Fessel?<\/p>\n\n\n\n<p>Oh! Das ist ein sehr fortschrittlicher Aspekt! Selbstlose N\u00e4chstenliebe entsteht aus Sattva-Guna. Sattva-Guna bewirkt die Existenz; Rajas -Guna bewirkt das Erschaffen und Erhalten und Tamas-Guna sorgt f\u00fcr die Zerst\u00f6rung!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Parambrahma ist jenseits der Gunas!<\/p>\n\n\n\n<p>Sattva-Rajas-Tamas die drei sind Diebe! Ich erz\u00e4hle euch eine Geschichte:<br>Ein Waldbesitzer durchquerte einen Wald. Pl\u00f6tzlich tauchten drei Banditen auf und rissen sein Hab und Gut an sich. Einer der Diebe sagte: &#8222;Er kann uns verraten, besser bringen wir ihn um.&#8220; Der andere antwortete, dass sie sich diese M\u00fche sparen k\u00f6nnten, wenn sie die H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe des Waldbesitzers anbinden und ihn so liegen lassen w\u00fcrden. Das taten sie und suchten das Weite. Nach einer Weile kam der dritte Dieb zur\u00fcck und sagte zum Gefesselten:&#8220;Du leidest so sehr, komm, ich befreie dich von den Fesseln und bringe dich bis zur Hauptstra\u00dfe&#8220;. Der Dieb begleitete den Waldbesitzer bis zur Stra\u00dfe und empfahl noch ein St\u00fcck weiter zu gehen, denn hinter der n\u00e4chsten Biegung befinde sich schon sein Haus. Der befreite Man sagte daraufhin: &#8222;Du hast mich befreit und mir so sehr geholfen, komm doch mit in mein Haus. Ich w\u00fcrde mich sehr freuen!&#8220; Der dritte Dieb sagte leicht schmunzelnd:&#8220;Nein, ich darf nicht weiter gehen, denn die Polizei kann jederzeit auftauchen und mich verhaften&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wald ist das Leben. Hier befinden sich die drei-Guna -Banditen um die Tattvas (metaphysische Prinzipien) zu rauben. Tamas-Guna kann vernichten, Rajas-Guna fesselt Menschen in Samsara, Sattva-Guna kl\u00e4rt und sch\u00e4rft den Blick, befl\u00fcgelt den Geist, ebnet den spirituellen Weg, aber zeigt nur das Ziel!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber von der Wegweisung durch Sattva-Guna bis zur Parambrahma-Erkenntnis und -Erfahrung ist es noch ein weiter Weg, denn Parambrahma ist &#8222;Trigunatit&#8220; also Transzendenz!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD.I. 91Ff 22.07.1883, BD. IV. 91ff. 23.03.1884).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>16) Die Frage von Laster und Tugend<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Antwort ist Ja und Nein! Solange du &#8222;Aham&#8220;(Ego) beh\u00e4ltst, hast du auch die Differenzierung von Gut und B\u00f6se, Liebe und Last. Solange du das G\u00f6ttliche in dir nicht erlebst und erf\u00e4hrst, musst du mit der Bewertung durch das Gewissen leben! Nach der spirituellen Erfahrung bekommst du eine ganz andere Sichtweise auf Gut und B\u00f6se und wirst kaum in der Lage sein, etwas Untugendhaftes zu tun &#8211; weder direkt noch indirekt. Denn dann tr\u00e4gt Gott selbst dein Laster!<\/p>\n\n\n\n<p>Warum hat Gott \u00fcberhaupt das B\u00f6se in der Welt hervorgebracht? <strong>Die Theodizee Frage!!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist der Wille und das unerkl\u00e4rliche Spiel Gottes! In seinem magischen Netz von &#8222;Maya&#8220; (T\u00e4uschung und Verblendung) findet sich sowohl Erkenntnis als auch Unkenntnis. Die Dunkelheit ist notwendig um die Wertsch\u00e4tzung des Lichts zu glorifizieren. Wer die sechs kardinalen Leidenschaften (skt. Ripus) beherrscht, der ist in der Lage die spirituelle Erhabenheit zu erlangen. In der Natur wirst du die gleichen Gegens\u00e4tze vorfinden &#8211; s\u00fc\u00df und sauer, Heilpflanzen und Giftpflanzen. Ohne diese Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit, wie z.B. die Zuneigung zwischen dem M\u00e4nnlichen und dem Weiblichen, w\u00e4re der bunte Strau\u00df der Sch\u00f6pfung unm\u00f6glich!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: BD. V. 5ff. 02.04.1882, dto. 24ff, 12.12.1882)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>17) Die Stellung von Karma-Marga &#8211; heute!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K. Fragte einen Gl\u00e4ubigen namens Pratap:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Du hast doch England und Amerika besucht, welche Besonderheit ist dir bei den Menschen dort aufgefallen?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Pratap: Dort sind fast alle mit Arbeiten und dem Genie\u00dfen von Sinnesfreuden besch\u00e4ftigt, mit Ausnahme von einer Handvoll Menschen, der Rest schwelgt in Rajas- und Tamas-Guna!<\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K.: Das ist aber nicht spezifisch f\u00fcr den Westen. Hier gibt es das auch! Wei\u00dft du, das ist die Exposition von &#8222;Karma-K\u00e4nda&#8220;(Aktion-Veranstaltungen). Aber es sind rudiment\u00e4re Bestrebungen. Ohne Sattava-Guna (Hingabe, Gewissen, gewisse Zur\u00fcckhaltung, Empathie usw) ist es nicht m\u00f6glich, den Weg der Erhabenheit zu beschreiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits, ist es unm\u00f6glich, sich von T\u00e4tigkeiten vollst\u00e4ndig fernzuhalten, wie Vagavad-Gita sagt: deine Natur wird dich anhalten, die T\u00e4tigkeit auszuf\u00fchren. Deshalb sagt Shri Krishna in Vagavad-Gita &#8222;Ma F\u00e4leshu K\u00e4dachen\u00e4..&#8220; Also kein ergebnisorientiertes Handeln! Nicht mal ein streng-asketischer M\u00f6nch ist davon befreit!<\/p>\n\n\n\n<p>In Kali-Yuga, ist es kaum m\u00f6glich, die T\u00e4tigkeit (Karma), ohne latentes Verlangen auszu\u00fcben. Du denkst, dass du vollkommen frei von jeglichen pers\u00f6nlichen Erwartungen agierst, aber im Hinterkopf sammeln sich deine verborgenen W\u00fcnsche und du bist dir kaum dessen bewusst!<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb sage ich so oft, in Kali-Yuga ist der Bhakti-Yoga die Religion und der Weg! Mit hingebungsvoller Verehrung bete wie &#8222;Narada&#8220;(myth.Fig), sag\u00b4: Gott, gib mir Erkenntnis, gib mir Hingabe, beschr\u00e4nke meine T\u00e4tigkeiten nur auf die Erhaltung des Lebens. Die Arbeit, die ich tun muss, sollte ich nicht &#8222;ergebnisorientiert&#8220; durchf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Anbetung und Verehrung sind auch T\u00e4tigkeiten, jedoch erhabene!<\/p>\n\n\n\n<p>Fang an zu beten, zu meditieren, gehe immer weiter trotz der Widerst\u00e4nde, der Unlust, der Nackenschl\u00e4ge schreite voran ohne Unterlass!<\/p>\n\n\n\n<p>Nun h\u00f6r einer Geschichte zu:<br>Ein Holzf\u00e4ller traf im Wald einen Brahmachari (Asket), der ihm sagte: Gehe weiter, gehe immer weiter! Der Holzf\u00e4ller kam nach Hause und \u00fcberlegte die ganze Zeit, warum der Asket ihn aufgefordert hatte, immer weiter zu gehen. Am n\u00e4chsten Tag befolgte er die Anweisung und ging im Wald ein ganzes St\u00fcck weiter und entdeckte ein Waldst\u00fcck voller Sandelholz. Er freute sich sehr, holte das Holz und verkaufte es f\u00fcr viel Geld. Einige Zeit sp\u00e4ter erinnerte er sich , dass der Asket ihn doch aufgefordert hatte, immer weiter zu gehen. Da ging er im Wald wieder ein St\u00fcck weiter und entdeckte eine Silbermine, und er wurde noch reicher. Danach ging er immer weiter und weiter und fand Goldminen, Diamantenminen und wurde steinreich!<\/p>\n\n\n\n<p>Genau so, solltet auch ihr immer weiter gehen, beim kleinsten Erfolg euch nicht gleich ausruhen. Nach Silber,Gold und Platin findet ihr auch Diamanten als Form der Offenbarung des Allm\u00e4chtigen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD.I. 126ff \/ 127ff. 15.06.1884; BD.II. 174ff. 25.10.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wei\u00dft du was &#8222;Dharma&#8220;( Religion) bedeutet? Heute versteht man darunter nur Rituale, Dogmen (skt.Bodhi-Dharma). Das entspricht dem Karma-Yoga. Dieser Karma-Yoga im Sinne von Vagavad-Gita ist f\u00fcr die Menschen der Gegenwart nicht praktikabel!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD,II. 161ff. 11.10.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>18) Die Stufen der Erleuchtung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>a) Wer gerade angefangen hat, sich entsprechend um Erkenntnis zu bem\u00fchen und zu beten, um Gottes Gegenwart zu erfahren, hei\u00dft &#8222;Probartak&#8220; (Novize\/Vorsteller). Er streicht sich Chandanpaste auf die Stirn, tr\u00e4gt eine Girlande um den Hals und f\u00fchrt einige rituelle Handlungen durch.<\/p>\n\n\n\n<p>b) Der &#8222;Shadhaka&#8220;( fortgeschrittener Gl\u00e4ubiger) hat sich weiter entwickelt. Er braucht keine Ausstattung und Exposition mehr. Er hat nur einen Zweck und ein Ziel &#8211; die Begegnung mit dem g\u00f6ttlichen Licht!<\/p>\n\n\n\n<p>c) Der &#8222;Shiddha&#8220; (w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt: gegart) nimmt die Anwesenheit Gottes intuitiv wahr! Wenn er in dieser Phase, anstatt fortzufahren, nur um seine weltliche Wunscherf\u00fcllung bittet, wie z.B.um die Erlangung von magischen F\u00e4higkeiten oder Zukunftsschau, Krankenheilung usw., bekommt er das Erbetene zum Geschenk. Aber das Antlitz Gottes zu schauen bleibt ihm verwehrt! Das hat Shri Krishna an Arjuna selbst best\u00e4tigt!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. I. 149ff. 19.10.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>d) Der &#8222;Shiddhas\u00b4 Shiddha&#8220;( weiter Fortgeschrittener) pflegt, je nach emotionaler Neigung, eine Beziehung zu Gott, wie zu einem Freund beispielsweise oder zu einem Diener oder Sohn.<\/p>\n\n\n\n<p>Der normale Mensch erreicht h\u00f6chstens einen emotionalen Zustand (skt. Bhaba).Die g\u00f6ttlichen Entit\u00e4ten jedoch erklimmen den transzendenten Einheitszustand (skt. Maha-Bhaba). Sri Gauranga Mahprabhu hat alle &#8222;Bhaba-Phasen&#8220; demonstriert:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die Phase der &#8222;inneren Absorption&#8220; (skt. Antar D\u00e4sha), in diesem Zustand glich er fast einem Toten.