{"id":404,"date":"2018-08-28T15:07:54","date_gmt":"2018-08-28T15:07:54","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404"},"modified":"2018-08-28T16:37:28","modified_gmt":"2018-08-28T16:37:28","slug":"erscheinung-von-nitai","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404","title":{"rendered":"Erscheinung von Nitai"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: large;\"><b>Erscheinung von Nitai (Sri Nityananda)<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">In den Sommermonaten, also im April\/Mai traf Sri Nityananda (genannt Nitai) in Nabadwip ein. Sein Geburtsort war ein Dorf namens Ekchaka, Bezirk Bardwan. Der Bitte eines M\u00f6nchs folgend hatte er sein Elternhaus im Alter von 12 Jahren verlassen und war ein Bettelm\u00f6nch geworden. 20 Jahre lang suchte er hingebungsvoll die spirituelle Begegnung mit Sri Krishna und deshalb war er auch in Sri Krishnas \u201elila Khetra (Schauplatz) Sribrindanbon\u201c. Dort traf er sich mit Ishwarpuri. Der fragte ihn, was er in dem verwilderten Ort (wegen der muslimischen Restriktion war dieser Ort verlassen und verfallen) wohl suche. Denn Sri Krishna sei nicht mehr hier, sondern in Nabadwip, und sein jetziger Name sei Nimai Pandit. \u00dcbrigens, den Namen Nityananda hatte er von seinem spirituellen Lehrer bekommen und er bedeutet &#8222;ewige Freude&#8220;.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sofort fuhr er nach Nabadwip. Nach seiner Ankunft suchte er voller Freude und Erwartung das Haus von Nimai. Aber aus welchem Grund auch immer besuchte er stattdessen das Haus von Srinanda Acharya. Der empfing den strahlenden M\u00f6nch bereitwillig. Etwa drei bis vier Tage vor der Ankunft von Sri Nityananda in Nabadwip, hatte Nimai die Gemeinde bereits dar\u00fcber unterrichtet, dass eine eminente Pers\u00f6nlichkeit kommen w\u00fcrde. Am Ankunftstag von Nitai, in den Morgenstunden, sagte Nimai zu den Gl\u00e4ubigern, \u201eGestern Abend habe ich getr\u00e4umt, dass die wichtige Pers\u00f6nlichkeit bereits angekommen ist. Man suche ihn und bringe ihn hierher. Ich vermute, er ist die Inkarnation von Sri Balaram (der \u00e4lteste Bruder von Sri Krishna)&#8220;. Kaum hatte er das ausgesprochen, verwandelte sein Antlitz in das von Sri Balaram. Er stie\u00df einen Schrei aus und forderte Wein, die Augen knallrot. Wein geh\u00f6rte nicht in das Alltagsleben von Vaishnavas. Deshalb erwiderte Sribash leicht irritiert \u201eHerr, woher sollen wir geeigneten Wein besorgen?\u201c Nimai war sofort wieder er selbst geworden, etwas ungeduldig befahl er, \u201eSuch und bring ihn hierher, ich sehne mich nach ihm.\u201c Daraufhin Murai, Sribash, Mukunda und Narayana \u2013 die vier schw\u00e4rmten aus, um Nitai zu finden. Am Nachmittag kamen sie zur\u00fcck ohne Nitai, denn er war unauffindbar. Nimai stand auf und sagte \u201eKomm, gehen wir gemeinsam Nitai suchen.&#8220; <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Alle folgten Nimai und er ging geradewegs zum Haus von Srinanda Acharya. Man sah einen M\u00f6nch auf der Veranda sitzend. Stattliche Figur, hellbraun die Hautfarbe, Augen wie Lotusbl\u00e4tter, Alter etwa. 30-32, mit einem blauen Tuch bekleidet, auf dem Kopf einen blauen Turban. Er l\u00e4chelte vor sich hin. Das war Sri Nityananda!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nach gegenseitiger Verbeugung standen sich Nimai und Nitai gegen\u00fcber. <\/span><\/p>\n<p>\u201e\u2026 <span style=\"font-size: medium;\">Nimai sah aus wie der Madan (ind. Eros), gekleidet mit einem Seidentuch, einer duftenden Girlande um den Hals, eine goldene Figur, eine strahlend edler K\u00f6rper umgeben vom Duft wohlriechender Sandedelholzpaste , die Augen voller willkommen hei\u00dfender Liebe\u2026\u201c<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: medium;\">(vide: Chaitanya-Vagavad 16\/4).<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nitai sah Nimai an ohne mit den Wimpern zu zucken und war wie gel\u00e4hmt vor Freude. Tr\u00e4nen rollten \u00fcber seine Wagen und er war sprachlos. Dann bat Nimai Sribash, die Strophe vorzutragen die seinerzeit Ratnagarbha zitierte und die Sri Krishnas Sch\u00f6nheit beschriebt. Als Nitai die Verse h\u00f6rte, brach eine Welle aufgestauter Emotionen aus ihm heraus,wie bei einem Dammbruch. Man konnte ihn kaum noch bes\u00e4nftigen. Daraufhin ber\u00fchrte Nimai die Stirn von Nitai und dieser wurde sofort ruhig, und dann nahm Nimai ihn in den Arm und beide vergossen unentwegt Freudentr\u00e4nen. Nun sagte Nimai: \u201e\u2026 Heute habe ich verstanden, dass Sri Krishna mich emanzipieren wird, warum hat er sonst so einen gl\u00fchenden Verehrer wie dich zu mir geschickt? Es ist ein Gl\u00fcck verhei\u00dfender Tag f\u00fcr mich, weil ich deine geweihten F\u00fc\u00dfe betrachten darf. Die Omnipotenz Krishnas ist inh\u00e4rent in dir und du vermagst es, alle vier Sph\u00e4ren willentlich zu weihen. Deine Gegenwart ist edel und kostbar. Ich bitte um deine Gnade. Leg Zeugnis ab, dass du barmherzig bist!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Mit einer sehr milden, sanften und h\u00f6flichen Stimme erwiderte Nitai \u201eIch habe s\u00e4mtliche Schreine Sri Krishnas besucht und habe gesehen, dass alle Throne und Alt\u00e4re verlassen waren. Sri Krishna war abwesend. Ein guter Mensch sagte dann zu meinem Erstaunen, dass Sri Krishna sich mittlerweile in der Stadt Nabadwip befindet. Deshalb bin ich voller Hoffnung hier. Au\u00dferdem habe ich geh\u00f6rt, dass hier immerzu die \u201eHari-Samkirtana\u201c mit voller Hingabe stattfinden w\u00fcrden. Ich bin mit einem Herzen voller Erwartung gekommen, um die F\u00fcgung meines Schicksals zu erleben.\u201c Nachdem die beiden sich gegenseitig voller Bewunderung und mit deifizierenden Blicken geehrt hatten, sagte Nimai, \u201eHerr, durch Ihren Besuch haben Sie Nabadwip eine Gnade erwiesen und ich bitte Sie aufzustehen\u2026\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Unterwegs in Richtung Sribashs Haus fragte Nimai \u201eHerr, Morgen ist Vollmond. Ein geeigneter Tag f\u00fcr die Verehrung von Vyashdeva (der ber\u00fchmte Verfasser der Vagavad-Gita,dem Mahabharata-Epos), wo wollen Sie diese nun zelebrieren?\u201c &#8222;Die Anbetung sollte in dem Haus von Sribash stattfinden.\u201c- erwiderte Nitai. Daraufhin wandte sich Nimai an Sribash \u201ePandit, jetzt hast du diese Last am Hals.\u201c \u201eKein Problem.\u201c antwortete Sribash, \u201eMilch, Ghee, Reis usw. hab ich genug zu Hause\u2026\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Allm\u00e4hlich erreichen sie alle das Haus von Sribash. Es war Abend geworden. Das Haupttor wurde geschlossen. Man fing damit an Samkirtan (Chorgesang) anzustimmen und zu tanzen. Pl\u00f6tzlich fiel Nimai in die g\u00f6ttliche Ekstase und die emotionale Haltung von Balaram. Er lief weg und ging in den Gebetsraum, nahm Platz auf dem Altar und rief: \u201eBring mir Wein, bring mir Wein. Da kein Alkohol zur Verf\u00fcgung stand, waren die Verehrer ratlos. Dann hatte Sribash eine Idee. Er f\u00fcllte Ganges-Wasser in sein Glas und reichte es Nimai. Dieser leerte das Glas und sagte, \u201eHeute empfinde ich unermessliche Freude, denn mein Nityananda ist anwesend, aber wo ist der \u201eNara\u201c? Er hat mich doch hierher gebracht und nun ist er verschwunden. Das ist unfair.