{"id":31,"date":"2015-06-20T15:43:53","date_gmt":"2015-06-20T15:43:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=31"},"modified":"2023-05-08T19:26:00","modified_gmt":"2023-05-08T19:26:00","slug":"text-3","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/blog.saranagata.de\/?page_id=31","title":{"rendered":"Die Morgenr\u00f6te der indischen Zivilisation"},"content":{"rendered":"<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-size: x-large;\">DIE ERSTEN RELIGIONSPHILOSOPHISCHEN GEDANKENWELLEN UND DEREN ENTWICKLUNG<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-large;\">Bereits seit ca. dem 5. Jahrtausend bis ca. Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. existierte im Industal die Harappa-\/Mahenjodaro-Hochkultur. Die durch Ausgrabungen nun freigelegten Fl\u00e4chen zeigen mehrgeschossige H\u00e4user, Stra\u00dfennetze, B\u00e4der, Brunnen, Abwasseranlagen, kunstvolle Tierdarstellungen aus Stein und Keramik. Inzwischen sind diese arch\u00e4ologischen Siedlungen als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. Die Hieroglyphen lassen darauf schlie\u00dfen, dass diese Induskultur, neben den damaligen Kulturen in Mesopotamien (Euphrat-Tigris), dem Nil-Delta und der minoischen Kultur auf Kreta als die vierte Hochkultur der Menschheit klassifiziert werden sollte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-large;\">In der Bronzezeit, ca. Mitte des 3. Jahrtausends v.Chr. kamen die Indo-Arier (\u201eArya\u201c bedeutet in Sanskrit \u201eEdelmann, Herr\u201c) \u00fcber den Khaiber-Pass, der in Afghanistan liegt, in den Norden Indiens und besiedelten zun\u00e4chst das Punjab, die Kornkammer Indiens. Diese Indo-Arier waren progressive Querdenker mit perspektivischen Visionen. Ihre Expansionsdynamik war beispiellos und basierte auf einem sprachlichen, kulturellen, sozialpolitischen und ethischen Fundament. Im Lauf der Zeit f\u00fchrten sie eine Art \u201emultilaterale Konstitution\u201c ein, in die politische, gesellschaftliche, soziale, \u00f6konomische und spirituelle Ordungssysteme (Dharma) eingegliedert waren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-large;\">Die Sch\u00f6nheit des Landes mit seinen gewaltigen Fl\u00fcssen, Bergen, W\u00e4ldern, seiner mannigfaltigen Natur faszinierte sie. Nicht zuletzt der relative Wohlstand erm\u00f6glichte ihnen, sich einen Freiraum im Leben zu schaffen, um die ewigen Fragen nach dem \u201eWoher\u201c und \u201eWohin\u201c stellen zu k\u00f6nnen. Die inspirierten arischen Weisen (skt. Rishis) verfassten, aus tiefem Bewusstsein, tiefer Empfindung, Wahrnehmung und Erkenntnis heraus, spirituelle Schriften (skt. Shastras\/Sutras), die noch heute als Grundlage der Sanatan Dharma gelten \u2013 die sogenannten Veden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-large;\">Das Sanskritwort \u201eVeda\u201c bedeutet Wissen\/Erkenntnis \u00fcber die ewige Weisheit, die ultimative Realit\u00e4t. Diese einmaligen kanonischen Schriften gliedern sich auf zwei Formen Sakraltexte, die erste Gruppe wird genannt \u201eShruti\u201c (Bedeutung: \u201ewie geh\u00f6rt\u201c) und die zweite Gruppe \u201eSmriti\u201c (Bedeutung: \u201eaus dem Ged\u00e4chtnis niedergeschriebene Texte\u201c oder \u201eOffenbarungen\u201c). Die \u201eShrutis\u201c bestanden urspr\u00fcnglich aus drei Veden: Rik-Veda, Sam-Veda und Yajur-Veda (aufgeteilt in Krishna-Shukla, also schwarz-wei\u00df) \u2013 deshalb werden sie auch \u201eTrai-dharma\u201c, also dreiteilige Religion, genannt. Viel sp\u00e4ter kam die niedriger gestufte Atharva-Veda hinzu. Die einzelnen Veda sind in vier Hymnen-Gruppen gegliedert:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: x-large;\">Die Samhitas (Sammlung von Zitaten und Hymnen)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: x-large;\">Die Brahmanas (Anleitung und Regeln von Jagna)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: x-large;\">Die Aranyakas (Ontologische Erl\u00e4uterung von Brahma)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: x-large;\">Die Upanishaden (auch Vedanta genannt): sie beinhalten die philosophische Erl\u00e4uterungdesvedischen Param Brahma, also des Absoluten)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: x-large;\">Der urspr\u00fcngliche Name des Hinduismus war \u201evedische Dharma\u201c!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-large;\">Kurz zu erw\u00e4hnen ist, dass die vedische Samhita- und Brahmana-Teilen die Karma-Marga (Weg der Tat\/Handlung) verk\u00f6rpern, und dass die Aranyakas und Upanishaden die Jnana-Marga (Weg der Erkenntnis) interpretieren. Die Jaimini-Sutra-Mimansa-Darshana, also Jaiminis philosophische L\u00f6sungslogik, bezieht sich auf Karma-Marga, wogegen Vyasha-Sutra sich mit Jnana-Marga befasst.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DIE ERSTEN RELIGIONSPHILOSOPHISCHEN GEDANKENWELLEN UND DEREN ENTWICKLUNG Bereits seit ca. dem 5. Jahrtausend bis ca. Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. existierte im Industal die Harappa-\/Mahenjodaro-Hochkultur. Die durch Ausgrabungen nun freigelegten Fl\u00e4chen zeigen mehrgeschossige H\u00e4user, Stra\u00dfennetze, B\u00e4der, Brunnen, Abwasseranlagen, kunstvolle Tierdarstellungen aus Stein und Keramik. Inzwischen sind diese arch\u00e4ologischen Siedlungen als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. 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