{"id":382,"date":"2017-05-04T16:20:11","date_gmt":"2017-05-04T16:20:11","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=382"},"modified":"2018-08-28T14:51:31","modified_gmt":"2018-08-28T14:51:31","slug":"letzte-phase-der-lehrtaetigkeit","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=382","title":{"rendered":"Letzte Phase der Lehrt\u00e4tigkeit"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Am folgenden Tag am Morgen ging Nimai zu dem Platz, wo der Unterricht stattfand, also zum Vorhof des Hauses von Purushottam S\u00e4njays, um seine Lehrt\u00e4tigkeit wieder aufzunehmen, wie ihn sein Lehrmeister Gangadas Pandit gehei\u00dfen hatte. Nimai sa\u00df umgeben von unz\u00e4hligen Sch\u00fclern als jemand sagte: Hari! Hari!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Voller Freude \u00fcberkam Nimai eine G\u00e4nsehaut und es brach aus ihm heraus: &#8222;wie lieblich das klinget, es sei Sri Krischna, der euch allen hier die Gnade erweise. Warum seid ihr so bem\u00fcht, Wissen anzueignen, das ist wertlos. Die Divinit\u00e4t in sich zu erfahren und zu erleben ist die ultimative und wahre Sinnerf\u00fcllung des Daseins&#8220;. Voller Begeisterung fing er an, die Herrlichkeit Sri Krischnas zu beschreiben. Doch pl\u00f6tzlich kam er zu sich, erinnerte sich seiner Aufgabe als Lehrer, senkte verlegen seinen Kopf und murmelte: &#8222;Lasst uns heute baden gehen, morgen fangen wir an zu lernen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Am n\u00e4chsten Tag nahm sich Nimai fest vor, endlich mit dem Unterrichten zu beginnen. Doch kaum am Unterrichtsort angekommen, da geriet er wieder in Extase, begann mit Sch\u00fclern Krishna-Nam-Kirtana (Gottes-Lob-Gesang) zu besingen oder erl\u00e4uterte, wie die Bhagavat- Gita- Exegese vorzunehmen sei. Weitere sieben Tage gingen ins Land. Der Rhetorik, Rhythmik und dem gewaltigen Wellenschlag der ansteckenden Liebe zu Sri Krischna und dem Sri Krischna-Bewusstseins erliegen, entschlossen sich einige Sch\u00fcler dem von Nimai beschriebenen Weg zu folgen. Aber einige Sch\u00fcler, missmutig und entt\u00e4uscht wegen der st\u00e4ndigen Unterbrechung des Unterrichts, suchten Gangadash Pandit auf und beklagten sich, Nimai Pandit sei mit Sicherheit zurzeit der qualifizierteste Lehrer und sie verehren ihn abg\u00f6ttisch, aber nach seiner R\u00fcckkehr aus G\u00e4ya-Dham habe er aufgeh\u00f6rt richtig zu unterrichten und er fordere sie st\u00e4ndig auf zu \u201eSri Krischna Baja\u201c (bengl. bete zu Sri Krischna).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Gangadash Pandit, Nimais Lehrer, war Atheist. Er war fest davon \u00fcberzeugt, dass die Wissenschaft es ist, die etwas bewirkt und dass sie den Menschen bef\u00e4higt, die Entwicklung des multidimensionalen Denkens zu f\u00f6rdern und damit dazu, das Grundprinzip des Lebens als ein Kaleidoskop zu verstehen. Er empfahl den anwesenden Sch\u00fclern am n\u00e4chsten Tag zusammen mit Nimai bei ihm zu erscheinen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Am n\u00e4chsten Tag stimmte Nimai wieder gleich zu Unterrichtsbeginn den Lobgesang f\u00fcr Sri Krischna an, anstatt den Lehrstoff zu erl\u00e4utern. Nachdem er wieder zu sich gekommen war, fragte er voller Zweifel: \u201eBitte sage mir, wie habe ich bisher gelehrt?