\u201c Aber niemand kannte \u201eNara\u201c. Sribash nahm allen Mut zusammen und fragte \u201eHerr, wer ist \u201eNara\u201c?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Daraufhin antwortete Nimai \u201eSri Advayta Acharya ist mein \u201eNara\u201c. Um seinetwegen bin ich als Avatar erschienen. Die allumfassende Liebe zu Gott, die zu erreichen sogar f\u00fcr Brahma ein sehr schwieriges Unterfangen ist, werde ich wohlwollend an die Niedrigsten und Geringsten verschenken.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Kurze Zeit sp\u00e4ter fand Nimai wieder in seine Normalit\u00e4t und fragte: \u201ePandit Sribash, habe ich Unsinn geredet? Ich bin ein einf\u00e4ltiger Junge, bitte verzeihe meine etwaigen Fehler.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nitai hatte soeben Nimais Offenbarung, seiner G\u00f6ttlichkeit erlebt und war von dieser Erfahrung erf\u00fcllt und auch \u00fcberzeugt, dass er nun am Ende seiner sehnsuchtsvollen Reise angekommen war. Eine donnernde Symphonie erscholl in seinem Herzen \u201eErgo sum qui sum\u201c (Ich bin der, der ich bin.) Er fing an, seinen Bettelstab (skt. Danda) und seinTrinkgef\u00e4\u00df (skt. Kommondolu) zu zerst\u00f6ren. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Am n\u00e4chsten Morgen fand Sribash Nitai so au\u00dfer sich vor und informierte Nimai . Unverz\u00fcglich kam Nimai und sah den Blick von Nitai auf sich gerichtet, der dabei etwas Unverst\u00e4ndliches murmelte. Dann gingen alle zusammen zum Ganges zum Baden und Nimai selbst warf den Bettelstab sowie das Trinkgef\u00e4\u00df in die Str\u00f6mung. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Anschlie\u00dfend erfolgte die Vorbereitung der Vyas-Verehrungszeremonie im Hause von Sribash. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Dieser fungierte selbst als Priester und die Gemeinde sang und tanzte voller Freude und Harmonie. Nach der Beendigung der Anbetung gab Sribash eine geweihte Girlande in die H\u00e4nde von Nitai und bat ihn, diese Girlande mit entsprechender Mantra-Begleitung Vyasdev zu opfern. Da Nitai z\u00f6gerte, wiederholte Sribash: \u201eIm Einklang mit dem Ritual-Vorschriften soll, w\u00e4hrend das Mantra zitiert wird,, die Girlande an Dyader geopfert werden, denn das erfreut Vyasdev und Sri Krishna begl\u00fcckt uns mit dem Nektar der Liebe. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nun sprich \u201eNamoh Vyasaya\u201c. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nitai erwiderte \u201eHm\u201c. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sribash sagte ungeduldig \u201eHm, was ist das? Sprich bitte, Namoh Vyasaya\u201c. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nitai sagte erneut \u201eHm\u201c und mit der Girlande in der Hand schaute er sich suchend um. Verzweifelt rief Sribash den tanzenden Nimai zu sich. Er kam, erkannte die Situation und sagte zu Nitai \u201eEhrw\u00fcrdiger zelebrieren Sie die Vyasdev-Verehrung entsprechend\u2026.\u201c Nitai im Liebestaumel Sri Krishnas schwingend sah Nimai vor sich stehend und schm\u00fcckte dessen Hals mit der Blumengirlande. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Und auf der Stelle geschah ein Mysterium, zeigte sich eine f\u00fcr den Vaishnavismus geschichtspr\u00e4gende Offenbarung:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nimai manifestierte sich als sechsarmige Gottesgestalt. In diesem Bildnis des spirituellen Kontexts des G\u00f6ttlichen ist Nimai noch einmal erschienen, und zwar vor dem Sri Vasudev Sharbabhauma und ein Ebenbild davon hat er f\u00fcr die Nachwelt im Sri Jaga undnnathdeva Tempel verewigt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Bei diesem Anblick erstarrten die nahestehenden Gl\u00e4ubigen wie gel\u00e4hmt, sie waren ganz au\u00dfer sich und entleert von jeglichem Gedanken. Nitai begann vor Freude zu zittern und wurde schlie\u00dflich ohnm\u00e4chtig. Daraufhin nahm Nimai wieder seine \u00fcbliche Gestalt an, ging zu Nitai und streichelte sein Gesicht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Er kam zu sich. Dann sagte Nimai \u201eBitte steh auf, sing gemeinsam mit den anderen und befreie die Menschen durch bedingungslose Liebe. Alle deine W\u00fcnsche sind erf\u00fcllt. Was m\u00f6chtest du noch?\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Anschlie\u00dfend tanzten und sangen sie gemeinsam, freuten sich \u00fcber die geweihte Nahrung und so ging der Tag zu Ende. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Am n\u00e4chsten Tag nahm Nimai den Nitai mit zu sich nach Hause. Dort angekommen rief er nach seiner Mutter. Als Satchimata eintraf, sagte Nimai zu ihr \u201eMutter, ich habe meinen \u00e4lteren Bruder mitgebracht. Sei bitte davon \u00fcberzeugt, dass er dein Biswarup ist.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Satchimata betrachtete den jungen Mann und war von der verbl\u00fcffenden \u00c4hnlichkeit mit Biswarup sehr bewegt. Sie nahm Nitai in die Arme und streichelte sein Gesicht. Mit Tr\u00e4nen in den Augen erwiderte sie, &#8222;Es ist doch eine wunderbare F\u00fcgung Gottes, mein exzentrischer Nimai war bis jetzt schutzlos, nun gib du acht auf deinen Bruder, aufmerksam und innig. Ab heute bin ich von dieser Sorge befreit.\u201c<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: medium;\">(vide: Chaitanya-Mangal 26\/9)<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nach dieser Offenbarung des G\u00f6tlichen im Hause von Sribash,wiederholte sich diese mystische Szene h\u00e4ufig. Ein paar Tage sp\u00e4ter sa\u00df Nimai auf dem Altar im Hause Sribash,eine unvorstellbare g\u00f6ttliche Attribute ausstrahlend. Pl\u00f6tzlich rief er den jungen Bruder von Sribash zu sich und befahl \u201eSriram, gehe sofort nach Shantipur zur Advayta Acharya und erw\u00e4hne, dass die Gottheit f\u00fcr dessen Ankunft er streng gefastet, unentwegt gebettet und geweint hatte, und nun, seiner Liebe folgend in Erscheinung getreten ist \u2013 der bin ich! Advayta und seine Frau sollen sofort zu mir kommen, um meine Freude zu vergr\u00f6\u00dfern.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sriram lief sofort los nach Shantipur und traf dort auch Sri Advayta in seinem Haus. Aber innerlich \u2013 tief bewegt \u2013 war er au\u00dferstande etwas zu sagen, denn nicht nur er, sondern praktisch alle Menschen in Nabadwip erlebten die pers\u00f6nliche Erscheinung Gottes und dadurch bedingt befanden sie sich in einer Metamorphose des Bewusstseins. Als Folge, sich in geistiger Zuversicht wiegend, hatten sie die weltliche Bodenhaftung verloren. Sri Advayta hatte schon geh\u00f6rt, dass in Nabadwip ein epochales Ereignis stattfindet. Ohne dass Worte gewechselt wurden verstand er den Grund von Srirams Besuch. Er sagte, \u201eDu bist gekommen, um uns abzuholen, aber warum sollen wir dort hin gehen? Meine Stellung und Status sind deinem Bruder Sribash hinreichend bekannt. Ihr seid besch\u00e4ftigt und beeinflusst, berauscht und beeindruckt von diesem Jungen. Ich bin nicht so einf\u00e4ltig, den Mitl\u00e4ufer zu spielen.