<\/li><li>In der Phase des &#8222;Halb-\u00c4u\u00dferen&#8220;(skt.Ardha-Badjh\u00e4-D\u00e4sha) konnte er noch tanzen.<\/li><li>Schlie\u00dflich, erreicht er die Phase des &#8222;\u00c4u\u00dferen&#8220; (skt.Badjh\u00e4-D\u00e4sha), in dieser Phase war er in der Lage zu tanzen und zu singen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD.IV. 25ff. 18.08.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>In sich versunken murmeln ist besser als Gottesdienste zu zelebrieren\/abhalten\/besuchen!<\/li><li>Vertiefte Meditation ist besser als murmeln!<\/li><li>Integration in eine emotionale Haltung (Bhaba) ist eine h\u00f6here Form also wertvoller als Meditation!<\/li><li>Emotionale Transzendenz, eingetaucht in die Liebe zu Gott, ist eine h\u00f6here Form als eine blo\u00dfe emotionale Haltung. Sri Chaitanya Mahaprabhu befand sich fast immer auf dieser Ebene! Ja, in dieser bewegenden Liebe zum Gott, bekommt man &#8222;<strong>das Seil&#8220;,<\/strong> mit dem man sogar Gott fangen kann!<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. IV. 193ff. 02.10.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man die transzendente Verschmelzung erreicht hat, wird der Gl\u00e4ubige Brahmas Protuberanzen erleben! Nun ist er von jeglicher T\u00e4tigkeit wie Beten und Gottesdienste zelebrieren befreit! Wie wenn du zum Beispiel von einem bekannten Musiker und seiner Musik erz\u00e4hlst und er pl\u00f6tzlich pers\u00f6nlich erscheint. Dann brauchst du nichts mehr beschreiben. Du kannst jetzt einfach in seiner Musik eintauchen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. V. 13ff. 02.01.1882)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>19) Die Bedeutung der &#8222;Shastras&#8220; ( die heiligen Schriften)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wirst du in den &#8222;Shastras&#8220; (Offenbarungen), Tattvas (Prinzipen) und Sutras (Leitfaden) Gott begegnen?<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht streift dich ein Verdacht, eine schwankende Implikation, ein diffuser Zusammenhang, eine zweifelhafte Metaphorik &#8211; mehr auch nicht! Gott wirst du in all den heiligen Schriften und in den unz\u00e4hligen rhetorischen Dichtungen und der Exegetik niemals finden!<\/p>\n\n\n\n<p>Durch deine Erz\u00e4hlkunst, das Rezitieren tausender Slokas (Verse) aus den Veden, Vedanten, Puranas oder sonstigen sakralen Evangelien also Verk\u00fcndigungstexten, kannst du vielleicht den Menschen beeindrucken, aber Gott nicht!<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne die Gnade Gottes wird nie etwas gelingen! Deshalb musst du eintauchen, ja untertauchen! Die leuchtenden gro\u00dfen Perlen liegen auf dem Grund des Meeres. Daher hilft es dir nicht, auf der Oberfl\u00e4che zu paddeln. Du muss tiefer tauchen, um diesen Schatz zu bergen. Durch die Gnade Gottes wirst du ihn nicht nur begegnen, sondern er wird mit dir in Dialog treten!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. I. 150\/151ff 19.10.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gem\u00e4\u00df deiner Neigung kannst du ein &#8222;Shastra&#8220; lesen. Dann aber leg das Buch weg und fang an einen der Wege entschlossen zu beschreiten. Ein Junge arbeitete im Norden und wollte in den Ferien nach Hause. Die Mutter schrieb, dass er 5kg S\u00fc\u00dfigkeiten und ein paar &#8222;Saris&#8220; mitbringen solle. Er hatte den Brief verlegt und nun suchte er ihn \u00fcberall verzweifelt. Schlie\u00dflich fand er ihn doch, las ihn und merkte sich die Artikel, die er mitbringen sollte, warf den Brief weg und ging los, die gew\u00fcnschten Artikel zu besorgen!<\/p>\n\n\n\n<p>Nur solange du dir den Inhalt des Briefes nicht richtig eingepr\u00e4gt hast, brauchst du den Brief! Danach hast du nur noch die Aufgabe, entsprechend aufmerksam und beharrlich zu handeln!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. I. 195ff. 11.03.1885; BD. II. 174ff. 19.09.1884; dto. 199ff. 02.10.1884; BD.V. 69ff. 22.09.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Denk daran:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Nicht der Wind, sondern das Segel bestimmt die Richtung!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>20) Was bedeutet das Wort &#8222;OMKAR&#8220;?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ich vergleiche &#8222;OMKAR&#8220; mit einem Gongschlag &#8222;t-a-a-m-m&#8220;. Die Aufl\u00f6sung der Fraktion in die Vollkommenheit, also die \u00dcberf\u00fchrung der Vielfalt und des Manifesten, anschlie\u00dfend die Liquidation des Wach-, Traum- und Schlafzustandes in spiritueller Transzendenz!<\/p>\n\n\n\n<p>Dann erneut ein Gongschlag, und dessen Schall l\u00f6st einen Wellenschlag im Ozean des Seins aus &#8211; und das Spiel des Ewigen, Unendlichen in der Beschr\u00e4nkung, der \u00dcberf\u00fchrung des Feinstofflichen ins Grobstoffliche, der Manifestation der Sch\u00f6pfung in Form, Figur und Farbe, Geist und Gesang beginnt erneut! Das Sein kehrt sich ins Werden. Aber dieser Wellenschlag des Meeres wird wieder Ozean. Er wird zu nichts &#8211; weder das Licht noch die Dunkelheit bleiben \u00fcbrig!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kreislauf bewegt sich vom Absoluten ins Relative, vom Ewigen ins Tempor\u00e4re, von der Einheit in die Vielfalt, von der Bedingungslosigkeit in die Bedingtheit und nach deren vollkommener Aufl\u00f6sung, im Absoluten wieder vom Absoluten ins Relative!<\/p>\n\n\n\n<p>ich habe das bildhaft gesehen! Ma (die g\u00f6ttliche Mutter) hat mir gezeigt, wie aus dem Meer des reinen Bewusstseins (skt. chit-Schamudram), auf der B\u00fchne dieses ewig leuchtenden Meeres der Divinit\u00e4t das Sch\u00f6pfungsdrama entsteht und vergeht!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df nicht, was eure schlauen B\u00fccher alles schreiben!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide. K. BD. I. 180ff. 26.10.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>21) Das spezifische Non-Dualit\u00e4ts-Prinzip des Philosophen Ramanujacharya<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was Adi Shankaracharya gepr\u00e4gt hat, also das Einheitsprinzip (skt.Advayt\u00e4-Vad\u00e4), ist genau so wahr, wie Ramanujas Lehre vom spezifischen Non-Dualit\u00e4ts -Prinzip (skt. Vishisht\u00e4-Advayt\u00e4-Vad\u00e4). Da fragte Swami Vivekananda (12.01.1863 &#8211; 04.07.1902), Shri R.K.s Lieblingssch\u00fcler, nach der Bedeutung von Ramanujas These.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Antwort von Shri R.K. lautete:<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, Ramanujas Erfahrung beschreibt, dass sich die gesamte sichtbare und unsichtbare, wahrnehmbare und nicht wahrnehmbare Manifestation der Sch\u00f6pfung im Brahma selbst befindet. Er ist also immanent und transzendent zugleich!<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Frucht besteht zum Beispiel aus der Schale, dem Fruchtfleisch und dem Kern. Um das Gesamtgewicht zu ermitteln, musst du die ganze Frucht wiegen, und nicht nur einen Teil davon! Ein Teil ist immer ein St\u00fcck vom Ganzen, und diese unermessliche Ganzheit ist Brahma selbst! Das ist die Feststellung von Ramanujacharya!<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>vide: K. BD.I. 201ff. 19.03.1885)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>22) Kenntnis, Unkenntnis und Transzendenz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Lesen, h\u00f6ren, lernen vermittelt Kenntnis. Durch stetige, ernsthafte und hingebungsvolle Bem\u00fchung erlangt man Erkenntnis. Aber versuche, in die Sph\u00e4re jenseits davon vorzudringen. Dort liegt die Ebene des transzendenten Erlebens und Erfahrens!<\/p>\n\n\n\n<p>Du hast zum Beispiel einen Dorn im Fu\u00df. Nun, um diesen Dorn zu entfernen, brauchst du einen geeigneten zweiten Dorn. Nachdem du dich von dem Dorn befreit hast, schmei\u00dft du die beiden Dornen weg!<\/p>\n\n\n\n<p>Der erste Dorn ist die Kenntnis, der zweite Dorn ist die Erkenntnis. Lass alle beide hinter dir, bem\u00fche dich weiter und erreiche die h\u00f6chste metaphysische Ebene!<\/p>\n\n\n\n<p>Im Ramayana-Epos fragte Laksman seinen Bruder Rama: &#8222;Bruder, ich bin sehr erstaunt zu sehen, dass der erkenntnisreiche Weise Vashistha wegen seines verstorbenen Sohns so verzweifelt weinte!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Rama antwortete: &#8222;Lieber Bruder, wer Erkenntnis besitzt hat auch Kenntnis, wer das Licht kennt ,der kennt auch die Dunkelheit, wer die Freude kennt, der kennt mit Sicherheit auch die Trauer. Deshalb solltest du dich bem\u00fchen, die Kenntnis und die Unkenntnis gleicherma\u00dfen zu \u00fcberwinden, um dorthin zu gelangen, wo all diese Dualit\u00e4ten wie Tugend &#8211; Tadel, Riten &#8211; Dogmen, rein &#8211; unrein, Freude \u2013 Schmerz, abwesend sind!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD.V. 134ff. 16.02. 1885)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nur passives H\u00f6ren und Lesen bringt nichts. Etwas M\u00fche, also aktives Tun, ist unbedingt erforderlich. Du willst doch erfahren, wie sich Heiterkeit anf\u00fchlt! Wenn du eine Flasche Wein kaufst und sie dein Leben lang unter dem Arm tr\u00e4gst, wird sich dein sehnlicher Wunsch, mal beschwipst zu sein, nicht erf\u00fcllen, auch wenn du die Flasche riechen kannst oder mit dem Wein deinen K\u00f6rper einreibst. Tausendmaliges Wiederholen &#8222;Ich m\u00f6chte angeheitert sein&#8220; hilft ebenfalls nicht! Du musst dir die M\u00fche machen also aktiv werden, die Flasche zu \u00f6ffnen und von dem Wein trinken!<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb Lesen, H\u00f6ren ,Reden &#8211; all das hilft kaum. Um schwimmen zu k\u00f6nnen muss du ins Wasser springen!