\u201c Ein Sch\u00fcler antwortete: &#8222;Gurudev, seit Ihrer R\u00fcckkehr aus G\u00e4ya-Dham haben Sie keinerlei Erl\u00e4uterungen zum Lehrstoffes gegeben&#8220;. Daraufhin wurde Nimai sehr verlegen,sch\u00e4mte sich und murmelte: \u201eIch wei\u00df nicht, was mit mir los ist, ich bin unf\u00e4hig au\u00dfer Sri Krischna etwas anderes zu denken, zu sprechen und zu lehren. Ich enth\u00fclle euch ein gro\u00dfes Geheimnis \u2013 auf dem Weg zum Unterricht nehme ich mir jedes Mal fest vor, meine Aufgabe des Lehrens mit vollem Ernst und h\u00f6chster Aufmerksamkeit auszu\u00fcben. Aber genau in diesem Moment erscheint ein g\u00f6ttlich sch\u00f6nes, himmelblaues Kind vor mir und f\u00e4ngt an auf seiner Fl\u00f6te bet\u00f6rende Melodien zu spielen und schon im ersten Augenblick seines Erscheinens und Ert\u00f6nen des ersten Tons rauben mir sein Anblick und Klangfarbe der Harmonie meinen Verstand und l\u00e4hmen meinen K\u00f6rper&#8220;. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Begleitet von zahlreichen Sch\u00fclern besuchte Nimai an diesem Nachmittag das Haus von Gangadash auf. Er verbeugte sich vor dem Gurudev Gangadash Pandit und empfing seinen Segen. Dann ergriff Gangadash das Wort: \u201eBishambar (Nimai)! um Lehrer in Nabadwip zu werden, ben\u00f6tigt man die Austerit\u00e4t. Du bist der Enkel von Nilambar Charkabarty und Sohn von Jagannath Misra. Dein Gro\u00dfvater und auch dein Vater waren ber\u00fchmte Gelehrte. Ich selbst habe dich mit sehr viel Sorgfalt unterrichtet und du hast meinen Ruf noch vergr\u00f6\u00dfert. Deine Reputation ist in ganz Bengalen bekannt. Deine Kommentare zu den Wisenschaft der Grammatik und Rhetorik findet zunehmend Anerkennung in den einschl\u00e4gigen Gesellschaften. Mir ist zu Ohren gekommen, dass du das alles vernachl\u00e4ssigst und nur \u201eKrishna Vaja\u201c (bengl. bete Krishna) predigt. Nimm Abstand von solchen Verr\u00fccktheiten und fang an wieder mit voller Ernsthaftigkeit zu lehren.\u201c Verlegen entschuldigte sich Nimai und versprach seiner Aufgabe nun nachzukommen. Danach gingen sie alle auf den Vorplatz des Hauses von Acharya <a href=\"http:\/\/katrinenaumann.dk\/profile_swiss.htm\">replica uhren<\/a> Ratnagarbha, bedeckten den Boden mit Laken und fingen an \u00fcber Lehrschriften zu diskutieren. Allm\u00e4hlich wurde es Abend. Alle waren \u00fcber Nimais seine erhellenden Ausf\u00fchrungen und seine Logik verwundert und auch begeistert \u2013 pl\u00f6tzlich Ratnagarbha laut zitierte:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Shyamam Hirananyaparidhim\u2026<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">(Vide: Srimad Vagabatam 10. Abteil\/ 23. Abschnitt\/ 22 Verse)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Sobald diese Beschreibung von Sri Krishnas \u00fcberw\u00e4ltigendem Charme und g\u00f6ttlicher Sch\u00f6nheit Nimais Ohren erreichte, fiel er sofort in Ohnmacht. Die ver\u00e4ngstigten Sch\u00fcler spr\u00fchten Wasser auf sein Gesicht. Nimai kam zu sich und fing an sich am Boden zu w\u00e4lzen und forderte Ratnagabarbha immer wieder auf, diese Verse zu wiederholen. Je \u00f6fter Ratnagarbha dies tat, desto heftiger wurde Nimais Unruhe und er fiel in die Verzuckung. Gadhadhar bat Ratnagarbha mit der Zitierung der Verse aufzuh\u00f6ren. Darauhin stand Nimai auf und umarmte Ratnagarbha der sich ihm zu F\u00fc\u00dfen warf. Ratnagarbha war der erste begnadete G\u00fcnstling von Sri Chaitanya Mahaprabhu!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Nimai kam vollkommen zu sich und fragte besch\u00e4mend: &#8222;Kinder, habe ich euch sehr beunruhigt?