<br \/>\nWelche Gottheit soll er sein? Gem\u00e4\u00df welchen heiligen Schriften, welchem Leitfaden und welchen Prinzipien?&#8220; Sriram fing an zu lachen und erwiderte: \u201e\u2026. Die heiligen Schriften sind mir unbekannt. Gott selbst hat verk\u00fcndet, dass das Objekt deiner Sehnsucht, deiner Gebet und Hoffnung nun die Sph\u00e4re (skt.Golakdham) verlassen hat, um die Leidenden, Ratlosen und Verzweifelten zu retten und zu befreien. Er ist hier erschienen.\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Diese \u00c4u\u00dferung \u2013 einfach und aufr\u00fcttelnd, bewegte das Herz von Sri Avayta und unvermittelt begann er mit tr\u00e4nenerstickter Stimme zu murmeln \u201eEr ist da?\u201c Er ist da? Wirklich? Er ist unter uns? Ist das die Wahrheit?\u201c Anschlie\u00dfend fing er an zu tanzen, klatschte in die H\u00e4nde und sang \u201eIch habe ihn geholt, ich habe ihn gebracht.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Unterwegs mit seiner Frau in Richtung Nabadwip befielen Sri Advayta erneut Zweifel und er sagte: \u201eSriram, wir werden uns im Hause von Nandana Archaya verstecken, aber verrate das Nimai nicht, sondern sag ihm, dass wir nicht gekommen sind. Wenn er uns findet und sich wagt, meinen Kopf mit seinen F\u00fc\u00dfen zu ber\u00fchren, nur dann werde ich \u00fcberzeugt sein, dass er mein angebeteter Gott ist.\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sriram erwiderte \u201eGut, aber denkst du, der Herr durchschaut das nicht? Wenn du ihm begegnest, wirst du das alles verstehen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nimai, voller Zuversicht hinsichtlich des Erscheinens von Sri Advayta, war in das Haus von Sribash gegangen und hatte auf dem Altar als Verk\u00f6rperung der g\u00f6ttlichen Transformation Platzgenommen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Beim Anblick dieser Manifestation fingen die Verehrer an, den Gottesdienst entsprechend zu zelebrieren. Nitai hielt den festlichen Schirm \u00fcber Nimais Kopf . Gadahar umsorgte ihn mit wohlriechenden Ingredienzien, Narahari wedelte den F\u00e4cher, Sribash, Murari und Mukunda standen mit gefalteten H\u00e4nden vor dem Altar. Es herrschte Totenstille, da keiner den Mut hatte zu sprechen. Dann sprach Nimai,&#8220; Der Herr Advayta Acharya hat sich im Hause von Nandana Acharya versteckt, um mich zu pr\u00fcfen. Bring ihn schnellstens hierher.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Bevor Ramai eintraf, um ihn zu holen, hatte Sri Advayta das sichere Gef\u00fchl, dass Nimai seinen Aufenthaltsort schon kannte. Diese Tatsache best\u00e4rkte erneut sein Vertrauen in Nimais g\u00f6ttlicher Authentizit\u00e4t. Ausgestattet mit Utensilien f\u00fcr den Gottesdienst, bewegte er sich, unterst\u00fctzt durch seine Frau, in Richtung des Hauses von Sribash. Unterwegs verst\u00e4rkten sich seine Zuversichtlichen Gedanken und Gef\u00fchlen, dass er wirklich unterwegs war seine spirituellen Lebenssehnsucht zu stillen, ja der ultimativen Realit\u00e4t des Seins zu begegnen, zu erfahren und zu erleben. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sein Atem ging schneller und wie benebelt, legte er den Kopf auf die Schulter seiner Frau Sitadevi und \u00fcberlegte unentwegt was er tun solle im Anblick des \u201eG\u00f6ttlichen\u201c. Was k\u00f6nnte er wohl sagen? Wie sollte er sich verhalten? Zusammen mit seiner Frau kam er mit geschlossenen Augen und gefalteten H\u00e4nden an seinem Ziel an. Sie traten in den Gebetsraum und standen vor dem Altar. Dann \u00f6ffnete Sri Advayta die Augen und sah zun\u00e4chst weder den Altar noch Nimai. Aber nach kurzer Zeit nahm er das Folgende wahr und wurde Zeuge von diesem Geschehen :<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Ein goldfarbener charmanter K\u00f6rper, gl\u00e4nzend mit erhabenem, g\u00fctigem und gnadenvollem Gesicht blickt auf ihn. Voller ehrf\u00fcrchtiger Faszination bemerkte Sri Advayta, dass Nimai geschm\u00fcckt war mit gl\u00e4nzenden Ornamenten aus Gold und Diamanten. Au\u00dferdem sa\u00df nicht nur Nimai im strahlenden Licht, sondern die gesamte Umgebung, das hei\u00dft der Raum, die Gegenst\u00e4nde, ja sogar alle anwesenden Personen waren von einem seltsamen Licht \u00fcberflutet. Er sah auch, wie links und rechts von Nimai verschiedene Entit\u00e4ten sowie erleuchtete M\u00f6nche mit geschlossenen H\u00e4nden aus heiligen Schriften rezitieren, <\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: medium;\">(vide: Sri Chitanya-Vagavad 25\/16)<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Der subtile Sinn dieser Manifestation ist, dass sich Sri Advayta eine solche Art von Gottes Evidenz gew\u00fcnscht hatte. Nun stand er zitternd da. Nimai l\u00f6ste g\u00f6ttlich-mystische, sakrale Szenerie auf, die ihn umgab, und mit l\u00e4chelndem Gesicht rief er Sri Advayta zu sich. Der kam etwas n\u00e4her, da sagte Nimai \u201eLieber Advayta Acharya, in Anbetracht der leidenden Menschen hast du f\u00fcr meine Erscheinung streng und beharrlich gebetet. Deshalb bin ich hier. Jetzt kannst du dem Volk m\u00fchelos die g\u00f6ttliche Hingabe und Liebe n\u00e4her bringen.\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Als Advayta Acharya das h\u00f6rte, fing er an zu schluchzen und dabei erwiderte er \u201eHerr, wer soll wohl h\u00f6ren und glauben, dass ich es war,der deine Erscheinung bewirkt hat? Aus dir alleine entspringt dein Wille. Wer ist bef\u00e4higt, deinen Willen und deinen Weg zu beeinflussen? Das Leid deiner Kinder hat dich dazu bewogen, diesen Gnadenakt zu vollziehen. Ich, kleiner unbedeutender Mensch bin heute von Gl\u00fcck und Freude \u00fcberw\u00e4ltigt. Bitte, erlaube mir,dass ich durch die Huldigung deiner Lotusf\u00fc\u00dfe (skt.Padapallava), meinen Lebenstraum verwirklichen kann.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Anschlie\u00dfend nahm er zusammen mit seiner Frau Platz vor den F\u00fc\u00dfen des g\u00f6ttlichen Nimai, wusch diese mit Ganges-Wasser und bedeckte sie mit Chandan und Blumen und rezitierte: \u201eNamo Brahmanaya\u201c-Verse, dabei verbeugte er sich. Danach standen die beiden auf, vollzogen das Ritual der sechzehn Opfergaben und Lichtschwingungen (skt. Arati). Erneut nahmen sie Platz vor dem Altar und verbeugten sich vor den F\u00fc\u00dfen des g\u00f6ttlichen Nimai und er ber\u00fchrte ihre K\u00f6pfe mit seinen F\u00fc\u00dfen. Damit ging der Wunsch von Sri Advayta endlich in Erf\u00fcllung. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Mit l\u00e4chelndem Gesicht sagte der g\u00f6ttliche Nimai \u201eNara, tanz doch mal, ich m\u00f6chte das sehen.