<\/p>\n\n\n\n<p>Die besondere Erkenntnis ist ein sehr tiefgr\u00fcndiges, umfassendes Erleben auf der Meta-Ebene, genannt &#8222;Bijnana&#8220;( Meta-Erfahrung)! Wenn jemand zum Beispiel nur von Milch geh\u00f6rt hat ist er unwissend, wenn jemand die Milch gesehen hat ist er wissend, aber jemand, der die Milch getrunken hat und dadurch auch gute Gesundheit erlangt, der besitzt die transzendente Erkenntnis!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K.BD II. 91ff. 05.04.1884; dto. 209ff. 29.10.1885)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>23) Das g\u00f6ttliche Licht leuchtet in jedem Lebewesen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der N\u00e4he eines Waldes befand sich ein M\u00f6nchskloster. Dort lebten Bettelm\u00f6nche. Eines Tages war der Abt unterwegs und wurde Zeuge einer Pr\u00fcgelei. Sofort ging er dazwischen, um zu schlichten. Dabei bekam er heftige Schl\u00e4ge auf den Kopf, er ging zu Boden und wurde ohnm\u00e4chtig. Allm\u00e4hlich wurde es dunkel und die Klosterbr\u00fcder vermissten ihn. Sie gingen hinaus, um den Abt zu suchen und fanden ihn bewusstlos vor. Er wurde ins Kloster getragen, aber er kam nicht zu sich. Jemand brachte ihm dann warme Milch und fl\u00f6\u00dfte ihm diese ein. Da \u00f6ffnete er die Augen und blickte sich um.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ein Klosterbruder fragte: &#8222;Ehrw\u00fcrdiger, erkennst du den, der dir die Milch einfl\u00f6\u00dfte?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Darauf antwortete der Abt: &#8222;Ja, das ist der Mann, der mich zuvor geschlagen hatte. Nun gibt er selbst mir die warme Milch zu trinken!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr kennt doch &#8222;Sh\u00e4rb\u00e4 Bhutestu Atmanam&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne &#8222;ultimative Erkenntnis&#8220;, wird man diesen Zustand des Geists nicht erreichen k\u00f6nnen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. II. 26ff. 08.04.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>24) Hingebungsvolle Liebe und Meditation.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>a) Die Liebe zu Gott mit voller Hingabe, ist f\u00fcr euch nicht so einfach. Eine g\u00f6ttliche Entit\u00e4t wie Shri Chaitanya Mahaprabhu hat diesen ph\u00e4nomenalen Zustand wiederholt demonstriert. Es gibt zwei Anzeichen, die auf diese Haltung und Situation hindeuten.<\/p>\n\n\n\n<p>Erstens, wenn das Umfeld, ja die Welt versinkt und Platz macht, f\u00fcr einen Raum f\u00fcr polymorphe also vielgestaltige Wahrnehmung der Divinit\u00e4t. Zweitens, wenn die Liebe zu sich selbst verschwindet und damit der K\u00f6rper, also das K\u00f6rperbewusstsein!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. II. 28ff. 08.04.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>b) Wie vor Beginn einer Theatervorstellung, wo \u00fcber dies und das geredet wird, aber wenn der Vorhang sich hebt und das St\u00fcck beginnt, sind alle still. Unser Blick und die gesamte Wahrnehmung konzentriert sich dann auf die Geschehnisse auf der B\u00fchne. So musst du dir die Absorption w\u00e4hrend der Meditation vorstellen diese anstreben!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD.II. 183ff. 27.12.1884; BD. V. 19ff. 15.11.1882)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>25) Haben die Menschen einen freien Willen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>a) Alles unterliegt der g\u00f6ttlichen Macht und Vorstellung, die Steuerung sowie die Ausf\u00fchrung. Sie hat unz\u00e4hlige, sehr unterschiedliche Erscheinungsformen hervorgebracht &#8211; kleine, gro\u00dfe, starke, schwache, auch gute und b\u00f6se. All das ist wie ein Kaleidoskop ihrer spielerischen Aktivit\u00e4ten &#8212; die Plasmastr\u00f6me der Maya-Sonne! Schau doch diese Gartenanlage an. Nicht jeder Baum ist gleich gro\u00df, nicht jede Frucht ist s\u00fc\u00df. Solange du das Licht des Erhabenen nicht gesehen hast, wirst du dich als frei und selbstst\u00e4ndig im Denken und Handeln betrachten. Diese Konfusion und Verblendung ist ebenso sein Wille, denn ansonsten w\u00fcrdest du dich st\u00e4ndig gewissenlos und unethisch verhalten!<\/p>\n\n\n\n<p>Nur nach der Erlangung der ultimativen Erkenntnis wird ein Mensch mit voller \u00dcberzeugung sagen: Herr! ich bin nur eine Maschine, ein Handwerkzeug, aber du bist der F\u00fchrer, der Meister; ich bin ein Haus, aber du bist der Hausherr; ich bin ein Fahrzeug, aber du bist der Fahrer. Ich bewege mich dorthin, wohin du mich willst und ich spreche dir nach, was du mir im Geiste beschreibst!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. II. 38ff. 15.04.1883; BD.IV. 51ff. 05.01.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>b) Solange diese Haltungen vorhanden sind, bist du unwissend (skt.Ajnana). Ich bin ein Gelehrter, ich bin ein Weiser, ich bin reich, ich bin eine geachtete \u00f6ffentliche Pers\u00f6nlichkeit, ich bin Chef, Vater, Guru. Alle solche Selbsteinsch\u00e4tzungen entstehen aus tiefer Unwissenheit!<\/p>\n\n\n\n<p>Nur durch eine Haltung der Demut (skt. Trin\u00e4dopi S\u00e4nichen\u00e4) erlangst du die innere Stille. Wie ein B\u00fcndel Holz &#8211; wenn es brennt, dann entsteht Hitze und Feuer. Nachdem es verbrannt ist h\u00f6rt und sp\u00fcrt man weder Ger\u00e4usch noch W\u00e4rme, es bleibt nur die Stille &#8211; der Friede (skt. Shanti)!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide. K. BD. IV. 222,223 ff. 14.07.1885)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>26) Shri R.K. beschreibt die einzelnen Sakral-Expositionen (heiligen Erscheinungszust\u00e4nde) von Sri Chaitanya Mahaprabhu<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wei\u00df du, Shri Chaitanya befand sich immer wieder in einer Phase, in der sich das Sakrale und Metaphysische zum Ausdrucks brachte:<\/p>\n\n\n\n<p>a) Weltliche Phase (skt. Badjy\u00e4 D\u00e4sa): Er war in der Lage zu singen (skt.Nam Sh\u00e4mkirtana) und zu tanzen. Sein Geist ruhte in der Grob- und Feinstofflichkeit!<\/p>\n\n\n\n<p>b) Mittlere weltliche Phase (skt. \u00c4rdha-Badjy\u00e4-D\u00e4sa): Er war in der Lage ganz mechanisch zu tanzen, w\u00e4hrend sein Geist im sakralen Licht und der Freude ruhte!<\/p>\n\n\n\n<p>c) Phase der tiefen Versenkung, ohne Transfiguration (skt. Nirbik\u00e4lpa S\u00e4madhi): Sein Geist war aufgel\u00f6st im Ozean der transzendenten Divinit\u00e4t (G\u00f6ttlichkeit).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. VD. II. 25ff. 18.06.1883; dto 75,76ff. 09.12.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>27) Stellung und Status der Frau<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Alle Frauen sind eine weltliche Emanation, also Ausdrucksform von Shakti, ja, von &#8222;Adya- Shakti&#8220;( rudiment\u00e4re Energie). Sie erscheint in Gestalt von M\u00e4dchen und Frauen. In &#8222;Adhyatma- Ramyana&#8220; sagt Narada (myth.Fig,) zu Rama: Herr, du bist die Ursch\u00f6pfung alle m\u00e4nnlichen und alle weiblichen Repr\u00e4sentanten gehen aus Sitadevi hervor. Du bist Indra &#8211; Sita ist Indrani. Du bist Shiva &#8211; Sita ist Shivani. Du bist Krishna &#8211; Sita ist die Radhadevi. Du bist ein Mann und Sita ist eine Frau!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. II. 83ff. 14.12.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ob als Statue oder im realen Leben, ob als Abstraktion oder in der Realit\u00e4t, erscheint im Hinduismus die Mutter in unglaublicher Vielfalt. W\u00e4hrend eines Spaziergangs, sah ich eine in einen blauen Sari gekleidete Frau unter dem &#8222;Banyan-Baum&#8220; stehen &#8211; eine Prostituierte! Pl\u00f6tzlich erschien mir &#8222;Ma Kali&#8220;. Sehr erstaunt sagte ich, &#8222;Mutter, in einer solchen Weise manifestierst du dich auch!&#8220; Deshalb sag ich euch: verehrt alle Frauen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. II. 143ff. 01.10.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>28) Anahata Shabda (Die ununterbrochene Schwingung und Vibration)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Anahata Shabda&#8220; findet immer und stetig statt. Es ist eine symbolhafte Evidenz, die die Existenz der ultimativen Realit\u00e4t unterstreicht! Das nennt man auch &#8222;Nada-Brahma&#8220;. In der Stille der Nacht sind die erleuchteten Yogis in der Lage, im Bereich des &#8222;Anahata-Chakra&#8220; ( Solarplexus), diese immanenten Schwingungen wahrzunehmen. Sie folgen im Geiste dem Ursprung dieser Vibration und erreichen die Metaebene. Dort existiert weder ein Du noch ein Ich, weder die Singularit\u00e4t noch die Pluralit\u00e4t!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide. K. BD. V. 112ff. 09.03.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>29) Wie glaubw\u00fcrdig ist die Reinkarnation? Gibt es ein Jenseits?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Solange dem Menschen nicht bewusst wird, wer er eigentlich ist, er also in der Erhabenheit des Geistes nicht beseelt ist und die Metamorphose des Bewusstseins nicht vollendet hat, muss er immer wieder zur\u00fcck in den Kreislauf des Lebens kommen! Aber wenn du die Selbsterkenntnis erlangt hast, bist du f\u00fcr immer von &#8222;Samsara&#8220; befreit und tauchst als eine Puppe aus Salz in den Ozean der Ewigkeit ein!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Feuer der Erkenntnis wird den Reifungsprozess beenden. Denn aus einem gekochten Reiskorn w\u00e4chst keine neue Reispflanze!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide. K. BD. II. 90ff. 05.04.1884; BD.V. 198ff. 09.12.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>30) Die eingeschr\u00e4nkte Geisteshaltung durch die \u00dcberbewertung von Lehren, Dogmen und Doktrinen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Jnana-Yogi sagt, dass Gott ohne Form und Begrenzung und ewig ist. Falls du mit vollem Ernst und voller Hingabe diesen Weg weitergehst, dann wird dich der Erhabene mit Sicherheit \u00fcber seine Natur und seine universelle Manifestation in Kenntnis setzen!