&#8220; Die Sch\u00fcler schwiegen und alle zusammen gingen zum Ganges zum Baden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Am n\u00e4chsten Morgen sa\u00df Nimai wieder in der Schule, umgeben von Studenten. Das Erlebnis vom Vortage hatte sie innerlich sehr aufgew\u00fchlt und sie \u00fcberlegten ob der weise Lehrer Nimai vielleicht in Wirklichkeit die Inkarnation von Shukdeva oder Prahlad war oder er sogar Narayana in Menschengestalt sein k\u00f6nnte!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Pl\u00f6tzlich rief Nimai: &#8222;Liebe Sch\u00fcler, ich m\u00f6chte euch nicht mehr im Unklaren lassen. Ich habe eine gro\u00dfe Bitte an euch. Habt Mitleid mit mir und befreit mich von dieser Lehrt\u00e4tigkeit! Wie ihr schon wisst, sobald ich den Weg zur Schule nehme, erscheint mir, das sch\u00f6ne himmelblaue Kind mit seiner Fl\u00f6te spielend und diesen Anblick raubt mir meinen Verstand und ich kann an nichts anderes mehr denken und \u00fcber nichts anderes sprechen als nur \u00fcber Sri Krishna. Ihr solltet woanders euer Studium fortsetzen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Daraufhin begann der der Schulersprecher zu weinen und sagte seufzend:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">&#8222;Gurudev, wer soll uns mit so viel Liebe, Sachverstand und Sorgfalt nun lehren. Was wir gelernt haben, sollte wohl gen\u00fcgen, aber wie sollen wir ohne deinen g\u00f6ttlich anmutigen Anblick, ohne deine Stimme und deine Gesellschaft leben?&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Daraufhin rief Nimai jeden einzelnen Sch\u00fcler zu sich, umarmte ihn und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Anschlie\u00dfend sprach er: &#8222;Als euer Lehrer sage ich euch, es ist kaum sinnvoll weiter zu lernen, nehmt Zuflucht zur Sri Krishna, singt sein Loblied und h\u00f6rt auf den Ruf seines Namen. Lasst uns gemeinsam Krishna-Kirtana (Chor) singen. Das wird den ungerichteten Krishna-Willen in meinem Herzen in harmonische Symphonie umwandeln.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Die Sch\u00fcler, in Liebe zu Krishna erf\u00fcllt, baten; &#8222;Gurudev, wir m\u00f6chten so gerne Sri Krishna- Kirtana singen, aber zeige uns wie das geht.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Nimai lehrte sie den Rhythmus durch H\u00e4ndeklatschen und dabei fing an zu singen: <\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Hari Haraye namah, Krishna Jodavaya namah,<br \/>\nJadavaya Keshavaya Govindaya namah,<br \/>\nGopal Govinda Rama Sri Modushudhana.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Das war der Anfang von Sri Krishna-Nama-Shankirtana im damaligen Indien. Man schrieb das Jahr (1430 Shakabda), also a.D. 1509.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Es war ein epochales Ereignis, denn bis dahin waren die Gottesanbetungen in der hinduistischen\/buddhistischen Ritualistik nur in Form von Mantra-Rezitation und spezifischen Pflichthandlungen bekannt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,serif;\">Aber Sri Gauranga Mahaprabhu war der Erste, der die liebevolle Gottesverehrung nur durch hingebungsvollen Gesang und rhythmischen Tanz als einen einfachen und gangbaren Weg vorgestellt und auch praktiziert hatte.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am folgenden Tag am Morgen ging Nimai zu dem Platz, wo der Unterricht stattfand, also zum Vorhof des Hauses von Purushottam S\u00e4njays, um seine Lehrt\u00e4tigkeit wieder aufzunehmen, wie ihn sein Lehrmeister Gangadas Pandit gehei\u00dfen hatte. Nimai sa\u00df umgeben von unz\u00e4hligen Sch\u00fclern als jemand sagte: Hari! Hari! 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