\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sri Advayta Acharya (76), der gro\u00dfe Weise, ein Adept, der in transzendenter Stille und strenger Austerit\u00e4t praktizierte, fing an zu tanzen und die anwesenden Verehrer sangen dabei die Krishna-Kirtana. Von diesem Abend an nahm Advayta Acharya Abstand von seinem umfassenden Gebet und der strengen Meditation und stattdessen ging er im Tanz und Gesang zu Ehren von Sri Krishnas auf. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Im Verlauf des Tanzes und des Gesangs sprach der g\u00f6ttliche Nimai, \u201eAdvayta, w\u00fcnsch dir was, ich werde den Wunsch erf\u00fcllen (skt. Bara-dan).\u201c Acharya antwortete \u201eHerr, du bist erschienen, was soll ich sonst noch wollen und w\u00fcnschen.\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Darauf der g\u00f6ttliche Nimai, \u201eDu wirst etwas w\u00fcnschen\u201c. Daraufhin Advayta Acharya, \u201eHerr, gib mir den Segen, dass ich deine hingebungsvolles Liebes-Verm\u00e4chtnis den Menschen aus allen Schichten und Kasten \u2013 gleicherma\u00dfen, mit gleicher \u00dcberzeugung und mit gleicher Inbrunst vermitteln, verbreiten, verk\u00fcnden und verewigen kann.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die Gl\u00e4ubigen \u2013 sichtbar ergriffen von dieser Bitte \u2013 spendeten Beifall. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Der g\u00f6ttliche Nimai bemerkte, \u201eWarum soll die Ikone eines Gl\u00e4ubigen, wie du eine bist, einen ungeeigneten Wunsch vortragen?\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Diese Ereignisse gelten f\u00fcr den Vaishnavismus als epochaler, geschichtspr\u00e4gender Beginn, der den vedischen \u201eVarna-Kodex\u201c auf den Rang eines defizit\u00e4ren Zustands des dumpfen Glaubens verwies.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sri Advayta Acharya ging nach Shantipur zur\u00fcck. Aber in seinem Geist pochte der Zweifel gegen\u00fcber seinen \u00fcberw\u00e4ltigenden Erlebnissen. Um ganz sicher zu sein, kam er erneut nach Nabadwip. Gegen Nachmittag traf er in dem Haus von Sribash ein und sah Nimai in mitten von Gl\u00e4ubigern sitzen und der Exegese von Sri Krihna-Spielen (skt. Krishna-Lila) lauschen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Alle standen auf und begr\u00fc\u00dften den Ank\u00f6mmling herzlich. Er verbeugte sich vor Nimai, und Nimai verbeugte sich ebenfalls vor ihm. Anschlie\u00dfend nahmen alle Platz und begannen zu plaudern.. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Da kam jemand und sagte \u201eSatchimata hat mich geschickt um eine herzliche Einladung an Sri Advayta Acharya auszusprechen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Mit gro\u00dfer Freude nahm er die Einladung an und Sribash erkl\u00e4rte sich bereit, ihn zu begleiten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Anschlie\u00dfend fl\u00fcsterte Sri Advayta etwas in Sribashs Ohren. Daraufhin fragte Nimai schmunzelnd: \u201eKann ich an eurer geheimen Konsultation teilhaben?\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sribash antwortete \u201eAcharya sagt, dass du ihm zugesichert hast, die g\u00f6ttliche Manifestation, in der du dich Nityananda einmal gezeigt hattest, noch einmal zu wiederholen. Das hast du aber bis jetzt nicht getan, dar\u00fcber ist er betr\u00fcbt.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Darauf NImai \u201eWie ihr mich hier vor euch seht, das ist meine wahre Gestalt. Was ich zu Advayta Acharya gesagt habe, und wann, und in welchem Zustand das wei\u00df ich nicht mehr. W\u00e4hrend einer geistigen Verwirrung redet man viel Unsinn. Aus tiefer \u00dcberzeugung sage ich euch, dass die Verk\u00f6rperung der Gottesgestalt oder eine g\u00f6ttliche Manifestation immer jenseits meines eigenen Willens ist. Wann sich was ereignet, liegt au\u00dferhalb meines Bewusstseins. Wie kann ich euch die sechsarmige Krishna-Gestalt zeigen? Falls Advayta Acharya diese Metaphorik zu sehen w\u00fcnscht, sollte er jetzt unbedingt mit geschlossenen Augen meditieren. Wer wei\u00df, vielleicht erweist Sri Krishna ihm die Gnade.\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Dieser Empfehlung folgend und mit etwas Neugierde schloss Sri Advayta seine Augen und fing an zu meditieren. Die Anwesenden richteten voller Erwartungen ihren Blick auf das Gesicht von Sri Advayta Sie werden Augenzeuge, wie Sri Advayta im Sitzen allm\u00e4hlich das Bewusstsein verlor. Sein Atem kam praktisch zum Stillstand, kaum wahrnehmbar, der K\u00f6rper war pl\u00f6tzlich mit einer G\u00e4nsehaut \u00fcberzogen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Mit sorgenvoller Stimme fragte Sribash \u201eHerr, ist der Zustand von Acharya nicht bedenklich?\u201c Nimai antwortete: \u201eKein Grund zur Aufregung, vielleicht ist in seinem Herzen schon Sri Krishna erschienen und dieser Anblick, dieser Freude haben ihm den Atem geraubt.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sribash, \u201eHerr, bitte bring ihn zur\u00fcck ins Bewusstsein.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nimai \u201eWie soll ich das tun?\u201c Acharya kam von selbst zu sich und schaute sich suchend um. Dann fragte er mit emotionsgeladener Stimme, \u201eDiese sch\u00f6ne, bl\u00e4ulich gl\u00e4nzende Gestalt ist vor meinen Augen verschwunden. Wo ist er nun? Sein Kopf, sein Hals und die F\u00fc\u00dfe sind geschm\u00fcckt mit Blumengirlanden. Dieser herzbet\u00f6rende Sch\u00f6nling, wo ist er nur hingegangen? Sribash fragt etwas ungeduldig nach: \u201eSag doch klar und deutlich, was hast du gesehen?\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Advayta Acharya kam allm\u00e4hlich ganz zu sich und sagte, &#8222;Nachdem ich meine Augen geschlossen hatte, kam dieser Herr (er zeigte in Richtung Nimai) sofort zu mir nahm Platz in meinem Herzen und wurde zum Ebenbild von Sri Krishna zu meiner unendlichen Freude. Danach verlie\u00df er mich als der uns bekannter Nimai und ich wurde wieder wach.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Daraufhin Nimai, \u201eDu bist eingeschlafen und f\u00fcr das was du getr\u00e4umt hast machst du mich verantwortlich?\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sri Advayta Acharya antwortete ihm, \u201eEs war kein Traum, sondern die transzendente Realit\u00e4t. Ich habe dich erkannt. Du bist ohne Anfangs- und ohne Ende, und du bist Gegenstand und Ergebnis meines Gebets, die ontologische Offenbarung.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Zwecks ad\u00e4quater Einsch\u00e4tzung und Beurteilung des Beschriebenen sollte erw\u00e4hnt werden, dass es sich bei der Gemeinde,die Nimai umgab, nicht um naive, wenig gebildete, einfache und volkst\u00fcmliche Menschen handelte, die auch an den Weihnachtsmann glauben w\u00fcrden, sondern um eine hochgebildete Elite, der damaligen Gesellschaft, dessen Reflexionstiefe und Erkenntnisinteresse bis in die vedische Zeiten (ca. 2.500 v. Chr.) zur\u00fcck reicht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Dies sehen wir am Beispiel des Verhaltens von Sri Advayta Acharya. Trotz zweimaliger bewegender Erlebnisse und pr\u00e4gender Erfahrungen blieb er noch immer skeptisch gegen\u00fcber dem Beweis von Nimais g\u00f6ttlicher Manifestation.