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es ist grundfalsch zu behaupten, dass nur das was ich verstehe, zu wissen glaube und vehement predige, zutreffend ist und alle anderen auf dem Holzweg sind!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich betrachte mit Unbehagen, wie sich die Hindus, z.B. Jnana-Yogis, Shaktas, Vaishnavas und auch die Muslims sowie die Christen gegenseitig diffamieren! <strong>Dieser Ausschlie\u00dflichkeitsanspruch ist ein<\/strong> <strong>absoluter Irrtum!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ob Shri Krishna oder Shiva, ob die Ur-Mutter oder Allah oder der Gottvater von Jesus Christus &#8211; das alles sind Versuche, den selben nur den einen zu definieren!<\/p>\n\n\n\n<p>Rama mit tausend Namen!!<\/p>\n\n\n\n<p>Alle trinken Wasser aus dem selben Teich, aber da sagt einer voller Stolz: &#8222;Das ist mein <em>Wasser<\/em>&#8222;. Der andere sagt: &#8222;Nein, das ist mein <em>Water<\/em>\u201c. Der Dritte sch\u00fcttelt den Kopf und behauptet felsenfest, dass es in Wahrheit sein <em>Aqua<\/em> ist, usw.. Jeder versucht also verbissen, seine Terminologie als Nonplusultra zu verteidigen und durchzusetzen und stigmatisiert damit den andern als Ungl\u00e4ubigen, als Heide oder Kafr!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Saccidananda Brahma in Veda, der Scchidananda Shiva in Tantras, der Sccidananda Sri Krishna in Puranas &#8211; alle reden und predigen von dem selben!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. II. 98ff. 05.04.1883; dto. 117ff. 26.09.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>31) Der Status und die Stellung von Vater und Mutter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mutter und Vater sind f\u00fcr uns kein zuf\u00e4lliges Ereignis, sondern immer ein Weckruf f\u00fcr die Metamorphose des Bewusstseins im Treibsand unserer spezifischen Lebenschronik. Ohne Zustimmung und Segen der Eltern wirst du nichts erreichen!<\/p>\n\n\n\n<p>Shri Chaitanya Mahaprabhu, die g\u00f6ttliche Entit\u00e4t, hatte sich ernsthaft dem M\u00f6nchstum verschrieben, aber nur mit Zustimmung von Satchimata!<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder Mensch hat einige &#8222;Rin&#8220; (Verpflichtung, Verantwortung, Schuldigkeit) gegen\u00fcber seinen Eltern, seiner Familie usw.. Wenn du diesen Menschen Leiden verursachst, wirst du in spiritueller Hinsicht keine Fortschritte erzielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur f\u00fcr einen unter Abermillionen, der sich im g\u00f6ttlichen Liebesrausch verliert &#8211; f\u00fcr ihn gibt es weder Mutter noch Vater oder Gemahlin! Er ist von allen Verpflichtungen und von aller Schuld und Verantwortung befreit! Ein gl\u00e4nzendes Beispiel ist wieder Sri Gauranga Mahaprabhu! In einem solchen seltenen Fall ist Gott selbst der &#8222;Kuli&#8220; und tr\u00e4gt die Last f\u00fcr seinen ergebenen Verehrer!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD.II. 100ff. 05.04.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dann zitierte der Gl\u00e4ubige namens Ishan einige Zeilen aus &#8222;Chandi&#8220;, so, wie die g\u00f6ttlichen Entit\u00e4ten f\u00fcr die Gnade Para-Brahmas, zuerst die Devi Chandi (die Shakti) gebetet hatten:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Tvam Svaha, Tvam Svadha, Tvamahi Bashatkara.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>(vide: Markandeya Chandi 72-90ff)<\/p>\n\n\n\n<p><em>(<strong>Bemerkung<\/strong>: Eine w\u00f6rtliche \u00dcbersetzung dieser Zeile aus dem Sanskrit ist f\u00fcr mich, auf Grund fehlender Synonyme auf Deutsch, nicht m\u00f6glich!)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nur sinngem\u00e4\u00df:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mutter! Du bist der Sinn und Geist, inh\u00e4rent in allen g\u00f6ttlichen Auff\u00fchrungen, Handlungen; der Klang, die Melodie und die immanente Bedeutung aller Mantras. Du bist der Nektar, das Elixier f\u00fcr die Entit\u00e4ten. Mutter, du Ewige, du manifestierst dich in jeder Silbe, in jedem Buchstaben, als lange, kurze und als verborgene Form. Du bist auch die kaum Aussprechliche und Unaussprechliche. In den Veden bist du die Abstraktion als Shabitri. Verehrte Devi, du bist die Urmutter, denn aus dir entsteht und besteht die gesamte Sch\u00f6pfung und du wirst auch den apokalyptischen Untergang der Sch\u00f6pfung selbst zelebrieren. Verehrte Mutter, du bist die Erbauerin und Gestalterin (skt. Shristirupa), die Erhalterin (skt. Sthitirupa) und am Ende auch die vollkommene Zerst\u00f6rerin (skt. Shamharrupa).<\/p>\n\n\n\n<p>Bitte, Mutter, nimm unsere Ehrerbietung entgegen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. II. 160ff. 11.12.1884; dto. 180ff. 02.10.1884; BD. V. 28ff. 09.03.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>32) Die Bildergalerie im Zimmer von Shri Rama Krishna<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>An den Zimmerw\u00e4nden von Shri R.K. hingen einige Bilder von G\u00f6ttern und Heiligen. So zum Beispiel von Devi Swarasvawati (G\u00f6ttin der Weisheit), Ma Kali (Ur-Mutter), Dhruba und Prahlada (mythische Figuren), und auch von Jesus Christus wie er Apostel Petrus aus dem Wasser hilft.<\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K. zeigte solche Bilder den Anwesenden und sagte, dass man Bilder von Heiligen und G\u00f6ttern im Zimmer aufh\u00e4ngen und jeden Morgen den ersten Blick auf diese werfen sollte, denn solche erleuchtete Seelen seien f\u00fcr den Geist eine lebendige spirituelle Inspiration und w\u00fcrden die spirituelle Entwicklung beg\u00fcnstigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD.II. 148ff. 11.10.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>33) Die einfachste und k\u00fcrzeste Beschreibung der Essenz aus ca. dreitausendj\u00e4hrigen hinduistischen religionsphilosophischen Skripten und Auslegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist nicht gut, zu viele Skripte zu lesen .Das k\u00f6nnte negative Folgen haben. Was du zu beherzigen brauchst, ist lediglich die Kernaussage! Dann tauche unter, um zu erfahren wer du bist!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe im Tempel zu &#8222;Ma Kali&#8220; gefleht:<\/p>\n\n\n\n<p>Ma, ich bin ungebildet und dumm. Bitte sage mir, was in den Veden, Vedanten, Puranas und der Vagavad-Gita steht!<\/p>\n\n\n\n<p>Ma lie\u00df mich wissen, die Essenz all der Skripte ist Brahma, die ultimative Wahrheit! Wer in den Veden Saccidananda-Brahmma ist , ist in Tantrashastra der Saccidananda Shiva, und in Puranas ist es Saccidananda Krishna! Und die Kernaussage der Vagavad-Gita erf\u00e4hrst du, wenn du das Wort Gita einige Male wiederholst, n\u00e4mlich &#8222;T\u00e4yagi, T\u00e4yagi&#8220; also Abstand, Verzicht, Entsagung!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD.IV. 25ff. 18.06.1883; dto. 175ff. 19.09.1884; BD. V. 132ff. 22.02.1885)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>34) Die Mysterien im Leben von Shri R.K., erz\u00e4hlt von ihm selbst.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Erlangung der Erleuchtung hatte Shri R.K. sehr oft Visionen. Hier einige Beispiele:<\/p>\n\n\n\n<p>a) In Begleitung des Schwiegersohns von Rani Rashmoni war ich in Brindabon. Als ich an der Badebucht in Mathura ankam, sah ich pl\u00f6tzlich wie Bashudev (der Vater von Shri Krishna) mit Shri Krishna als Bub auf dem Arm, dem Jamuna- Fluss \u00fcberquerte!<\/p>\n\n\n\n<p>Einmal sah ich dort am Sp\u00e4tnachmittag, wie der Kuhhirte die Kuhherde durch den Jamuna Fluss hindurch zum Stall f\u00fchrte. Kaum erschien mir das Bild vor Augen, schrie ich: &#8222;Wo ist Shri Krishna&#8220; und fiel sofort in Ohnmacht!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. IV. 48ff. 24.12.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>b) Eines Tages sah ich pl\u00f6tzlich Shiva und Shakti in Vereinigung. Ob Mensch, Tier, die Pflanzenwelt, \u00fcberall die Omnipr\u00e4senz von Shiva und Shakti, eingeschmolzen in den spektakul\u00e4ren Variationen der Sch\u00f6pfung.<\/p>\n\n\n\n<p>c) Dann sah ich einen Berg von menschlichenSch\u00e4deln und ich sa\u00df meditierend mittendrin!<\/p>\n\n\n\n<p>d) Ich sah eines Tages einen riesigen Ozean vor mir, und ich ging als Salzpuppe hinein, um die Tiefe zu erfahren, dann wurde ich wie zu Stein und sah ein Schiff sich n\u00e4hern und ich kletterte hoch auf das Schiff und sprang als Fisch wieder ins Wasser.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. IV. 56\/67ff. 02.01.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>e) Ich habe, auch in Begleitung, Benares besucht. Unser Boot fuhr an &#8222;Mani-Karnika&#8220;(eine ber\u00fchmte Badebucht) vorbei. Pl\u00f6tzlich sah ich das g\u00f6ttliche Bild von Shiva. Erst stand er am Ufer, dann kam er allm\u00e4hlich n\u00e4her zu mir und schlie\u00dflich verschwand er in meinem K\u00f6rper. Ich war in &#8222;Samadhi&#8220; (kontemplative Versenkung), aber im Stehen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. IV. 221ff. 14.07.1885)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>f) In der Anfangsphase in &#8222;Samadhi&#8220; fing mein K\u00f6rper zu leuchten an. Der Brustbereich wurde knallrot. Da sagte ich: &#8222;Mutter, bitte keine \u00e4u\u00dferlich sichtbare Manifestation, nur im Herzen! Sonst werden die Menschen in Scharen herpilgern und meinen weiteren Lebensweg beeintr\u00e4chtigen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. IV. 240ff. 09.08.1885)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>35) Viele Ansichten, viele Wege<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schenke deinem Weg festen Glauben und festes Vertrauen! Dann schreite fort, unbeirrt und fest entschlossen. Betrachte Niederlagen als ermutigende Herausforderungen!