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Ein weiterer Zweifeler war Mukunda! <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nimai veranstaltete regelm\u00e4\u00dfig das \u201eMango Festival\u201c . Er platzierte Mango-Kerne auf dem Boden und klatschte kr\u00e4ftig in die H\u00e4nde. In kurzer Zeit wuchs ein Baum aus den Kernen, der etwa100 Fr\u00fcchte trug. Nachdem sie das Opfer Ritual vollzogen hatten a\u00dfen die Gl\u00e4ubigen voller Freude die Mangos. Im Sommer wiederholte sich dieses Ph\u00e4nomen praktisch jeden Tag. Eines Tages wandte sich Nimai l\u00e4chelnd an Mukunda, \u201eDu denkst, dass dieses Mango-Festival reine Zauberei ist?\u201c Mukunda f\u00fchlte sich ertappt und sch\u00e4mte sich f\u00fcr seine Oberfl\u00e4chlichkeit. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Eines Tages, nach dem rituellen Bad im Ganges, sa\u00df Nimai in dem Haus von Sribash. Die Gemeinde der Gl\u00e4ubigen versammelte sich. Pl\u00f6tzlich sahen sie, wie sich an Nimai die g\u00f6ttliche Ver\u00e4nderung zu vollziehen begann. Er bat darum den Kirtana-Gesang anzustimmen, und sie folgten seinen Anweisungen. Nun geschah wieder etwas Ungew\u00f6hnliches. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich Nimai im Z\u00fcge der g\u00f6ttlichen Exposition \u2013 zuerst physich ver\u00e4ndert, danach hatte er auf dem Altar Platz genommen war dann zusammengesunken, als w\u00e4re er ohnm\u00e4chtig geworden. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Aber heute blieb es bei einer leichten \u00e4u\u00dferen Ver\u00e4nderung. Er stand auf, ging ganz normal in Richtung \u201eGebetsraum\u201c und nahm auf dem Altar Platz. Im Gegensatz zu anderen Tagen blieb er dort sitzend vom Morgen bis zum Sonnenaufgang des n\u00e4chsten Tages. Dieses au\u00dfergew\u00f6hnliche und auf dieses eine Mal beschr\u00e4nkte Verhalten von Nimai ist ber\u00fchmt geworden als (bengl. Sapta Praharya Bhaba), d.h. 21 Stunden &#8211; Offenbarung oder (bengl. Maha Prakash), also als gro\u00dfe Manifestation. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Als Augenzeuge dieses Ereignises sollte man drei Br\u00fcder erw\u00e4hnen und zwar Basu, Madhab und Govinda, denn sie zusammen haben der Nachwelt die eingehende Darstellung des Ereignisses in der Gedicht-Anthologie \u201eMahaprakash\u201c hinterlassen. Au\u00dferdem berichtete der Dichter Karnapur in seinem \u201eDrama\u201c dar\u00fcber ausf\u00fchrlich. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">An diesem besonderen Tag begann Nimai damit seinen \u201eg\u00f6ttlichen Segen\u201c (bengl. Bara-Dan) f\u00fcr die Aufgaben- und Wunscherf\u00fcllung zu erteilen. Sein Segen umfasste prim\u00e4r die Entwicklung sowie die Kultivierung von bedingungsloser N\u00e4chstenliebe und hingebungsvoller Verbreitung des Sri Krishna-Bewusstseins an alle Menschen, unabh\u00e4ngig von Rasse, Geschlecht und Herkunft. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Er rief nacheinander einige Personen mit Namen und bat sie, vor ihm zu erscheinen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Hier nur ein paar ausgew\u00e4hlte Beispiele:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nimai rief nach Haridas! Aber wer ist er?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Hier seine Lebenslauf in K\u00fcrze.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Haridas war der Sohn einer Brahmanen-Familie. Da seine Eltern sehr fr\u00fch starben, wuchs er als Adoptivkind in einer islamischen Familie auf. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Als Jugendlicher lebte er in einem Dorf namens Buran im Distrikt Bongram. Erstaunlicherweise war er schon in jungen Jahren \u00fcberw\u00e4ltigt von \u201eKrishna-Liebe\u201c und murmelte \u201eHarinam\u201c Tag und Nacht. Er war fest davon \u00fcberzeugt, dass es gen\u00fcgt voller Inbrunst \u201eKrishnanam\u201c zu murmeln, um die Befreiung zu erlangen. Er wurde M\u00f6nch und lebte im Wald in der N\u00e4he von Benapol (heute eine Bahnstation). Um die Echtheit seines M\u00f6nchtums zu pr\u00fcfen, schickte der Gro\u00dfgrundbesitzer (bengl. Zamindar) eine Prostituierte zu ihm hin. Haridas empfing die Frau respektvoll, \u00fcberzeugte sie von der Exzellenz der Sri Krishna-Liebe, vermachte ihr seine H\u00fctte und ging fort.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Als der Muslim-Richter Mullukpati h\u00f6rte, dass sich Haridas vom Islam abgewendet hatte und nun den Hinduismus praktizierte, lie\u00df er ihn verhaften. Sein Berater ein Richter namens Gorai empfahl ihm, Haridash durch Stockschl\u00e4ge zu t\u00f6ten, sonst werde sich die islamische Gemeinde tief beleidigt f\u00fchlen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Der Gorai sagte zu Haridas, \u201eEntweder musst du sofort anfangen, die islamischen Schriften (Kalma) zu lesen und aufh\u00f6ren, \u201eHarinam\u201c zu murmeln, dann kannst du freikommen und auch ein Ehrenamt bekleiden oder du wirst qualvoll sterben.\u201c Haridas antwortete \u201eAuch wenn mein K\u00f6rper ins St\u00fccke zerri\u00dfen wird, mein Mund wird das Harinam-Lied weiter singen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: medium;\">(vide: Chaitanya-Bhagavat 25\/32)<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Der Vollstrecker begann damit Haridas die Stockschl\u00e4ge zu verabreichen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Aber er schrie weiterhin laut \u201eSri Krishnanam\u201c und sp\u00fcrte keinerlei Schmerz. Er sagte zu sich, \u201eWarum schl\u00e4gt er mich so brutal, was ist der Stein des Ansto\u00dfes, welche finstere Zukunft baut er f\u00fcr sich damit auf. Herr, verzeihe diesem Menschen.\u201c Nach diesen Gedanken wurde er ohnm\u00e4chtig. Der Vollstrecker dachte, der Gefolterte sei schon tot und warf ihn in den Fluss. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Irgendwann kam Haridas wieder zu sich und traf danach auch Sri Advayta Acharya, das Oberhaupt der Vaishnaba-Gemeinde. Sri Advayta Acharya war von der tiefen Gl\u00e4ubigkeit Haridass sehr beeindruckt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Der Aufforderung von Nimai folgend brachte er Haridas zu ihm. Nimai empfing ihn voller Freude, bat ihn Platz zu nehmen. Danach bek\u00f6stigte er Haridah opulent, strich eigenh\u00e4ndig die \u201eChandanpaste\u201c auf seinen K\u00f6rper und legte ihm die Blumengirlande um den Hals. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Haridas stand auf und lie\u00df sich anschlie\u00dfend der L\u00e4nge nach auf den Boden vor dem Altar fallen, b\u00e4uchlings verharrte er in dieser Haltung der Demut.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nimai sagte \u201eHaridas, sag mir deinen Herzenswunsch.\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Haridas entgegnete, \u201eHerr, ich werde stumm vor dir. Du bist mein Weg und mein Ziel. Du bist voller Gnade den Gl\u00e4ubigen gegen\u00fcber, aber mein Glaube ist nicht so tief wie der Ozean. Du bist barmherzig, deshalb meine Bitte, befrei mich von dem giftigen Kreislauf von Samsara.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nimai erwiderte \u201eDeine Demut hat mich f\u00fcr immer zu Dank verpflichtet. Ich m\u00f6chte deinen Herzenswunsch erf\u00fcllen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Daraufhin Haridas \u201eBitte lasst mich so arm sein, wie ich bin. Aber gib mir im Herzen die unverg\u00e4ngliche und unersch\u00fctterliche Liebe zu dir f\u00fcr alle Ewigkeit.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nimai antwortete: \u201eHaridas, dieser, dein Segenswunsch entspricht dir absolut . Als man dich schlug , h\u00e4tte ich dich von dem Vollstrecker befreien und auch t\u00f6ten k\u00f6nnen. Aber du hast voller Inbrunst nur meinen Namen genannt, und das hat mich mit so tiefer Freude erf\u00fcllt, dass ich nicht aufh\u00f6ren konnte, diese Liebe zu genie\u00dfen. Deshalb habe ich dich erst von der Schmerzempfindung befreit und dann in Ohnmacht versetzt. Dieses mein Verm\u00e4chtnis sowie die Herrlichkeit deiner \u201eKrishna-Liebe\u201c verbleibt in dieser Welt als unverg\u00e4nglicher Leuchtturm f\u00fcr alle ernsthaft suchenden Menschen&#8220;. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Haridas vergoss viele Tr\u00e4nen. Er war nur 23 Jahre alt !.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nach wie vor sa\u00df Nimai auf dem sch\u00f6n dekorierten Altar. Seltsames Licht strahlte aus seinem K\u00f6rper. Hell wie das Licht des Tages aber mild wie der Mond. Gadadhar hatte Nimais Stirn, Hals, Arme und Finger mit Blumengirlanden und -ringen geschm\u00fcckt sowie Blumen in seinen H\u00e4nden arrangiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nityananda hielt den Baldachin, Narahari aus Srikhanda schwenkte den Luftwedel. Auf Nimais Gesicht lag ein L\u00e4cheln wie die aufgehende Sonne. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sobald Nimai jemanden ansah, verlor sein Gegen\u00fcber augenblicklich seine eigene Identit\u00e4t und nahm in der Selbstbetrachtung,in seinem Herzen nur Nimai wahr, dort verweilend als Sri-Krishna-Erscheinung . Von Angesicht zu Angesicht mit der personifizierten Gottheit schwebten unz\u00e4hlige Menschen in einem verwirrenden Taumel erhabener Selbstlosigkeit. Ein jeder wollte ihm huldigen. Je nach finanziellen Verh\u00e4ltnissen opferten sie Nimai Tulsi-Pflanzen, Blumen, Bekleidung, Nahrungsmittel und k\u00f6stliche Getr\u00e4nke, Metallgef\u00e4\u00dfe oder auch Goldschmuck. Manche sangen Krishna-Lieder oder rezitierten Verse aus Vegabad-Gita.<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: medium;\">(Vide: Chaitanya-Vagabat 25\/31)<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Aber jemand lag auf dem Boden des Atriums und weinte bitterlich, es war Mukunda, der gewisse kritische Haltung gegen\u00fcber der Genuit\u00e4t von Nimais g\u00f6ttlicher Emanation pflegte. Nun selbst Zeuge und \u00fcberw\u00e4ltigt von einer unglaublichen, unerkl\u00e4rlichen, unfassbaren sowie alles ver\u00e4ndernden Gef\u00fchlswandlung, wartete er vergeblich auf Nimais Aufforderung, sich ihm zu n\u00e4hren,um seinen Segen zu empfangen, immerhin war Mukunda der beste S\u00e4nger in der Gemeinde. Niemand der vielen Anwesenden hatte den Mut, Nimai darauf aufmerksam zu machen. Dann fasste sich Sribash ein Herz, lief vor den Altar und sagte \u201eHerr, Mukunda weint unentwegt weil du ihm keine Audienz gew\u00e4hrt hast.\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nimai antwortete:&#8220; Euch ist nicht bekannt, dass Mukunda nicht ehrlich und aufrichtig ist, denn er besucht die Erkenntnis suchenden (skt. Jana-Marga) Kreise und sagt, die liebevolle Hingabe an Sri Krishna (skt. Bhakti-Marga) sei verwerflich. Solche Personen verdienen meinen Anblick nicht!\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Diese Worte h\u00f6rte Mukunda schon von drau\u00dfen im Atrium und er schrie, \u201ePandit Sribash, Sie brauchen f\u00fcr mich keine Audienz zu erbitten. Als gottloser Mensch m\u00f6chte ich nur eine einzige Antwort von dem Herren erfahren. Wie viele Inkarnationen muss ich noch durchleben, bis ich zu dem Herrn aufblicken darf?\u201c Nimai h\u00f6rte das und sagte \u201eMukunda, nach 10 Mio. Inkarnationen wirst du in den Genuss meiner Audienz kommen&#8220;. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Mukunda geriet in Verz\u00fcckung und in ekstatischer Freude, wie von Sinnen, fing er an zu tanzen und schrie \u201enur nach 10 Millionen Geburten werde ich ihm begegnen, nur nach 10 Millionen. Oh, das ist doch schon \u00fcbermorgen!\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Vom Altar aus vernahm Nimai diese voranst\u00fcrmende Zuversicht, eingebettet in einen Resonanzraum un\u00fcbertrefflicher Hoffnung, und Tr\u00e4nen flossen aus seinen Augen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Er rief: \u201eMukunda komm zu mir in den Gebetsraum! Doch Mukunda h\u00f6rte nichts, er verlor sich im Freudentanz. Deshalb packten einige ihn am Arm und brachten ihn zu Nimai. Als Zeichen seiner Ehrerbietung stand Mukunda vor dem Altar mit gefalteten H\u00e4nden. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Dann f\u00fchrte Nimai aus: \u201eMukunda, lass dir gesagt sein, dass meine Worte die ultimative Wahrheit sind. Deine unersch\u00fctterliche Zuversicht, dass du mich auch nach 10 Millionen Inkarnationen erblicken wirst, und das kosmisch tiefe Vertrauen unterstreicht wie abgrundtief deine Treue und dein Glauben an Sri Krishna ist. Daran sollten sich die Gl\u00e4ubigen ein Beispiel nehmen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Anschlie\u00dfend empfing Mukunda den Segen von Nimai! <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Fortan legte Nimai seine g\u00f6ttliche Emanation ab und manifestierte seine ergreifende, liebliche Natur. Zun\u00e4chst verschenkte er die Betelpflanze (bengl. Pan), die er im Mund gekaut hatte, an alle. Der bet\u00f6rende Duft f\u00fchrte zu einer Art taumeligen Ekstase. Alle begannen zu tanzen und sangen Krishna-Lieder. Nimai selbst umarmte den einen und gab dem anderen einen Kuss, mit dem Dritten, zum Beispiel, fing er an zu tanzen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">&#8222;&#8230;.Asleshoi boticha tathaisha&#8230;.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: medium;\">(Vide; Chaitanya-Charit-Gedicht Band 5\/92).<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Stunden vergingen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Allm\u00e4hlich wurde es vier Uhr nachts und die Gemeinde wurde von einer tiefen M\u00fcdigkeit \u00fcbermannt, aber niemand hatte die K\u00fchnheit den leuchtenden Nimai daraufhin anzusprechen. Dann trug Sri Advayta Acharya \u2013 nach kurzer Konsultation mit einigen Gl\u00e4ubigen vor: &#8222;<\/span><span style=\"font-size: medium;\">Herr, wir als ganz normale Gesch\u00f6pfe sind nicht mehr in der Lage, deine charismatische Aura zu verkraften. Bitte, nimm die menschlichen Eigenschaften wieder an.