<\/p>\n\n\n\n<p>Denke daran:&#8220;Nicht wer hinf\u00e4llt, ist ein Verlierer sondern der, der liegen bleibt&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Du willst auf das Dach eines mehrst\u00f6ckigen Hauses steigen. Daf\u00fcr kannst du die Treppe, den Lift, die Leiter oder ein Ger\u00fcst zu Hilfe nehmen. Aber halte nicht nur ein Bein auf der Treppe, und das andere woanders!<\/p>\n\n\n\n<p>Vermeide Vorurteile den anderen Wegen und Meinungen gegen\u00fcber. <strong>Ein &#8222;Ausschlie\u00dflichkeitsanspruch&#8220;, ist ein untr\u00fcgliches Zeichen von Unreife!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD.IV. 135ff. 07.09.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>36) Ist Gott wirklich wahrnehmbar?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja! aber er ist au\u00dferhalb von weltlichem Verlangen. In einem offenen Geist und einer hingebungsvollen Seele ist er gegenw\u00e4rtig!<\/p>\n\n\n\n<p>Reiner Geist, reiner Gedanke und reine Seele sind das Fundament f\u00fcr seine Pr\u00e4senz.<\/p>\n\n\n\n<p>Frage: Aber die Schriften sagen:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220; Yato Batcho Nibartante,Aprapya Manasha Saha&#8220; also: Er ist mit Worten und Geist nicht wahrnehmbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Ah, lass das! Ohne exklusive Bestrebung und Fortschritte, kann man die Bedeutung solcher Aussagen nicht verstehen. Wenn du auch tausendmal wiederholst \u201eich bin beschwipst\u201c, bleibst du n\u00fcchtern! Auch wenn du den Wein auf den K\u00f6rper reibst oder an ihm riechst, sp\u00fcrst du keinerlei Ver\u00e4nderung. Erst musst du die Flasche \u00f6ffnen und daraus trinken. Dann und nur dann brauchst du weder B\u00fccher noch eine zweite Person, um dir das &#8222;Beschwipst-Sein&#8220; zu erkl\u00e4ren!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD.IV. 148ff. 14.09.1884; BD.V. 21, 22ff. 19.11.1882)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sicher kannst du Gott begegnen! Sowohl ohne Gestalt im Lichterglanz der Divinit\u00e4t oder auch in Gestalt deines Gebets! Gott erscheint in jeder Epoche in der Gestalt eines Menschen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. V. 32 ff. 09.03.1883; 24ff.22.04.1883; 118ff. 24.05.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Geistig im Zustand des absoluten Seins anzukommen, ist Brahma-Erkenntnis (skt. Brahmajnana). Das ist wohl sehr schwer! Es darf nicht der leiseste Hauch von W\u00fcnschen und Verlangen vorhanden sein! Diese Tatsache hat sogar schon Devi Durg\u00e4 ihrem Vater Himalaya kundgetan.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: Devi-Vagavad. Abschnitt:35, 36. Vers. 31).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus Brahma, dem Singul\u00e4ren, entsteht die Pluralit\u00e4t, aus dem ultimativen Sein die Manifestation der Sch\u00f6pfung. Um es verst\u00e4ndlich zu machen, sprach ich von Brahma, der Singularit\u00e4t, aber Brahma weist dar\u00fcber hinaus, denn Singularit\u00e4t impliziert Begrenztheit. Wenn du von eins sprichst, folgt automatisch zwei, genauso wie gut zusammen mit b\u00f6se, Licht zusammen mit Dunkelheit gedacht wird. Brahma aber ist unvergleichbar &#8211; es ist Licht! Aber es besteht nicht aus physikalischen Frequenzen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: Mund\u00e4ko Upanishad 2\/2\/9; vide: K. BD.V. 87ff. 16.10.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>37) Bedenkliche k\u00f6rperliche Merkmale von Aspiranten!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>a) schwere H\u00e4nde<br>b) Stupsnase<br>c) erh\u00f6hter Brustkorb<br>d) starke Knochen am Ellbogen<br>e) Katzenauge<br>f) wulstige Lippen<br>g) Ein\u00e4ugigkeit<br>h) Schielen. usw. usw.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. IV. 206,207ff, 05.10.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>38) Ist Shri Ramakrishna, die Inkarnation von Shri Chaitanya Mahaprabhu?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der bekannte &#8222;Kirtana&#8220;-S\u00e4nger namens Nilkantha war zusammen mit Gl\u00e4ubigen vertieft in &#8222;Nam-Samkirtan&#8220; und Shri R.K war am Tanzen wie Shri Chaytanya damals!<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb sagte Nilkantha zu Shri R.K.: Sie sind wahrlich Shri Gauranga von heute!<\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K. antwortete: Ich bin des Dieners Diener. Eine Welle ist ein Teil des Meeres, aber sie ist nicht das Meer selbst! Mein &#8222;Ich&#8220; suche ich in mir, aber ich kann mich nicht mehr finden!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. IV. 210,211ff. 05.10.1884)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>39) Shri Ramakrishna und Jesus Christus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein 35 J\u00e4hriger Mann namens Misra, besuchte Shri R.K. Er war Christ. Er sagte: Was der Gott in der Bibel f\u00fcr die Christen oder Rama, Krishna oder Brahma f\u00fcr die Hindus ist, alles ist dasselbe! Wie ein Mann, der sowohl Sohn, Vater, Ehemann, Bruder, Onkel usw. sein kann, also die gleiche Person in unterschiedlichen Rollen und mit unterschiedlichen Bezeichnungen!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe Sie schon fr\u00fcher einmal gesehen, im Garten sitzend, umgeben von einem Lichtermeer! Sie sind eine Emanation Gottes wie es Jesus Christus auch ist. Ich sehe keinen Unterschied!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD IV. 245,246ff. 28.08.1885; dto. 276ff. 31.10.1885)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>40) Die Diskriminierung von Kasten-Angeh\u00f6rigen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir k\u00f6nnen uns von dieser alten Geisel mit Hilfe von &#8222;Bhakti-Marg\u00e4&#8220;, also der Hingabe an Gott befreien! Ein wahrer Gl\u00e4ubiger kennt keine Kasten! Sein K\u00f6rper und Geist, seine Seele und Gedanken &#8211; alles ist rein! Das hat Shri Chaitanya Mahaprabhu ein Leben lang gepredigt und auch an sich selbst demonstriert!<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne &#8222;Bhakti&#8220; ist ein Brahmana (Angeh\u00f6riger der obersten Kaste) kein Brahmana. Mit unersch\u00fctterlicher Liebe zu Shri Krishna im Herzen, ist auch ein &#8222;Chandal&#8220; (J\u00e4ger\/Metzger, also ein Unber\u00fchrbarer) g\u00f6ttlich!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. V. 16ff. 15.11.1882)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>41) Alles hat seine Zeit (Omnia tempus habet)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wei\u00dft du, alles hat seine Zeit. Viele haben noch ihre karmischen Aufgaben zu erledigen. Eine unreife, gr\u00fcne Frucht f\u00e4llt nicht vom Baum, sondern nur eine reife!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD.V. 26ff. 18.02.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>42) Bedeutung und Wertigkeit von Hatha-Yoga und Raja-Yoga<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Hatha-Yogi ist immer bem\u00fcht, durch K\u00f6rperert\u00fcchtigung mit Hilfe von Asanas und guter Ern\u00e4hrung ein langes und gesundes Leben zu f\u00fchren. Sein K\u00f6rper ist der Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Raja-Yoga, also der spirituelle Yoga hat nur ein Ziel: Selbstverwirklichung, Selbsterkenntnis. Der Praktizierende ist bestrebt, dem g\u00f6ttlichen Antlitz im Epizentrum des Selbst zu begegnen, um seine Stellung in dieser Welt der Ph\u00e4nomene sicher zu ergr\u00fcnden!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Um zu erfahren, wer du in Wirklichkeit bist, brauchst du keine einzige k\u00f6rperliche Verrenkung (Asana) zu vollziehen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine einzige, wirklich nur die einzige Voraussetzung ist und bleibt: der unersch\u00fctterliche Wille und ein Herz voller Hingabe. Sonst brauchst du nichts!<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb gibt es keine einzige nennenswerte erleuchtete Person in der Geschichte, die Hatha-Yoga h\u00e4tte \u00fcben m\u00fcssen, um metaphysische Magnifizenz zu erfahren!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. V. 53ff. 10.06.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>43) Die vedischen Verhaltensprinzipien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Lebensumst\u00e4nde in dieser Kali-Yuga sind von Lebenskampf, Konsumrausch und mannigfaltigen Lebens-Optionen gepr\u00e4gt. Deshalb ist, dem vedischen Verhaltenskodex nicht mehr Folge zu leisten!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. V. 76ff. 26.02.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>44) Sinn und Unsinn von Pilgerfahrten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hier sehe ich Menschen, die meditieren, religi\u00f6se Zeremonien abhalten, Pilgereisen machen, aber sie erzielen kaum Fortschritte! Warum?<\/p>\n\n\n\n<p>Weil ihnen die allerwichtigste Voraussetzung dazu fehlt: Entschlossenheit gepaart mit Hingabe! Ich habe zu Harish (ein Verehrer) gesagt: Was willst du in Benares, wenn dir die herzbewegende Sehnsucht fehlt?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn dein K\u00f6rper und Geist bebt und befl\u00fcgelt ist von schreiendem Verlangen nach der ultimativen Wahrheit, dann und nur dann ist dein &#8222;Benares&#8220; hier!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. V. 85ff. 10.10.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>45) Die Erkl\u00e4rung von Pancha-Bhuta (Aggregatzust\u00e4nde)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was sind die Unterschiede auf den K\u00f6rper aus profaner und sakraler Sicht?<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Der grobstoffliche-K\u00f6rper (skt. Sthula-Sharira) besteht aus Khiti (Erde), Apa (Wasser), Teja (W\u00e4rme aus der Sonne), Maruta (Wind) und Bouam (Raum).<\/li><li>Der feinstoffliche-K\u00f6rper (skt. Shuksma-Sharira) aus Geist, Intellekt, Ego-Bewusstsein und der Bewertungsinstanz.<\/li><li>Der K\u00f6rper, der die Freude der Begegnung mit der Emanation des Heiligen erlebt und empf\u00e4ngt ist der geweihte K\u00f6rper (skt. Karana Sharira).