\u201c<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: medium;\">(vide: Chaitanya-Chandrodaya Drama 48\/75, \u00dcbersetzung: Premdash)<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nimai antwortete \u201eGut, dann komme ich gleich .\u201c Dann, einen Schrei aussto\u00dfend fiel er zu Boden und wurde ohnm\u00e4chtig. Er war in der Vergangenheit bereits oft in Ohnmacht gefallen aber dieses Mal lag er wie leblos da, atemlos und mit ver\u00e4ndertem Gesichtsausdruck. Sri Advayta spritzte ihm etwas Wasser ins Gesicht, rief immer wieder seinen Namen aber Nimai blieb ohne jegliches Lebenszeichen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Der Morgen brach an, dann wurde es Mittag. Nimai kam nicht zu sich. Die Gl\u00e4ubigen waren voller Sorge und dachten mit Best\u00fcrzung und tiefer Traurigkeit, dass Nimai das Erdenleben hinter sich hatte. Sie wollten Satchimata informieren. Da trat ein Mitglied vor und schlug vor, \u201eWir haben in der Vergangenheit doch sehr oft durch einen ganz bestimmten Gesang (bengl. Kunja-Bhanga-Geet) den Herren ins Bewusstsein zur\u00fcck geholt. Sollten wir das nicht erneut versuchen?\u201c Als sie mit and\u00e4chtiger Miene den Gesang einstimmten, wehte sie eine seltsamer Harmonie an wie von sakralen L\u00fcften, angeweht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Dann geschah etwas Erstaunliches. Nimais K\u00f6rper zeigte so etwas wie eine \u201eG\u00e4nsehaut\u201c. Aus lauter Freude fingen einige an zu tanzen, andere schrien \u201eHeil, Heil (bengl. Joi, Joi). Auch die Frauen gerieten in einen Freudentaumel. Nimai \u00f6ffnete die Augen, nahm die Sitzhaltung ein und fragte ganz verwundert \u201eWas ist los? Wo bin ich? Warum sitzt ihr hier um mich herum?\u201c Es scheint schon recht sp\u00e4t zu sein.\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sribash erwiderte \u201eHerr, seit gestern warst du ohnm\u00e4chtig. Deshalb sitzen wir hier alle um dich herum voller Sorge.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nimai senkte besch\u00e4mt den Kopf und sagte \u201eIch habe euch Schwierigkeiten bereitet. Ich bitte um Entschuldigung&#8220;. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Da rief Nitai lautstark \u201eDas ist schon Geschichte, ich habe Hunger. Aber lasst uns erst gemeinsam ein Bad nehmen.\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die metaphysische Immanenz, die Manifestation von tiefer, inniger und unersch\u00fctterlicher \u201eKrishna-Liebe\u201c in Mimik, Gestik, Tanz und Kirtan-Gesang \u2013 durch Nimai selbst und die eingeweihte Gemeinde vorgelebt \u2013 verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Monsun-Wind. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Unz\u00e4hlige Menschen \u2013 Mann, Frau, alt, jung, Gesunde und Kranke \u2013 pilgerten nach Nabadwip, versammelten sich auf der Stra\u00dfe und den Gassen, am Gangesufer, auf den Gehwegen um Nimais Haus herum. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Es war kein egozentrischer Gr\u00f6\u00dfenwahn den Nimai auslebte, sondern seine mystische Ausstrahlung sowie seine Offenbarung des G\u00f6ttlichen in ihrer ganzen Dynamik, die die Menschen in einen spirituellen Bewusstseinswandel f\u00fchrten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Dieses Zeugnis allumfassender, all umh\u00fcllender, allverzeihender Liebe hatte eine universelle, sakramentale Dimension. Die Integration der machtvollen Gef\u00fchle versetzte alle in eine grenzenlose schwingende Begeisterung und in eine Bewegung des Herzens wie nach einem Paukenschlag, Nimai sagte \u201eEin jeder Mensch der Krishna-Liebe\u201c im Herzen tr\u00e4gt, ist ein \u201eBrahma\u201c! <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die klerikal-aristokratische Arroganz der Brahmanen-Kaste sowie ihre Bestandsverwaltung, legitimiert durch die Veden, erlebte eine bleibende Stigmatisierung. Die Zeit war nun reif f\u00fcr den Aufbruch. Deshalb beauftragte Nimai \u2013 den man inzwischen \u201eSri Gauranga\u201c nannte (skt. Sri = eine erwachsene m\u00e4nnliche Person und Gauranga = hellh\u00e4utig), Haridas und Nityananda die \u201eSrikrishna-Liebe\u201c, also den Bhakti-Yoga wieder zu beleben, zu predigen und mit Hilfe von hingebungsvollen T\u00e4nzen und Ges\u00e4ngen jedem Menschen den Madhava-Nektar zu schenken!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">W\u00e4hrend der Aus\u00fcbung dieser Mission war die Bekehrung der Br\u00fcder Jagai und Madhai, der brutalen und kriminellen Befehlshaber der Provinz Nodia, das einpr\u00e4gsamste und dramatischste Ereignis und als schillerndes Beispiel gingen die Br\u00fcder in die Vaishnava-Geschichte ein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Der Wellenschlag der \u201eKrishna-Liebe\u201c Bewegung erfasste wie ein Tsunami das gesamten Bengalen (Ost-Indien). In Anbetracht dieser Entwicklung \u00e4u\u00dferte sich Sri Gauranga, &#8222;jetzt m\u00f6chte ich den \u201eBhakti-Yoga\u201c mit Nachdruck in Pan-Indien verbreiten und deshalb ist es unbedingt erforderlich, dass ich mich dem M\u00f6nchstum verschreibe und zuerst in Brindabon (Sri Krishnas Spielfeld) zu Sri Krishnas Lotusf\u00fcssen verweile.\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Zuvor jedoch geschah wieder etwas, ein einzigartiges Geschehnis, das unseren Erlebnishorizont sowie die M\u00f6glichkeiten des rationalen und intuitiven Denkens \u00fcbertrifft. Sri Advayta Acharya, ein Gelehrter und eine tiefgl\u00e4ubige Pers\u00f6nlichkeit, war wie so oft im Zweifel! Ist der Sohn von Jagannath, den wir so verehren, dieser Nimai, dieser Sri Gauranga, ist er wirklich Sri Nandanandan (bengl. Sohn von Nanda also Sri Krishna!) in Menschengestalt? Einige Zeugnisse habe ich doch selbst gesehen, aber waren sie Realit\u00e4t oder nur Selbst-projektionen, also Illusion Illusion? <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Tief traurig und voller Misstrauen fiel er im Hause von Sribash zu Boden und begann aus tiefster Seele zu schreien. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sri Gauranga befand sich zu Hause und sp\u00fcrte die qu\u00e4lende depressive Lage von Sri Advayta und eilte zu ihm, legte seine Hand auf die Stirn von Sri Advayta. <\/span><span style=\"font-size: medium;\">Der fing an zu weinen. Sri Gauranga f\u00fchrte ihn in den Altarraum und fragte, \u201eIch stehe vor dir Advayta, was m\u00f6chtest du noch?\u201c <\/span><span style=\"font-size: medium;\">Mit belegter Stimme antwortete Sri Advayta \u201eHerr, sobald du vor mir stehst, bin ich von deiner wahren g\u00f6ttlichen Erscheinung vollkommen \u00fcberzeugt. Aber deine Abwesenheit st\u00fcrzt mich immer in qu\u00e4lenden Zweifel. Ich habe nur noch einen Wunsch. Bitte zeig mir die \u201eUna Sancta Glorie\u201c, wie Sri Krishna einmal die transzendentale Herrlichkeit an Arjuna gezeigt hatte.