<\/li><li>Es gibt jedoch noch eine weitere Stufe des Unaussprechlichen, genannt &#8222;Maha-Karana&#8220; oder &#8222;Turya&#8220;, die vollkommene Verschmelzung im ewigen Licht des Seins!<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. I. 250ff. 27.10.1885)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>46) &#8222;So\u00b4ham&#8220; &#8211; eine kurze Exegetik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schau in &#8222;Aschtabakra-Samhita&#8220; findet man eine Abhandlung \u00fcber Selbsterkenntnis. Die Jnana-Yogis sagen &#8222;so\u00b4ham&#8220; also &#8222;die ultimative Seele bin ich selbst&#8220;! Das gilt nur f\u00fcr Vedanta-gl\u00e4ubige M\u00f6nche, aber nicht f\u00fcr die Menschen mit beispielsweise sozialen Verpflichtungen und Familie. Einerseits das Leben mit H\u00f6hen und Tiefen genie\u00dfen und durchleben, andererseits lauthals best\u00e4tigen, dass ich die inaktive Supreme-Seele bin. Das ist l\u00e4cherlich!<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wahrer erleuchteter Jnani hat keinerlei Bezug zu den Ersch\u00fctterungen des Lebens. Er ist kein Resonanz-Empf\u00e4nger f\u00fcr Freude oder Leid, Tugend und Tadel mehr, denn seine erhabene Seele ist unantastbar!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ein Mensch, der sich des K\u00f6rpers bewusst ist (skt. Dehavimani), ist ausgesprochen anf\u00e4llig f\u00fcr jeglichen Windsto\u00df auf dem Lebensweg!<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist so: der Rauch aus einem Kohleofen kann die W\u00e4nde deines Zimmers dunkel f\u00e4rben, aber nicht den blauen Himmel!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. I. 95ff. 19.08.1883<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>47) Alle sind beseelt von g\u00f6ttlicher Seele, aber es gibt unterschiedliche Spezies<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gott ist \u00fcberall und in allem, aber es gibt unterschiedliche Empf\u00e4nger: gute und nicht gute. Ein Tiger tr\u00e4gt auch die g\u00f6ttliche Seele in sich, aber ihn zu umarmen ist gef\u00e4hrlich.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Asram lebte ein erleuchteter Guru mit zahlreichen Gl\u00e4ubigen. Er lehrte, dass Gott \u00fcberall ist und in allem gegenw\u00e4rtig, deshalb solle man ihm Respekt zollen und sich vor jedem und allem verbeugen! Ein j\u00fcngerer Novize ging in den Wald, um das Holz f\u00fcr die Zeremonie des Heiligen Feuers zu besorgen. Da kam ihm ein Elefant entgegen. Der Junge aber blieb stehen und verbeugte sich vor dem Elefanten und huldigte ihm, indem er Mantras rezitierte! Der Mahut (der Elefantentreiber) rief laut: Geh aus dem Weg! Geh aus dem Weg! Der Junge aber blieb stehen und huldigte weiterhin dem Elefanten als Tr\u00e4ger der g\u00f6ttlichen Seele. Der Elefant packte den Jungen und schleuderte ihn weit weg. Er wurde verletzt. Als man ihn in den Asram zur\u00fcck brachte, fragten die Mitbr\u00fcder, warum er nicht beiseite getreten sei, als der Elefant ihm entgegen kam! Er antwortete, dass Gurudev doch gesagt habe, Gott sei \u00fcberall und in allem, deshalb habe er sich auch vor dieser g\u00f6ttlichen Seele verbeugt!<\/p>\n\n\n\n<p>Da sagte der Gurudev: Das stimmt, ein Elefant hat auch ein g\u00f6ttliches Seelenantlitz, aber der Mahut hat auch eine g\u00f6ttliche Seele. Warum hast du seine Warnung und seine Worte missachtet!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. Bd.I. 25ff. 05.03.1882)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>48) Narendras (Swami Vivekananda) kritische Bemerkung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Narendra besuchte Shri R.K. recht oft. Als westlich sozialisierter und kritischer Jugendlicher sagte er eines Tages zu Shri R.K.: All die sogenannten g\u00f6ttlichen Erlebnisse und Begegnungen, von denen du immer sprichst, sind T\u00e4uschungen und eigene Projektionen!<\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K., sehr betr\u00fcbt und verwirrt, ging in den Kali-Tempel und fragte aufgel\u00f6st Mutter Kali: Ma, Narendra hat gesagt, dass all meine Erscheinungen, Erlebnisse und Erkenntnisse blo\u00dfe selbst projizierte Trugbilder sind, stimmt das?<\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K. kam in sein Zimmer zur\u00fcck und verk\u00fcndete voller Zuversicht: Ma hat mir gesagt, dass alles, was ich sehe, erlebe, erkenne und sage, aus dem Strahlenkranz der ultimativen Wahrheit ist!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD IV. 14ff. 07.04.1883)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>49) Shri R.K. beschreibt die metaphysische Stellung von Narendra (Swami Vivekananda)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Swami Vivekananda war nicht nur der Lieblingssch\u00fcler von Shri R.K., sondern auch eine legend\u00e4re Pers\u00f6nlichkeit. Er nahm als erster Vertreter des Hinduismus im Westen im Jahr 1893 an der Konferenz &#8222;World Parliament of Religions&#8220; in Chicago teil und erntete eine weltweite Bewunderung! \u00dcber sein Leben, sein Wirken, seine vielf\u00e4ltigen Schriften ist sehr viel geschrieben worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K. bewertete den spirituellen Status von Narendra wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<p>Es kommen so viele Gl\u00e4ubige zu mir, aber keiner ist soweit wie er.<\/p>\n\n\n\n<p>Die anderen sind als spirituelle Lotusbl\u00fcte zehnbl\u00e4ttrig, zw\u00f6lfbl\u00e4ttrig, hundertbl\u00e4ttrig, aber Narendra ist tausendbl\u00e4ttrig.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Gef\u00e4\u00df, sind die anderen ein Glas, eine Vase, ein Eimer, aber Narendra ist eine Zisterne!<\/p>\n\n\n\n<p>Als Wasserfl\u00e4che sind die anderen Pf\u00fctzen, Teiche, Kan\u00e4le, aber Narendra ist ein riesiger Fluss!<\/p>\n\n\n\n<p>Er ist frei von s\u00e4mtlichen weltlichen Anreizen, ja er ist &#8222;Nitya-Shiddha&#8220; (ewig erleuchtet!).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. IV. 228ff. 15.07.1885)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>50) Manifestation Gottes durch g\u00f6ttliche Entit\u00e4ten!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In jeder Epoche findet eine Manifestation Gottes durch g\u00f6ttliche Entit\u00e4ten statt! \u00dcber solche Menschen spricht Gott zu uns, zeigt uns den geeigneten Weg f\u00fcr die Gegenwart und macht uns immer wieder auf das Wesentliche, also auf ihn aufmerksam. Wenn du so eine Entit\u00e4t ber\u00fchrst, dann ber\u00fchrst du auch Gott! Genauso, wie du, wenn du hier im Ganges badest, in dem badest, dessen Ursprung im Himalaya und dessen M\u00fcndung in der Bucht von Bengalen liegt! Wenn ich deinen Finger ber\u00fchre, dann ber\u00fchre ich deinen ganzen K\u00f6rper.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn du einem Menschen begegnest, der in der Liebe zu Gott, sich und die Welt verloren hat, mal weinend, mal lachend oder mal still, starr und leblos verharrend, dann sei gewiss, dass Gott selbst in ihm anwesend ist!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: K. BD. I. 191ff. 11.03.1885)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die universalen Aspekte der Weltreligionen in der Perzeption von Shri Ramakrishna Paramhansa<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu Pseudo-Religionslehrern, Interpreten und Exegeten, die fast nur in ihrem immer gleichen, althergebrachten T\u00fcmpel aus einer Mischung von allerlei spirituellen Thesen herumr\u00fchren und diese als Nonplusultra pr\u00e4sentieren ohne jedoch die Kernaussage anderer Glaubensrichtungen zu kennen, wagte sich Shri Ramakrishna immer, voller Ernsthaftigkeit \u00fcber den eigenen Tellerrand zu schauen, um zu erfahren, was andere auf ihrem spirituellen Weg erfahren und erlebt hatten und wie solche Aussagen zu bewerten sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Was die Vielfalt der Wege zur Selbstverwirklichung anbelangt, war er sehr neugierig. Er wollte den Wahrheitsanspruch anderer Weltreligionen, also des Christentums und des Islam, an sich selbst erfahren! Das ist etwas ganz anders, als nur Monologe von irgendeinem Apostel oder Propheten zu zitieren und an ihnen herum-zu-interpretieren! Um zum Beispiel um zu erfahren, was die Kernaussage des Islam ist, praktizierte er die Religion, indem er gem\u00e4\u00df den Vorschriften des Korans lebte und betete. W\u00e4hrend dieser Zeit besuchte er die Tempelanlage nicht, kleidete und ern\u00e4hrte sich wie ein Moslem und betete zusammen mit dem Imam. Schlie\u00dflich kam er zu der \u00dcberzeugung, dass der Islam auf demselben Fundament aufbaut wie der Hinduismus! Die ultimative Wahrheit hat nur einen islamischen Schliff!<\/p>\n\n\n\n<p>Was das Christentum anbelangt, las ihm ein Verehrer namens Shambhu Mallick regelm\u00e4\u00dfig aus der Bibel vor. Shri R.K. sch\u00f6pfte daraus Inspiration und war beeindruckt von der aufopfernden Pers\u00f6nlichkeit Jesus Christus, den er als einen paradigmatischen Ausdruck des Altruismus empfand. In der Versenkung in Christi-Liebe, mit der er die hinduistischen Riten durchbrach, geriet er in g\u00f6ttliche Ekstase und hatte eine unmittelbare Jesus-Vision! Christi Geist h\u00fcllte ihn f\u00fcr drei volle Tage vollkommen ein. W\u00e4hrend dieser Zeit unterlie\u00df er sogar seine t\u00e4glichen Tempelg\u00e4nge. Durch diese direkte Christus-Begegnung im Geiste, erkannte er die Essenz des Christentums und war davon \u00fcberzeugt, dass das Christentum eine bemerkenswerte Religion ist, weil sie auf kompromissloser N\u00e4chstenliebe basiert! Insofern entspricht Christentum einem Idealbild und stellt sich als genau so wertvoll dar wie die anderen Religionen!