\u201c <\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: medium;\">(vide: Vagavad-Gita, Abschnitt 11)<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Kaum hatte sich Sri Advayta ausgesprochen, verschwand die dreidimensionale Welt aus seinen Augen. Etwas unermesslich Strahlendes erschien vor ihm; ohne Anfang, ohne Ende, scheinbar mit unz\u00e4hligen Augen, unendlichen K\u00f6pfen, H\u00e4nden, F\u00fc\u00dfen und unerkl\u00e4rlich leuchtende Wolkengebilde wie von der Sonne ausgesandt formierten sich fortw\u00e4hrend neu. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Als er sein Bewusstsein zu verlieren drohte, rief Sri Gauranga laut \u201eSchau hin, schau hin!\u201c Neugierig geworden durch die laute Stimme von Sri Gauranga, st\u00fcrzte Nitai ins Gebetszimmer und im Anblick der g\u00f6ttlichen Glorie fiel er sofort zu Boden. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Als Sri Gauranga in die Normalit\u00e4t zur\u00fcckkehrte, erhoben sich Sri Advayta und Nitai und \u00fcberw\u00e4ltigt von sinnenbet\u00f6render Gl\u00fcckseligkeit begannen beide zu tanzen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Das war die letzte Divine Manifestation von Sri Gauranga in Nabadwip!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Langsam zog er sich zur\u00fcck. Die weltliche Offenbarung g\u00f6ttlicher Ekstase reduzierte sich zusehends und verwandelte sich in den Ausdruck von tiefer Demut.. Er nahm nicht mehr so oft an den Gemeindetreffen teil. Der Bitte der Mutter folgend ging er hin und wieder mit seiner Frau Vishnupriya spazieren. Aber die meiste Zeit blieb er zu Hause, im Zimmer, umgeben von engsten Verehrern, emotional tief bewegt und geistig aufw\u00fchlt, manchmal auch weinend, w\u00e4hrend er flehend wiederholte \u201eIch muss als gl\u00fchender M\u00f6nch nach Brindabon um Sri Radha-Krishna zu verehren, ihm meine Aufwartung zu machen und das Zeugnis meiner Liebe abzulegen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Brush Script MT, serif;\"><span style=\"font-size: xx-large;\">Fortsetzung folgt!<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erscheinung von Nitai (Sri Nityananda) In den Sommermonaten, also im April\/Mai traf Sri Nityananda (genannt Nitai) in Nabadwip ein. Sein Geburtsort war ein Dorf namens Ekchaka, Bezirk Bardwan. Der Bitte eines M\u00f6nchs folgend hatte er sein Elternhaus im Alter von 12 Jahren verlassen und war ein Bettelm\u00f6nch geworden. 20 Jahre lang suchte er hingebungsvoll die &hellip; <a href=\"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Erscheinung von Nitai<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v20.10 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Erscheinung von Nitai - Saranagata<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Erscheinung von Nitai - Saranagata\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Erscheinung von Nitai (Sri Nityananda) In den Sommermonaten, also im April\/Mai traf Sri Nityananda (genannt Nitai) in Nabadwip ein. Sein Geburtsort war ein Dorf namens Ekchaka, Bezirk Bardwan. Der Bitte eines M\u00f6nchs folgend hatte er sein Elternhaus im Alter von 12 Jahren verlassen und war ein Bettelm\u00f6nch geworden. 20 Jahre lang suchte er hingebungsvoll die &hellip; Erscheinung von Nitai weiterlesen\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Saranagata\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2018-08-28T16:37:28+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"32 Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404\",\"url\":\"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404\",\"name\":\"Erscheinung von Nitai - Saranagata\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"http:\/\/blog.saranagata.de\/#website\"},\"datePublished\":\"2018-08-28T15:07:54+00:00\",\"dateModified\":\"2018-08-28T16:37:28+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de-DE\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"http:\/\/blog.saranagata.de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Erscheinung von Nitai\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"http:\/\/blog.saranagata.de\/#website\",\"url\":\"http:\/\/blog.saranagata.de\/\",\"name\":\"Saranagata\",\"description\":\"Parthasarathis spirituelle Oase\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"http:\/\/blog.saranagata.de\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de-DE\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Erscheinung von Nitai - Saranagata","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Erscheinung von Nitai - Saranagata","og_description":"Erscheinung von Nitai (Sri Nityananda) In den Sommermonaten, also im April\/Mai traf Sri Nityananda (genannt Nitai) in Nabadwip ein. Sein Geburtsort war ein Dorf namens Ekchaka, Bezirk Bardwan. Der Bitte eines M\u00f6nchs folgend hatte er sein Elternhaus im Alter von 12 Jahren verlassen und war ein Bettelm\u00f6nch geworden. 20 Jahre lang suchte er hingebungsvoll die &hellip; Erscheinung von Nitai weiterlesen","og_url":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404","og_site_name":"Saranagata","article_modified_time":"2018-08-28T16:37:28+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"32 Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404","url":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404","name":"Erscheinung von Nitai - Saranagata","isPartOf":{"@id":"http:\/\/blog.saranagata.de\/#website"},"datePublished":"2018-08-28T15:07:54+00:00","dateModified":"2018-08-28T16:37:28+00:00","breadcrumb":{"@id":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404#breadcrumb"},"inLanguage":"de-DE","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=404#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"http:\/\/blog.saranagata.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Erscheinung von Nitai"}]},{"@type":"WebSite","@id":"http:\/\/blog.saranagata.de\/#website","url":"http:\/\/blog.saranagata.de\/","name":"Saranagata","description":"Parthasarathis spirituelle Oase","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de-DE"}]}},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blog.saranagata.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/404"}],"collection":[{"href":"http:\/\/blog.saranagata.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/blog.saranagata.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.saranagata.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.saranagata.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=404"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/blog.saranagata.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/404\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":411,"href":"http:\/\/blog.saranagata.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/404\/revisions\/411"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blog.saranagata.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}