<\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K.s tiefgr\u00fcndiger Selbstversuch, diese beiden Religionen und auch den Hinduismus gem\u00e4\u00df Ihren authentischen Vorgaben zu praktizieren, war eine beachtliche Herausforderung f\u00fcr diese, deren Kern sich h\u00e4ufig hinter Doktrinen, Dogmen, Ritualen und Zeremonien zu tarnen versucht! Er sch\u00e4rfte unseren Blick f\u00fcr die Tatsache, dass die Essenz aller Weltreligionen der Wahrheit entsprechen! Egal ob jemand dem Christentum, dem Islam oder dem Hinduismus folgt, er wird das gleiche Ziel erreichen, dieselbe Wahrheit erfahren, aber nur, wenn er auf seinem spezifischen Glaubenspfad unbeirrt voranschreitet! Aber niemand sollte sagen oder behaupten, dass seine Religion besser sei als eine andere und allein den richtigen Weg zur Wahrheit zeigt! Auf diese Weise hat Shri R.K. alle genannten Religionen revitalisiert, die Einzigartigkeit in der Vielfalt definiert und auf die Harmonie in allen unterstrichen. Er sagte voller \u00dcberzeugung nicht nur, dass alle Weltreligionen gleicherma\u00dfen eine Wegbeschreibung darstellen, sondern auch, dass sie wahr und keine Fiktion sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt jedoch verschiedene Arten von Harmonie. Zum einen die sogenannte &#8222;synkretische Harmonie&#8220;, bei der man Unterschiede ignoriert und eine fraktionelle Harmonie also Harmonie-Schnittmenge proklamiert, gem\u00e4\u00df dem Slogan &#8222;alle Religionen beschreiben dasselbe Ziel&#8220;. Eine weitere Form der Harmonie ist die &#8222;eklektische Harmonie&#8220;, bei der man die &#8222;hervorragende Teile&#8220; einer Religion herausnimmt und in einem neuen System kombiniert. Shri R.K. war kein Bef\u00fcrworter solche Harmonie-Systeme.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: Ramkrishna Mission Convention 65\/66ff)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Er hat nicht behauptet, dass alle Religionen gleich sind, sondern dass sie einzigartig, singul\u00e4r und konklusiv, also in sich schl\u00fcssig sind!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Universalit\u00e4t der Religionen reflektiert den singul\u00e4ren Status der ultimativen Wahrheit. Shri R.K. hat wiederholt gesagt, dass die Wahrheit ein solit\u00e4rer Edelstein mit vielen Facetten ist. Religi\u00f6se Harmonie basiert auf dem Erfahren und Erleben der immerw\u00e4hrenden Wahrheit. Insofern ist sie von der Wahrnehmung des Sakralen abh\u00e4ngig und nicht von logischen Schlussfolgerungen! Obwohl alle Weltreligionen in Bezug auf ihr Konzept von Wahrheit absolut gleich sind, gibt es nat\u00fcrlich auch Unterschiede. Diese sind aber nur \u00e4u\u00dferlich und bedingt durch die jeweiligen Hintergr\u00fcnde ihrer Entstehung! Deshalb sollte man alle Weltreligionen respektieren!<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Umfassende religi\u00f6se Toleranz hat in Asien eine lange Tradition! Bereits in der Vagavd-Gita sagt Shri Krishna, &#8222;Es gibt keinen Gott au\u00dfer mir, und wenn jemand als ein aufrechter Gl\u00e4ubiger einen in irgendeiner Religion beschriebenen und angepriesenen Gott verehrt, dann bin ich dieser Gott, denn ich bin die Ursache aller g\u00f6ttlichen Hingabe und auch ihr ultimatives Ziel. Egal welchen Weg du auch nimmst, ich komme dir immer entgegen. Denn ich bin der Weg aller Wege &#8211; sowie das erhabene Ziel der Sehnsucht! Ich bin die vollkommene Wahrheit mit vielen Facetten.&#8220; Darauf, dass alle Wege zur Selbsterkenntnis, die die Weltreligionen anpreisen, wahr sind, basiert die allumfassende religi\u00f6se Toleranz!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber im Westen ist die Toleranz gegen\u00fcber den Weltreligionen seltsam und mangelhaft. Der Glaube in der westlichen Hemisph\u00e4re gr\u00fcndet nicht auf der Tatsache, dass alle Weltreligionen die Wahrheit, gleicherma\u00dfen formulieren und predigen, sondern hier werden die Unterschiede zu den Doktrinen anderer Religionen hervorgehoben und akzentuiert!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: Selected Papers of Metaphysics von Roger Lipsy. 35ff)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K. hat immer wieder betont, dass Respekt und Toleranz anderen Religionen gegen\u00fcber auf lebendiger Erkenntnis, Erlebnis, und Erfahrung gr\u00fcnden muss! Denn die ultimative Wahrheit kennt weder Rasse noch geografische Grenzen! Man kann Shri R.K. als Wegweiser f\u00fcr eine moderne Welt hervorheben, der durch sein eigenes Spektrum von Erlebnissen der Transzendenz, den Kardinal-Weg, den es zu gehen geht, beleuchtet! Deshalb formuliert auch sein Lieblingssch\u00fcler Swami Vivekananda rigoros: K\u00fcmmere dich nicht um Dogmen und Doktrinen, die die Tempel oder Kirchen in den Mittelpunkt stellen. Sie sind nichts, vergleichen mit dem Schatz, der dem Menschen innewohnt. Dieser Schatz, diese Spiritualit\u00e4t, sollst du zuerst zur vollen Bl\u00fcte bringen. Zeig durch die gl\u00e4nzende Erf\u00fcllung der Lebensmission, dass sich Religion nicht in Zitaten und Zeichen ersch\u00f6pft, sondern nur in spiritueller Selbsterkenntnis zu finden ist!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: What Religion is, in the words of Swami Vivekananda: 333ff)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das religi\u00f6se Universum, in dem sich Shri R.K. bewegte, kann man besser verstehen, wenn wir den Wendekreis in seinem Wortreigen verfolgen. Die drei Hauptreligionen waren f\u00fcr ihn keine theoretische Spekulation, sondern sie alle basieren auf dem festen Fundament einer spirituellen Kraft. Die Protuberanzen des Geistes l\u00f6sen alle nebul\u00f6sen Schleier aus Dogmen und blinden \u00c4u\u00dferlichkeiten auf! Die Proklamation der allen Weltreligionen innewohnenden Harmonie ist als ein Urknall in der Geschichte der Menschheit zu bewerten!<\/p>\n\n\n\n<p>Es war nie Shri r.K.s Absicht, eine neue Religion ins Leben zu rufen. Das Wort &#8222;Universalreligion&#8220; finden wir in &#8222;The Philosophy of Religion&#8220; von George Galloway (geb.1954- ). Nach seiner Meinung muss eine solche Religion die Qualit\u00e4t besitzen, die Erneuerung und Entwicklung spiritueller Aspekte der Menschheit voranzutreiben. Aber Shri R.K. unterstreicht die Notwendigkeit, dass eine &#8222;Universalreligion&#8220; Zeugnis ablegen sollte von der Qualit\u00e4t der Entwicklung des religi\u00f6sen Bewusstseins! Religion soll sich nach seiner Meinung nicht in Zeremonien, Gottesdiensten und Ritualen oder in tiefgreifender akademischer Exegetik und Abstraktionen ersch\u00f6pfen, sondern einen gangbaren und kumulativ fortschreitenden Lebensweg aufzeigen, der schlie\u00dflich zur ultimativen Realit\u00e4t f\u00fchrt! Religion zielt auf die Perzeption der Seele durch die Seele, was vollkommen abh\u00e4ngig ist vom spirituellen Fortschritt. Religion ist eine operative Kraft, um die inneren Impulse zu beleben, befl\u00fcgeln, unterst\u00fctzen, f\u00f6rdern und ermutigen, mit dem Ziel, sich selbst zu identifizieren, d.h. zu erkennen, wer man eigentlich ist!<\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K.s grundlegende \u00dcberzeugung war, dass die Religion dazu dient, dem Menschen die spirituelle Entwicklung zu erm\u00f6glichen und ihn in das leuchtende Sakrale-Bewusstsein emporzuheben!<\/p>\n\n\n\n<p>Doch man sollte nicht eine einzelne Religion als &#8222;universal&#8220; bezeichnen, denn die ultimative Wahrheit l\u00e4sst sich niemals durch abgegrenzte Thesen und Meinungen einschr\u00e4nken und begrenzen, weder durch Propheten noch durch Heiligen &#8211; sondern sie offenbart sich spontan in der Vollkommenheit!<\/p>\n\n\n\n<p>Eine der wichtigsten Eigenschaften der Universalit\u00e4t in der Religion ist, dass sie humanistisch sein muss! Die Philosophie des Menschen, die Aristokratie seines Geistes, seine Stellung und sein Status im Universum sowie seine Beziehung zur der ultimativen Realit\u00e4t sind signifikante Eigenschaften, die eine &#8222;Universal Religion&#8220; implizieren muss. Sie sollte eine Lehre von menschlichem Leben, auch des in der Wissenschaft verankerten anthropozentrischen Geist sein. Und nat\u00fcrlich sollte sie sich st\u00e4ndig bem\u00fchen, uns aus der Unkenntnis zu erwecken und uns in Richtung spirituellen Bewusstseins zu bewegen. Deshalb handelt es sich bei einer Universalreligion um ein lebendiges Konzept im Hinblick auf die ontologische Entwicklung des Menschen, statt nur eine schlichte Gottes-Vorstellung zu proklamieren!<\/p>\n\n\n\n<p>Religion ist vorstellbar ohne irgendeine Gottheit, aber nicht ohne die Menschheit! Denn der Mensch steht im Mittelpunkt der Sch\u00f6pfung, er ist ein spirituelles Gesch\u00f6pf und das ist seine wahre Identit\u00e4t!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weltenb\u00fcrger lebt nicht mehr f\u00fcr und vom Brot alleine. Er hat sich emanzipiert und ist sich seiner Begrenztheit und Unvollkommenheit bewusst und sp\u00fcrt den Impuls in Richtung Perfektion und Unsterblichkeit als g\u00f6ttliches Geschenk. Er hat einen Schimmer, eine Vorahnung von etwas H\u00f6herem, etwas Gr\u00f6\u00dferem, etwas Erhabenem, etwas Vollkommenem, und er hat eine unstillbare Sehnsucht, diese metaphysische Dimension auch zu erreichen. Diese besondere seelische Disposition sollte sich in allen Religionen niederschlagen! Die Religion muss deshalb ein dynamischer-Prozess sein. Swami Vivekananda sagt, dass die Religion ein Ausdruck des Prozesses von Werden und Sein ist. Der Mensch entwickelt sich sukzessiv hin zum transzendenten Selbst und gewinnt Abstand vom materialistischen Status. Folglich ist es auch eine wesentliche Eigenschaft einer Universalreligion, dass sie Raum l\u00e4sst f\u00fcr den evolution\u00e4ren Prozess der seelischen Entwicklung des Menschen!<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich hat eine Religion zwei Aspekte, interne und die externe, also Kontemplation und Aktion. F\u00fcr die wahre Identifikation des Selbst, muss der Mensch in die Tiefe der sublime also verfeinerten Meditation eintauchen. Der \u00e4u\u00dfere Ansatzpunkt ist die selbstlose N\u00e4chstenliebe. Das Christentum sagt, Gott ist die Liebe, der Islam predigt universale Br\u00fcderlichkeit und die Upanishaden best\u00e4tigen die ultimative Einheit des Seins!<\/p>\n\n\n\n<p>Was die religionsphilosophische Position von Shri R.K. anbelangt, kann die Identit\u00e4t des Menschen als eine spirituelle Einheit beschrieben werden, denn der Mensch tr\u00e4gt einen g\u00f6ttlichen Funken in sich. Deshalb war Shri R.K. sehr ungehalten, als er in der Genesis, die christliche Idee von der Vertreibung aus dem Paradies und von gefallenen Menschen h\u00f6rte. Der Gedanke bzw. die Vorstellung von der &#8222;Erbs\u00fcnde&#8220; ist der gesamten hinduistischen Metaphysik vollkommen fremd. Shri R.K.s Meinung \u00fcber die W\u00fcrde des Menschen, formulierte Swami Vivekananda: Der wahre Mensch ist ein Geisteswesen, jenseits von Ursache und Wirkung, nicht begrenzt durch Raum und Zeit, daher ist er frei. Er war und bleibt grenzenlos. Es ist eine Quelle unendlicher Kraft in diesem kleinen K\u00f6rper verborgen, der auf die Offenbarung wartet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: The Complete Works of Swami Vivekananda BD II. 78ff,\/185ff)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Sehnsucht der Menschen nach der ultimativen Wahrheit ist ein entscheidendes Kriterium f\u00fcr die universale Religion. Shri R.K. sagt, dass dieses Verlangen des Menschen nach der Begegnung mit dem Unendlichen, sein spiritueller Hunger die Geburtsstunde der Religion ist! Je tiefer die Hingabe, je st\u00e4rker die Sehnsucht, umso schneller kommt es zur Begegnung mit dem Erhabenen! Wie ein ertrinkender Mensch verzweifelt um Luft ringt, so muss sich das Herz nach dem Herrn sehnen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: Gospels of Shri Ramakrishna, 225ff)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K. sagte, dass der Mensch unz\u00e4hlige M\u00f6glichkeiten hat und in diesem Kontext k\u00f6nnte man einblenden, dass die spirituellen Prozesse inmitten des Sozialen, Politischen, Gesellschaftlichen stattfinden, ebenso wie der ethische Fortschritt, der als eine Art von Evolution verstanden werden kann. Hier finden wir den Einklang von Shri R.K.s Wahrnehmung und die Aussagen der Naturwissenschaft. Die gegenw\u00e4rtige Ausgestaltung der Welt mit ihrer unendlichen Vielfalt an Spezies, Formen und Farben, ist Ergebnis einer sukzessiven Entwicklung \u00fcber einen langen Zeitraum hinweg. Genauer betrachtet ist es ein Entwicklungsprozess vom Niederen zum H\u00f6heren, vom Simplen zum Komplexen, vom Einheitlichen zum Vielf\u00e4ltigen, und das gilt auch f\u00fcr den menschlichen Geist. Die hinduistische Ontologie spricht davon, dass dieser Evolutionsprozess auf einem spirituellen Prinzip basiert. Der g\u00f6ttliche Geist entbl\u00f6\u00dft sich immer von der niedrigeren zur h\u00f6heren Ebene. Die Materie ist ein Aspekt von Brahma selbst und der Mensch stellt die h\u00f6chste geistige Manifestation dar! Weil nur der Mensch die einzigartige Begabung besitzt, die Gegenwart des Unendlichen in seiner Endlichkeit zu erfahren! Die Upanishaden unterstreichen diesen schillernden humanistischen Aspekt, was ebenfalls in Shri R.Ks \u00c4u\u00dferungen durchschimmert! Deshalb ist eine Religion nichts anderes als der Ausdruck des ewigen inneren Verlangens des Menschen nach seinem Rang und seiner Identit\u00e4t als ein g\u00f6ttliches Wesen! Eine weitere Eigenschaft der Universalreligion ist, dass sie wertsch\u00e4tzend sein muss, das hat Shri R.K. bewiesen. Er hat die Existenz Gottes als inh\u00e4rentes und auch als essentielles Prinzip erfahren, und auf dieser Grundlage hat er die Identit\u00e4t von Jivatma (menschliche Seele) und Parabrahma definiert. Religion ist also nichts anderes als die Realisierung des h\u00f6chsten Absoluten!<\/p>\n\n\n\n<p>Nach seiner Erkenntnis ist Parabrahma sowohl transzendent als auch immanent, metapersonal und personal, passiv und aktiv, statisch und dynamisch, die gegens\u00e4tzlichen Pole werden im Hinduismus Shiva-Shakti genannt und gelten als zwei Aspekte der ein und der selben Realit\u00e4t! Die ultimative Wahrheit ist damit eine solit\u00e4re Manifestation, birgt jedoch zugleich eine Synthese von Kontradiktionen in sich!<\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K. unterstreicht immer wieder die Tatsache, dass Gott oder Parabrahma der universale Geist ist, der sich in der Sch\u00f6pfung in mannigfaltiger Weise zum Ausdruck bringt und in allen Tonlagen des Lebens, einschlie\u00dflich der inneren und \u00e4u\u00dferen Klangschale des Herzens, erklingt. Die Natur bezeugt, das sie eine Einheit ist, und alle Religionen sind Wegbeschreibungen, die zum Ziel haben, diese spirituelle Einheit zu n\u00e4hren! &#8222;Einheit in Vielfalt ist der Schaltplan des Unendlichen&#8220;. Falls es wahr ist, dass Gott selbst den Mittelpunkt aller Religionen bildet und dass wir alle als m\u00f6gliche Aspiranten aus unterschiedlichen Richtungen auf dem Weg zu ihm unterwegs sind, dann ist es sicher, dass wir uns alle im Zentrum begegnen. In diesem Atrium, wo wir alle zusammentreffen, werden die \u00e4u\u00dferen Unterschiede zu existieren aufh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: What Religion is, in the words of Swami Vivekananda: 25ff)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K.s Feststellung war, dass alle Weltreligionen im Kern, in ihrem Wesen, wahr sind. Keine ist falsch. Er kritisierte keine Religion und wollte auch selbst keine neue Religion predigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Er war auch ein Mystiker und empfahl immer wieder, in den Ozean der Unsterblichkeit einzu tauchen, und zwar so tief wie m\u00f6glich!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: Kathamrita. BD I. 130ff)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die ultimative Wahrheit ist jenseits unserer Denkdimension , unserer Worte, Sprachen und unseres intellektuellen Strebens. Sie kann nur auf der tiefen Ebene des intuitiven Bewusstseins erfahren werden. Der Beseelte ist still und genie\u00dft die g\u00f6ttliche Magnifizenz in der Tiefe seines Herzens, in sich selbst!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: Sayings of Sri Ramakrishna, 45ff)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Keine theologische Exegese ist in der Lage, die Essenz einer solchen spirituellen Erfahrung zu beschreiben. Trotzdem sagen die heiligen Schriften der Weltreligionen nichts Unwahres, denn sie bezeugen ebenfalls das Wahrnehmungsverm\u00f6gen des Menschen und dessen Vision von der absoluten Wahrheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Shri R.K.s Vorstellung sollte es zwischen den Weltreligionen keinerlei Konflikte, Konfrontationen oder Missstimmungen geben, denn sie alle beschreiben ihren Weg zur Erlangung der Selbsterkenntnis. Kirchen, Tempel oder Moscheen sowie die Sakralen B\u00fccher sind notwendig, obwohl sich eine Religion nicht in ihnen ersch\u00f6pft!<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Solche Institutionen sind von Bedeutung als Kindergarten f\u00fcr die Vermittlung gewisser spiritueller Kenntnisse, aber die Begegnung mit dem transzendenten Selbst ist nur abh\u00e4ngig vom Verlangen und der Beharrlichkeit des Aspiranten&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: Sayings of Sri Ramakrishna, 149ff)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere erw\u00e4hnenswerte Eigenschaft der Universalreligion gem\u00e4\u00df Shri R.K. Ist, dass in ihr der Einklang des Sakralen und des S\u00e4kularen mitschwingt, denn Gott ist nach Shri R.K.s Erfahrung kein undefinierbares, \u00fcbernat\u00fcrliches Ph\u00e4nomen, und sein Reich ist nicht irgendwo da oben, hinter dem blauen Himmel. Die Welt und die gesamte Sch\u00f6pfung ist Manifestation seines alles durchdringenden Bewusstseins. Deshalb sollte man die materielle Welt weder absch\u00e4tzig betrachten noch nur als Schein bewerten. F\u00fcr Shri R.K. war jedes Lebewesen wertvoll und jeder K\u00f6rper war f\u00fcr ihn wie ein Tempel des Sakralen, denn Gottes K\u00f6nigreich ist in uns!<\/p>\n\n\n\n<p>Die &#8222;Upanishaden&#8220; haben gepredigt, dass wir die materielle Welt und auch unsere physische Existenz als etwas Unbest\u00e4ndiges betrachten sollen, um eine Affirmation im g\u00f6ttlichen Licht zu empfangen. Diese Art von Askese wurde von Shri R.K. kategorisch abgelehnt! Jeder habe seine spezifische Aufgabe im Leben zu erf\u00fcllen. Er sagte \u00f6fter: Erledige deine Hausaufgabe, aber lass deinen Geist in Gott ruhen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(vide: Sayings of Sri Ramakrishna, 100ff)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine universale Religion mit klarer Akzentuierung auf dem Humanismus soll die Menschheit inspirieren, sich spirituell zu entfalten, sie soll anleiten, Zuversicht und Selbstvertrauen einfl\u00f6\u00dfen sowie einen \u00fcberzeugten Glauben, Mut und Selbstvertrauen vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Shri R.K.s &#8222;neu-vedantische&#8220; Ann\u00e4herung gr\u00fcndet auf Herz und Hirn, Religion und Wissenschaft &#8211; also eine Synthese von Ost und West und die Suche nach der ultimativen Realit\u00e4t sollte in einer neuen Dimension voller G\u00fcte und Geist heranwachsen. Die nun in unseren Tagen \u00fcberall sp\u00fcr- und sichtbare bedrohliche Ver\u00e4nderung der Welt, erzwingt eine grundlegende und umfassende, gar radikale Neuorientierung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; von Shri Ramakrishna Paramhansadev Vorbemerkung:Shri R.K. war eine recht komplexe Pers\u00f6nlichkeit. Einerseits benahm er sich h\u00e4ufig wie ein Kind, das au\u00dfer seiner g\u00f6ttlichen Mutter &#8222;Ma Kali&#8220; nichts anderes kannte. 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